Die Salzburger Bitcoin-App 21bitcoin zahlt seit dem 1. Oktober 1,21 Prozent Zinsen im Jahr auf das Euro-Guthaben ihrer Kunden und schreibt sie auf Wunsch gebührenfrei in Bitcoin gut. Der Satz ist variabel, das Geld liegt auf einem Treuhandkonto bei einer bayerischen Genossenschaftsbank.
Verzinst wird das gesamte Euro-Guthaben ohne Mindestbetrag und ohne feste Laufzeit, auch Geld, das für eine offene Limit-Order oder die nächste Ausführung eines Sparplans bereitliegt. Die Zinsen werden täglich berechnet und einmal im Monat gutgeschrieben. Das Angebot gilt nach Unternehmensangaben für “berechtigte Neu- und Bestandskunden”; wer genau berechtigt ist, sagt die Mitteilung des Unternehmens nicht.
Gründer und Chef Daniel Winklhammer sagt dazu: “Bitcoin-Vermögensaufbau beginnt nicht erst mit dem Kauf, sondern mit dem Euro, der dafür bereitliegt.”
Zinsen stammen aus dem Tagesgeld der Partnerbank, nicht aus Krypto-Verleih
Das Euro-Guthaben liegt auf einem Treuhandkonto bei der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte, getrennt vom Vermögen von 21bitcoin. Die Genossenschaftsbank arbeitet seit 2023 mit der App zusammen. Nach Angaben von 21bitcoin stammen die Zinsen aus diesem Tagesgeld und werden ohne eigene Marge an die Kunden weitergegeben.
Damit unterscheidet sich das Angebot von Zinsprodukten, bei denen Börsen die Coins ihrer Kunden verleihen, staken oder in DeFi-Protokolle legen, wie es etwa Kraken mit DeFi-Zinsen in der eigenen Wallet tut.
Wer die Zinsen in Bitcoin nimmt, kauft jeden Monat nach
Die Umwandlung in Bitcoin ist gebührenfrei. Steuerlich bleiben die Zinsen in Deutschland Kapitalerträge, auf die nach Angaben von 21bitcoin Kapitalertragsteuer einbehalten wird. Wer sich für die Auszahlung in Bitcoin entscheidet, erwirbt damit jeden Monat einen kleinen Bestand mit eigenem Anschaffungsdatum, und das wird für die Haltefrist wichtig.
Nach dem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums soll die Steuerfreiheit nach einem Jahr für Käufe ab 2027 entfallen, das Kabinett soll den Entwurf am 14. Oktober beraten. Für Bitcoin, die noch 2026 gutgeschrieben werden, gilt nach dem Entwurf die bisherige Regel; beschlossen ist nichts.
21bitcoin wurde 2021 in Salzburg von Winklhammer und Dominik Seibold gegründet. Nach eigenen Angaben hat die App mehr als 100.000 Nutzer, und sie ist von der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA als Kryptodienstleister nach MiCA zugelassen. Mit dieser Zulassung darf die App Kunden in der gesamten EU bedienen.
Wie lange es bei 1,21 Prozent bleibt, hängt an der Partnerbank, denn 21bitcoin nennt den Satz ausdrücklich variabel.
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