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Netzwerk & Ökosystem

Wie stark wird XRPL tatsächlich genutzt? Der TVL zeigt, wie viel Kapital in Anwendungen wie Börsen, Kreditplattformen und Staking steckt; Handelsvolumen und Gebühren zeigen die laufende Nutzung.

Total Value Locked (TVL)
39,11 Mio. $
−7,0 % in 30 Tagen
DEX-Handelsvolumen (24 h)
3,67 Mio. $
195,23 Mio. $ in 30 Tagen
Gebühren der Nutzer (24 h)
9.326 $
1,57 Mio. $ in 30 Tagen

Quelle: DefiLlama, Stand 19.10.2026. TVL-Verlauf über 12 Monate.

XRP im Detail

Eckdaten

Gründer: David Schwartz, Jed McCaleb, Arthur Britto
Entwickler: Ripple und XRPL-Open-Source-Community
Veröffentlichung: 2012
Sektor: Zahlungen
Kernmerkmal: Grenzüberschreitende Zahlungen in Sekunden
Open Source: Ja

Technologie

Blockchain: XRP Ledger
Staking: Nein
Konsens-Algorithmus: Federated Consensus (XRP Ledger Consensus Protocol, kein Mining/Staking)
Energieverbrauch: Niedrig
TPS: ~1.500

Community & Links

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist XRP? Die Währung des XRP Ledger, einer öffentlichen Blockchain für Zahlungen.
  • Ripple ist das Unternehmen, XRP der Coin; beides ist nicht dasselbe.
  • Der Ledger läuft seit Juni 2012 ohne Mining und ohne Staking.
  • 100 Mrd. XRP entstanden zum Start, jede Transaktionsgebühr wird vernichtet.
  • Börse, Liquiditätspools, Escrow, Token und NFTs sind direkt eingebaut.
  • Neue Regeln gelten erst, wenn über 80 % der vertrauten Validatoren zwei Wochen zustimmen.

Was ist XRP? Die Kryptowährung des XRP Ledger, einer öffentlichen Blockchain, die für schnelle und günstige Zahlungen gebaut wurde. Eine Überweisung ist dort nach wenigen Sekunden abgeschlossen, die Mindestgebühr beträgt 0,00001 XRP. Im Alltag heißt XRP oft „Ripple“.

Genau genommen ist Ripple aber das US-Unternehmen, das XRP mitentwickelt hat und viel davon besitzt. Wer die beiden Begriffe sauber trennt, versteht Chancen und Risiken des Coins deutlich besser.

Was ist XRP und was ist Ripple?

2011 begannen David Schwartz, Jed McCaleb und Arthur Britto mit der Entwicklung des XRP Ledger. Ihr Antrieb laut xrpl.org: die Schwächen von Bitcoin, darunter der Energieaufwand des Minings. Im Juni 2012 ging der Ledger live, anschließend schenkten die Gründer 80 Milliarden XRP dem Unternehmen, das sich darum kümmern sollte.

Diese Firma startete im September 2012 als NewCoin, hieß bald OpenCoin und benannte sich 2013 in Ripple Labs um, später kurz Ripple. Der Grund für den Namenswechsel: Kunden verwechselten Firma und Projekt. Ripple nutzt Ledger und XRP heute für das Liquiditätsmanagement im grenzüberschreitenden Zahlungsgeschäft.

Das Netz betreibt Ripple trotzdem nicht allein. Die Software ist Open Source, unabhängige Validatoren bestätigen die Transaktionen, und seit dem 24. September 2020 gibt es die gemeinnützige XRPL Foundation, die zum Start mehr als 6,5 Millionen US-Dollar von Coil, Ripple und Gatehub erhielt.Für dich als Anleger bleibt dennoch wichtig, dass ein einzelnes Unternehmen einen großen Teil aller Coins hält.

Wie funktioniert der XRP Ledger?

Konsens statt Mining

Der XRP Ledger kennt weder Mining noch Staking. Jeder Server führt eine Liste von Validatoren, denen er vertraut, die Unique Node List. In kurzen Runden stimmen diese Validatoren ab, welche Transaktionen in den nächsten Stand des Ledgers kommen. Laut xrpl.org bleibt das Netz in Betrieb, solange weniger als 20 % der vertrauten Validatoren fehlerhaft arbeiten; sind es mehr, hält es lieber an, als sich zu spalten.

Änderungen per Abstimmung

Neue Funktionen kommen als sogenannte Amendments ins Netz. Sie werden erst aktiv, wenn mehr als 80 % der vertrauten Validatoren zwei Wochen lang zustimmen. Fällt die Zustimmung zwischendurch auf 80 % oder darunter, beginnt die Frist von vorn. So entscheidet keine einzelne Stelle allein über neue Regeln.

Wie dezentral ist der XRP Ledger?

Hier liegt der häufigste Kritikpunkt. In der Standardeinstellung beziehen Server ihre Liste vertrauter Validatoren von zwei Herausgebern: der XRPL Foundation und Ripple. Laut xrpl.org sind beide Listen sehr ähnlich oder sogar identisch. Theoretisch darf jeder eine eigene Liste veröffentlichen und verwenden.

In der Praxis müssen sich die Listen aber stark überschneiden. Die Forschung dazu kam laut xrpl.org zu dem Ergebnis, dass im ungünstigsten Fall 90 % Überschneidung nötig sind, damit sich das Netz nicht spaltet. Wer stark abweicht, riskiert also eine Abspaltung. Das Modell ist damit offener als ein Firmennetz, aber weniger frei als Bitcoin, wo jeder Miner ohne Liste mitmachen kann.

Was der Ledger von Haus aus kann

Viele Funktionen, für die andere Netze eigene Smart Contracts brauchen, sind beim XRP Ledger fest eingebaut. Das macht ihn schlanker, aber auch weniger frei programmierbar als etwa Ethereum.

  • Dezentrale Börse: Werte auf dem Ledger lassen sich direkt tauschen. Ist der Umweg günstiger, springt XRP automatisch als Zwischenwährung ein (Autobridging).
  • Liquiditätspools: Seit 2024 ergänzen automatisierte Market Maker die Börse. Jeder Pool hält zwei Werte, wer Liquidität bereitstellt, erhält LP-Token und einen Anteil der Handelsgebühren.
  • Escrow: XRP lässt sich bis zu einem Zeitpunkt oder bis zu einer kryptografischen Bedingung sperren, ganz ohne Treuhänder.
  • Token und NFTs: Stablecoins und andere Token lassen sich ausgeben, NFTs unterstützt der Ledger nativ.
  • Zahlungskanäle: Zwei Parteien wickeln viele kleine XRP-Zahlungen außerhalb des Ledgers ab und rechnen am Ende in einer Transaktion ab.
  • Mehrfachsignatur: Ein Konto kann verlangen, dass mehrere Schlüssel gemeinsam unterschreiben; eine Liste darf bis zu 32 Adressen enthalten.

Wie viele XRP gibt es?

Beim Start entstanden einmalig 100 Milliarden XRP, neue kommen nie hinzu. Weil jede Transaktionsgebühr vernichtet wird, schrumpft die Menge sogar minimal. Ende 2017 nutzte Ripple die eingebaute Escrow-Funktion selbst und sperrte 55 Milliarden XRP. Nach festem Plan wird monatlich 1 Milliarde frei; was Ripple nicht braucht, wandert in ein neues Escrow.

Wie sich Umlauf und Preis seitdem entwickelt haben, zeigt die Seite XRP Kurs.

XRP in Zahlen

  • 06/2012Start des XRP Ledgerohne Mining
  • 100 Mrd.XRP zum Start geschaffenkeine Neuausgabe
  • 0,00001 XRPMindestgebührwird vernichtet
  • über 80 %Zustimmung für Amendmentszwei Wochen lang

Quelle: xrpl.org, Ripple

Wofür wird XRP genutzt?

Das Hauptziel sind Zahlungen über Ländergrenzen. XRP kann als Brücke zwischen zwei Währungen dienen, etwa von Euro zu mexikanischen Peso, ohne dass auf beiden Seiten vorab Guthaben bereitliegen muss. Der Absender zahlt in seiner Währung, der Empfänger erhält eine andere, und die eingebaute Börse rechnet unterwegs um.

Daneben dient der Ledger als Plattform für Stablecoins: Ripple selbst gibt seit Dezember 2024 den Dollar-Stablecoin RLUSD aus, unter anderem auf dem XRP Ledger.

Für Privatanleger ist XRP dagegen vor allem eine Wette auf die weitere Verbreitung dieses Modells. Halten kannst du XRP direkt über eine Börse oder indirekt über ein XRP-ETP im Wertpapierdepot.

Der Streit mit der US-Börsenaufsicht

Im Dezember 2020 verklagte die SEC Ripple und zwei Führungskräfte wegen des Verkaufs von XRP. Am 13. Juli 2023 entschied ein Bundesgericht in New York zweigeteilt: Direkte Verkäufe an institutionelle Käufer galten als Investmentverträge, programmatische Verkäufe über Börsen nicht. 2024 folgte eine Strafe von 125 Millionen US-Dollar, im August 2025 ließen beide Seiten ihre Berufungen fallen.

Damit ist das Verfahren abgeschlossen, das den Coin über Jahre begleitet hat. Wie das Datenmodell die weitere Entwicklung einordnet, liest du in der XRP Prognose.

Was ist XRP im Vergleich zu Bitcoin?

Bitcoin gibt neue Coins über Jahrzehnte an Miner aus, und kein Unternehmen hält einen Sonderbestand. Beim XRP Ledger existierten alle Coins von Anfang an; es gibt keine Miner, dafür eine Firma mit großem Vorrat. Zahlungen sind deutlich schneller und billiger, das Netz verlässt sich aber auf Listen vertrauter Validatoren statt auf offene Rechenleistung. Den direkten Vergleich findest du unter Bitcoin vs. XRP.

XRP auf einen Blick bewertet

Stärken

  • Zahlungen in Sekunden zu sehr niedrigen Gebühren
  • Eingebaute Börse, Escrow und Token ohne eigene Smart Contracts
  • Kein Mining, daher geringer Energiebedarf

Schwächen

  • Ein Unternehmen hält einen großen Teil aller Coins
  • Konsens stützt sich auf Listen vertrauter Validatoren
  • Starke Kursbewegungen bei Nachrichten zu Ripple

Welche Risiken hat XRP?

  • Abhängigkeit von Ripple: Nachrichten über das Unternehmen bewegen den Kurs stark, und über das Escrow verfügt Ripple weiter über große Bestände.
  • Kursschwankungen: XRP gehört zu den besonders volatilen großen Coins.
  • Nutzung offen: Ob Banken und Zahlungsdienste XRP in großem Stil als Brückenwährung einsetzen, ist nicht entschieden.
  • Regulierung: Auch nach dem Ende des US-Verfahrens können neue Regeln in einzelnen Ländern den Handel betreffen.

Muss ich XRP-Gewinne versteuern?

Wie andere Kryptowerte ist XRP in Deutschland ein privates Wirtschaftsgut. Einen Gewinn aus dem Verkauf innerhalb von zwölf Monaten versteuerst du mit deinem Einkommensteuersatz, sofern alle solchen Gewinne im Jahr 1.000 € oder mehr erreichen. Nach mehr als einem Jahr ist er steuerfrei.

Dass die Haltefrist für neue Käufe wegfallen soll, ist Stand Oktober 2026 nur ein Plan der Bundesregierung. Allgemeine Information, keine Beratung. Anbieter und Gebühren vergleicht die Seite XRP kaufen.

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