Genossenschaftliches Krypto-Angebot mit zentraler Technik
Hinter dem Krypto-Handel der Volksbanken und Raiffeisenbanken steht die Plattform meinKrypto der DZ BANK. Sie hat Ende Dezember 2025 die MiCA-Zulassung der BaFin erhalten. Ausgeführt werden die Orders über die EUWAX AG, verwahrt werden die Coins bei der Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH – beide ebenfalls mit MiCA-Zulassung. Für dich als Kunde bleibt trotzdem deine eigene Volksbank oder Raiffeisenbank der Vertragspartner. Das ist ungewöhnlich: Jede der rund 646 Genossenschaftsbanken muss das Angebot selbst bei der BaFin anzeigen und einzeln freischalten. Im ESMA-Register standen am 08.10.2026 rund 48 Häuser mit einem entsprechenden Eintrag.
Volksbank Krypto kaufen: so startest du mit meinKrypto
Prüfe zuerst, ob deine Bank mitmacht. Teilnehmende Häuser haben auf ihrer Website eine Seite „Kryptowerte handeln“, außerdem steht ihre Anzeige im ESMA-Register. Du brauchst ein Verrechnungskonto bei deiner Volksbank oder Raiffeisenbank, musst volljährig sein und deinen Hauptwohnsitz in Deutschland haben. In der VR Banking App registrierst du dich kostenlos für meinKrypto. Dafür brauchst du das ePostfach, den VR-NetKey und eine Legitimation, die höchstens 24 Monate alt ist. Ein Depot ist nicht nötig. Danach kaufst du ab 10 € Bitcoin, Ethereum, Litecoin oder Cardano, und zwar nur in der App, nicht im Online-Banking. Verkaufen kannst du unter 10 € nur, wenn du die ganze Position auflöst.
Was du kaufen kannst – und was es kostet
Zur Auswahl stehen nur Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano. Das reicht für einen Einstieg mit den bekanntesten Werten, für Solana, XRP oder kleinere Projekte brauchst du aber einen anderen Anbieter. Die Mindestorder liegt bei 10 €, gehandelt wird rund um die Uhr, allerdings ausschließlich in der VR Banking App und nicht im Online-Banking. Ein einheitliches Preisverzeichnis gibt es nicht. In den zwei Preisverzeichnissen, die wir geprüft haben, verlangt die VR-Bank Rottal-Inn 0,78 % Provision je Kauf oder Verkauf, die Volksbank Raiffeisenbank Würzburg 1,5 %. Dazu kommt ein Spread, dessen Höhe nicht veröffentlicht wird. Schau deshalb vor dem ersten Kauf ins Preis- und Leistungsverzeichnis deiner eigenen Bank.
Raiffeisenbank Krypto: Was kostet ein Kauf über 1.000 €?
Weil jede Bank ihre Provision selbst festlegt, zahlst du für denselben Bitcoin-Kauf je nach Haus sehr unterschiedlich viel. Bei der Volksbank Raiffeisenbank Würzburg kostet ein Kauf über 1.000 € 15 € Provision, bei der VR-Bank Rottal-Inn 7,80 €. Der Verkauf kostet jeweils noch einmal genauso viel. Kaufen und später wieder verkaufen kostet dich damit 30 € beziehungsweise 15,60 €. Darin fehlt noch der Spread, den die Banken nicht beziffern, sowie mögliche fremde Kosten Dritter. Eine feste Ordergebühr oder Kosten für die Wallet gibt es laut den Preisverzeichnissen nicht. Zum Vergleich: In unserem Bankenvergleich kostet eine Krypto-Order bei Trade Republic 1 €.
Sicherheit stark, Freiheit begrenzt
Bei der Absicherung kann das Modell punkten: Dein Euro-Guthaben auf dem Girokonto ist über die Institutssicherung der genossenschaftlichen Gruppe geschützt, die Coins liegen bei einem regulierten Verwahrer in Sammel-Wallets und werden dir über ein internes Bestandsverzeichnis zugeordnet. Eine Übertragung auf eine eigene Wallet ist auf keiner der geprüften Seiten dokumentiert, ebenso wenig ein Krypto-Sparplan. Wer Coins selbst verwahren oder regelmäßig automatisch kaufen möchte, findet hier also nichts Belegtes. Auch zu Steuerunterlagen, Insolvenz und Erbfall machen die Banken öffentlich keine Angaben.
Vom Pilotprojekt zur Einführung: wie meinKrypto entstanden ist
Die Entwicklung lief in Zusammenarbeit mehrerer Häuser der genossenschaftlichen Gruppe: Die DZ BANK koordiniert das Projekt, Atruvia liefert Technik und Oberfläche in der VR Banking App, die Börse Stuttgart mit ihrer Tochter Boerse Stuttgart Digital Custody übernimmt die Verwahrung. Seit Ende 2024 testeten sechs Pilotbanken das Angebot, darunter die VR-Bank Würzburg, die VR Bank Metropolregion Nürnberg und die VR-Bank Rottal-Inn. Rechtlich schließt du zwei Verträge: einen Handelsvertrag mit deiner Bank und einen Verwahrvertrag mit Boerse Stuttgart Digital Custody, die Coins liegen in einer Sammel-Wallet. Grundlage ist die EU-Verordnung MiCAR, die seit dem 30. Dezember 2024 gilt; jeder neue Kryptowert muss vor der Aufnahme geprüft werden. Nach einer vollständigen Anzeige hat die BaFin höchstens 60 Arbeitstage Zeit für die Notifizierung einer Bank – deshalb startet der Kryptohandel nicht überall gleichzeitig.
Wichtig für Kundinnen und Kunden: meinKrypto ist ein reines Produkt für Selbstentscheider. Eine Beratung gibt es nicht, die Verantwortung für Kauf und Verkauf liegt bei dir, und die Bank weist ausdrücklich auf starke Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust hin.
Krypto-Assets bei der Hausbank: Wie groß ist die Nachfrage?
Dass die Banken das Thema ernst nehmen, zeigen zwei Umfragen. Bei einer Umfrage des Genoverbandes, dessen Verbandsgebiet alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg abdeckt, nahmen 196 von 277 Instituten teil: 71 % wollen ein Angebot für den Kryptowertehandel einführen, 2023 waren es noch 54 %. Ein Drittel der interessierten Institute plant die technische Lösung innerhalb von fünf Monaten, 21 % rechnen mit 6 bis 12 Monaten und 17 % mit bis zu zwei Jahren oder länger. Eine Umfrage von Union Investment unter mehr als 6.000 Beraterinnen und Beratern der Gruppe ergab im März 2025: 84 % halten es für möglich, dass sich Kryptowerte als eigene Anlageklasse etablieren, 68 % beobachten wachsendes Interesse ihrer Kunden, vor allem von jüngeren. Die DZ BANK selbst rechnet mit einer dreistelligen Zahl teilnehmender Banken.
Für Anleger heißt das: Die Auswahl teilnehmender Häuser wächst, doch Konditionen und Zeitplan bleiben Sache jeder einzelnen Bank. Ein kurzer Blick auf die Website deiner Bank oder in die App zeigt, ob der Zugang zu meinKrypto schon freigeschaltet ist.
Volksbank oder Sparkasse: Wo gibt es Bitcoin & Co. bei der Hausbank?
Die genossenschaftlichen Banken waren mit meinKrypto früher dran als die Sparkassen. Dort hatte der Vorstand des Sparkassenverbands DSGV Ende Juni 2025 angekündigt, dass die DekaBank ein Krypto-Angebot entwickeln soll; „Krypto powered by Deka“ startet nun in Wellen, laut Medienberichten ab Mitte Oktober 2026, und nicht jede Sparkasse macht mit. Bei den Genossenschaftsbanken steht die Plattform bereits zur Verfügung, die einzelnen Häuser schalten sie nach ihrer Anzeige bei der BaFin frei. DZ-BANK-Chef Cornelius Riese nannte den Krypto-Handel „eigentlich eine Selbstverständlichkeit“.
Unsere Einschätzung: Für den Einstieg ist meinKrypto eine solide Lösung, weil Technologien, Verwahrung und Regulierung von großen Partnern kommen. Die Ziele vieler Anleger erfüllt das Angebot aber nicht. Wer mehr als vier Coins, einen Sparplan oder eine eigene Wallet möchte, überweist besser per SEPA von seinem Girokonto zu einer spezialisierten Krypto-Börse – oft mit niedrigeren Gebühren als bei der Hausbank. Prüfe vorher die Informationen auf der Website deiner Bank, denn Provision und Freischaltung unterscheiden sich von Institut zu Institut.
Vor dem ersten Kauf: Erklärvideos, Demo-Modus und Ausschlüsse
Teilnehmende Banken wie die Volksbank Raiffeisenbank Würzburg stellen auf ihrer Seite „Kryptowerte handeln“ Erklärvideos zum Orderprozess und zum Demo-Modus bereit; im Demo-Modus handelst du mit einem fiktiven Verfügungsrahmen, ganz ohne echtes Geld. Konto, Depot und Krypto-Wallet siehst du danach gemeinsam in einer App. Liegt deine letzte Legitimation mehr als 24 Monate zurück, musst du sie vorab erneuern, etwa per Video. Ausgeschlossen sind Personen mit bestimmten Staatsangehörigkeiten, darunter USA, Russische Föderation und Belarus.
Die Bank nennt neben Kursschwankungen bis zum Totalverlust auch technologische Risiken wie Störungen oder Angriffe auf Blockchain-Infrastrukturen und eine eingeschränkte Handelbarkeit bei technischen Problemen. Bedenke außerdem: Ein Kauf über die Hausbank kann teurer sein als bei einer spezialisierten Krypto-Börse. Wer das vergleichen will, kann jederzeit Geld per SEPA-Überweisung vom Girokonto seiner Volksbank zu einer Börse senden und dort parallel kaufen.
Für wen sich meinKrypto lohnt
Praktisch ist das Angebot für Bestandskunden, die ohne weiteres Konto bei einer Krypto-Börse ein paar Euro in Bitcoin oder Ether anlegen wollen und Wert auf eine Bank als Ansprechpartner legen. Die Registrierung ist kostenlos, nötig sind Girokonto, VR Banking App, ePostfach, VR-NetKey und eine höchstens 24 Monate alte Legitimation. Vorab kannst du alles im Demo-Modus ausprobieren. Wer günstig handeln, viele Coins nutzen oder Wallets selbst verwalten will, ist bei einer spezialisierten Börse mit MiCA-Zulassung besser aufgehoben.
Wenige Klicks, aber nicht immer am günstigsten
Der Kauf in der VR Banking App ist mit wenigen Klicks erledigt, weil Konto und Krypto-Bestand in derselben Anwendung liegen. Das hat einen Preis: Gegenüber spezialisierten Krypto-Börsen fallen die Gebühren je Order oft höher aus, und die Auswahl ist auf wenige Kryptowerte begrenzt. Wer mehr Coins oder niedrigere Kosten sucht, kann sein Girokonto bei der Volksbank behalten und Geld per SEPA-Überweisung an eine externe Börse mit MiCA-Zulassung schicken. Die MiCA-Verordnung gilt dabei in allen EU-Mitgliedstaaten gleich, egal ob du über die Hausbank oder eine Plattform kaufst. Die Raiffeisenbank Deggendorf etwa weist ausdrücklich darauf hin, dass Kryptowerte hoch spekulativ und volatil sind; ein Totalverlust ist möglich.