Kryptowährungen können stark steigen – und genauso stark fallen. Dazu kommen Betrüger, die gezielt Anleger ansprechen. Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Risiken, typische Warnsignale und was du tun kannst, wenn etwas schiefgegangen ist.
Das wichtigste Risiko: hohe Schwankungen
Kryptowährungen haben keinen garantierten Wert. Ihr Kurs kann innerhalb von Tagen um 20 oder 30 Prozent fallen, in einem schlechten Jahr um 80 Prozent oder mehr. Ein Totalverlust ist möglich – etwa wenn ein Projekt scheitert oder eine Plattform pleitegeht. Investiere deshalb nur Geld, das du langfristig nicht brauchst und dessen Verlust du verkraften kannst.
Was ein typischer Kurseinbruch für dich bedeuten würde
- Bitcoin 2013–2015 −85 % 150 € blieben übrig
- Bitcoin 2017–2018 −84 % 160 € blieben übrig
- Bitcoin 2021–2022 −77 % 230 € blieben übrig
- Viele Altcoins 2021–2022 −90 % 100 € blieben übrig
Rückgang vom Höchst- zum Tiefstkurs der jeweiligen Phase, gerundet (eigene Kursdatenbank). Vergangene Einbrüche sagen nichts über künftige aus – sie zeigen nur, wie stark Kurse schwanken können.
Keine Einlagensicherung für Coins
Euro-Guthaben bei einer Bank sind bis 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Für Kryptowährungen gibt es diesen Schutz nicht. Bei einer Börse mit MiCA-Lizenz müssen Kundenwerte zwar getrennt vom Firmenvermögen verwahrt werden, eine Garantie gegen Verluste ist das aber nicht. Wer seine Coins selbst in einer Wallet verwahrt, trägt dafür die volle Verantwortung für Zugangsdaten und Seed-Phrase.
Warnsignale für Betrug
Anlagebetrug mit Kryptowährungen läuft oft nach demselben Muster: Ein unbekannter Kontakt verspricht hohe Gewinne, zeigt erste „Erträge“ auf einer gefälschten Plattform und verlangt dann immer mehr Geld. Prüfe dich selbst:
Selbsttest: Ist dieses Angebot seriös?
Hake an, was auf das Angebot zutrifft. Der Test bleibt in deinem Browser – nichts wird gespeichert oder gesendet.
Keine typischen Warnsignale angehakt. Prüfe trotzdem die Lizenz im ESMA- und BaFin-Register, bevor du Geld überweist.
So prüfst du einen Anbieter
- Lizenz: Krypto-Dienstleister in der EU brauchen eine Zulassung nach der MiCA-Verordnung; die Übergangsfristen für bisher national registrierte Anbieter sind spätestens zum 1. Juli 2026 ausgelaufen. Ob ein Anbieter zugelassen ist, steht im Register der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA (esma.europa.eu) und für Deutschland in der Unternehmensdatenbank der BaFin (bafin.de).
- Warnungen: Die BaFin veröffentlicht Warnungen vor unerlaubten Angeboten und gefälschten Plattformen auf bafin.de.
- Impressum und Sitz: Seriöse Anbieter nennen Firma, Anschrift und Registernummer. Fehlt das, lass die Finger davon.
- Unser Trust Score fasst Lizenz, Sicherheitsvorfälle und Transparenz eines Anbieters zusammen – die Regeln stehen in der Testmethodik.
Sicher aufbewahren
- Schalte bei jeder Börse die Zwei-Faktor-Anmeldung mit einer App oder einem Sicherheitsschlüssel ein, nicht per SMS.
- Gib deine Seed-Phrase niemals weiter – kein seriöser Anbieter und kein Support fragt danach.
- Bewahre größere Beträge in einer eigenen Wallet auf, die Seed-Phrase offline und an einem sicheren Ort.
- Prüfe Empfängeradressen vor jeder Überweisung; einmal gesendete Coins lassen sich nicht zurückholen.
Steuern nicht vergessen
Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen können steuerpflichtig sein. Bewahre deine Kauf- und Verkaufsbelege auf. Wir rechnen in unseren Steuerrechnern nur allgemein; für deine persönliche Situation ist eine Steuerberatung zuständig.
Was tun, wenn du betrogen wurdest?
- Keine weiteren Zahlungen: Auch nicht für angebliche Gebühren, Steuern oder „Rückholdienste“ – das ist oft die zweite Masche.
- Beweise sichern: Chatverläufe, E-Mails, Überweisungsbelege, Wallet-Adressen und Transaktions-IDs.
- Bank informieren: Bei Überweisungen oder Kartenzahlungen sofort die Bank anrufen; manchmal lässt sich eine Zahlung noch stoppen.
- Anzeige erstatten: Bei der Polizei vor Ort oder über die Onlinewache deines Bundeslandes.
- Melden: Unerlaubte Angebote kannst du der BaFin melden; das Verbrauchertelefon der BaFin ist kostenlos unter 0800 2 100 500 erreichbar. Beratung bieten auch die Verbraucherzentralen.
Keine Anlageberatung
Unsere Inhalte sind allgemeine Informationen und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Entscheide immer selbst und hole dir bei Bedarf unabhängigen Rat.
