Zwei Gesellschaften, ein Konto
Das Girokonto liegt bei der litauischen Banktochter, für Kunden aus Deutschland mit einer IBAN, die mit DE beginnt. Euro auf dem Konto fällt deshalb unter die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 €. Deine Coins verwahrt dagegen eine eigene Krypto-Tochter in Limassol, die seit Oktober 2025 von der zyprischen Aufsicht CySEC nach MiCA zugelassen ist und von dort aus Deutschland bedient. Kryptowerte sind ausdrücklich nicht einlagengesichert. Bestandskunden, die den neuen Bedingungen noch nicht zugestimmt haben, halten ihre Coins laut Revolut weiterhin bei der britischen Muttergesellschaft.
Das Abo bestimmt den Preis
Wie viel ein Kauf in der Haupt-App kostet, hängt vom gewählten Kontomodell ab: Standard und Plus liegen bei 1,49 %, Premium und Metal bei 0,99 %, Ultra bei 0,49 %. Für Beträge unter 200 € verlangt Revolut eine Mindestgebühr zwischen 0,99 € und 2,99 €, bei Kleinstbeträgen unter 2 € sogar die Hälfte der Summe; Sparplan-Ausführungen sind davon ausgenommen. Hinzu kommt ein einseitiger Aufschlag auf den Kurs, den Revolut nur als Spanne von 0 bis 3 % beschreibt. Wer im Standard-Konto monatlich mehr als 1.000 € umtauscht, zahlt außerdem eine Fair-Usage-Gebühr. Viel günstiger ist die Orderbuch-Börse Revolut X, die du mit demselben Login nutzt: Limit-Aufträge sind gebührenfrei, Aufträge zum Marktpreis kosten 0,09 % – egal, welches Abo du hast.
Kleine Einzelkäufe: Die Mindestgebühr zählt mehr als der Prozentsatz
Unter 200 € rechnet Revolut im Standard- und Plus-Abo nicht mit 1,49 %, sondern mit einer festen Mindestgebühr nach Betragsstufen. Ein Einzelkauf von 25 bis unter 100 € kostet 1,99 €, von 100 bis unter 150 € 2,49 € und von 150 bis unter 200 € 2,99 €. Bei 50 € sind das knapp 4 % – der Spread kommt noch dazu. Mit Premium oder Metal liegt die Mindestgebühr bei 0,99 bis 1,99 €, mit Ultra bei 0,99 €. Ein Sparplan ist von der Mindestgebühr ausgenommen: Dort zahlst du nur den Prozentsatz deines Abos, bei 50 € im Standard also rund 0,75 €. Wer regelmäßig kleine Summen in Krypto steckt, fährt mit dem Sparplan deshalb deutlich günstiger.
Revolut Bitcoin: Haupt-App oder Revolut X?
Für Bitcoin hast du bei Revolut zwei Wege mit demselben Login. In der Haupt-App kaufst du zum Festpreis: Bei 1.000 € im Standard-Abo fallen 14,90 € Gebühr an, dazu ein Kursaufschlag, den Revolut mit 0 bis 3 % angibt. Auf der Orderbuch-Börse Revolut X kostet derselbe Kauf als Market-Order 0,90 €, als Limit-Order nichts – unabhängig vom Abo. Dafür setzt du dort selbst einen Preis oder liest das Orderbuch. Für einmalige Kleinbeträge ist die Haupt-App bequemer, für größere Summen spricht fast alles für Revolut X. Wie die Börse im Detail abschneidet, liest du in unserem Revolut-Börsentest.
Coins, die du mitnehmen kannst
Anders als bei den meisten Banken im Vergleich darfst du hier Coins senden und empfangen. Möglich ist das für Bitcoin, Ether und mehr als drei Dutzend weitere Token. Eingänge sind kostenlos. Für Ausgänge berechnet Revolut eine Servicegebühr von 1 £ (etwa bei XRP, Solana und Cardano) oder 3 £ für die übrigen Token, umgerechnet in Euro und zuzüglich der Netzwerkgebühr. Tages- und Monatsgrenzen begrenzen die Auszahlungen. Ausgewählte Token kannst du staken; wie viel der Erträge Revolut einbehält, beschreiben Preisverzeichnis (0 bis 50 %) und Hilfeartikel unterschiedlich.
Fintech statt Krypto-Börse: wer hinter Revolut Krypto steht
Revolut wurde 2015 in London von Nikolay „Nik“ Storonsky und Vlad Yatsenko gegründet und ist heute eine der bekanntesten Neobanken der Welt. Für Kunden in Deutschland teilt sich das Angebot auf: Kontoführende Bank ist die litauische Revolut Bank UAB, die hierzulande eine Niederlassung hat; die Krypto-Dienstleistungen erbringt die Revolut Digital Assets Europe Ltd aus Limassol. Sie hat seit 20.10.2025 die MiCA-Erlaubnis CASP001/25 der CySEC aus Zypern, die per Passport auch in Deutschland gilt. Die britische FCA ist nur für Kunden im Vereinigten Königreich zuständig; ältere Kunden aus dem EWR können laut Revolut noch bei Revolut Ltd geführt sein, bis sie den neuen Bedingungen zustimmen. Bei der Einhaltung von Regeln lief nicht alles glatt: Die Bank of Lithuania sanktionierte Revolut im April 2025 mit 3,5 Mio. €, weil Kontrollen gegen Geldwäsche nicht ausreichten; 2022 legten Angreifer zudem Personendaten von rund 50.000 Kunden offen. Kundengelder gingen dabei nicht verloren.
Krypto-Funktionen für Standard-, Plus- und Metal-Nutzer
Für Nutzer entscheidet das Abo über die Kosten jeder Krypto-Transaktion. Im kostenlosen Standard-Tarif und für Plus-Nutzer (2,99 € im Monat) liegt die Gebühr bei 1,49 %, Metal-Nutzer (15,99 € im Monat) zahlen wie Premium-Kunden 0,99 %. Wer im Plus-Abo mehr als 3.000 € im Monat umtauscht, zahlt zusätzlich 0,5 % Fair-Usage-Gebühr, im Standard-Abo sind es 1 % ab 1.000 €. Zu den Funktionen gehören Sparpläne, Limit-Orders und Staking für 16 Token; bei der Belohnung aus dem Staking behält Revolut laut Preisverzeichnis je nach Token zwischen 0 und 50 % ein, die angezeigte Rendite ist bereits netto. Mit der Revolut-Karte kannst du Krypto direkt ausgeben – eine echte Kreditkarte ist sie nicht, sondern eine Debitkarte. Der Transfer auf eine eigene Wallet kostet je nach Token 1 £ oder 3 £ im Gegenwert in Euro plus Netzwerkgebühr.
Revolut Krypto oder eToro?
Beide Plattformen haben eine MiCA-Lizenz der CySEC und richten sich an Einsteiger, setzen aber andere Schwerpunkte. eToro berechnet pauschal 1 % pro Kauf und Verkauf plus Marktspread und bietet laut eigener Angabe mehr als 150 Kryptowerte. Revolut ist im Gratis-Tarif mit 1,49 % plus Spread von typischerweise 0 bis 3 % teurer, bringt aber eine zweite, günstige Handelsplattform mit: Revolut X verlangt 0 % als Maker und 0,09 % als Taker. Beim Versand auf eine eigene Wallet zieht eToro beim Übertrag in die eToro-Money-Wallet 2 % ab, Revolut nimmt eine feste Gebühr von 1 £ oder 3 £. Wer ohnehin ein Revolut-Konto nutzt, fährt mit Revolut X meist günstiger; wer Copy-Trading möchte, schaut eher zu eToro.
Entwicklungen: Krypto-Pause im Herbst 2025 und MiCA-Zulassung
Für Menschen in Deutschland war Krypto bei der Neobank zeitweise gar nicht kaufbar: Vom 29.09.2025 bis zur MiCA-Zulassung am 20.10.2025 setzte das Fintech neue Käufe hierzulande aus. Seitdem erbringt die zyprische Tochter die Dienstleistungen unter der Lizenz CASP001/25 der CySEC, die laut ESMA-Register unter anderem Verwahrung, Tausch und den Betrieb einer Handelsplattform umfasst. Die Idee dahinter: ein Regelwerk für die ganze EU statt nationaler Einzellösungen, und für dich als Kunde ein klarer Ansprechpartner, der sich an MiCA-Pflichten wie getrennte Verwahrung und Beschwerdeverfahren halten muss.
Kontrolle über deine Coins: treuhänderisch, 1:1, Multisig
Wer in der Haupt-App kauft, bekommt keine eigene Private-Key-Kontrolle. Die Coins hält die Krypto-Tochter treuhänderisch: Du bist wirtschaftlicher Eigentümer, sie liegen laut Anbieter 1:1 gedeckt, werden nie verliehen und überwiegend im Cold Storage mit Mehrfachsignatur (Multisig) verwahrt, teils bei Drittverwahrern. Funktionen für dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) oder eine Verbindung zu Web3-Apps gibt es in der Standard-App nicht. Willst du die volle Kontrolle, sendest du deine Bestände an eine eigene Wallet; Einzahlungen sind kostenlos, Auszahlungen kosten wie beschrieben 1 £ oder 3 £ plus Netzwerkgebühr. Denk daran, dass Kryptowährungen stark schwanken und ein Totalverlust möglich ist; Fiat-Währungen wie Euro auf dem Konto sind dagegen bis 100.000 € einlagengesichert.
Bewertungen in App Store, Google Play und Trustpilot
Im Apple App Store kommt die App auf 4,9 von 5 Sternen bei rund 245.000 Bewertungen, bei Google Play auf 4,8 bei mehr als 4,1 Millionen Bewertungen, auf Trustpilot steht die Marke bei 4,7 von 5 mit rund 469.000 Beiträgen (Stand 06.10.2026). Nutzer schätzen vor allem die einfache Nutzung und die Übersicht über Konto, Investitionen und Krypto in einer App. Die Noten gelten allerdings dem gesamten Konto, nicht speziell dem Krypto-Handel, und in den kritischen Antworten geht es meist um Kontosperrungen während Compliance-Prüfungen. Den Kundenservice erreichst du per In-App-Chat rund um die Uhr in über 100 Sprachen, ein Telefon oder eine Support-E-Mail nennt der Anbieter nicht.
Unsere Meinung: für wen sich Revolut Krypto lohnt
Für Revolut Nutzer, die ihr Alltagskonto ohnehin in der App führen, ist der Einstieg in BTC und andere Token so einfach wie bei kaum einer anderen Bank: Konto öffnen, Betrag eingeben, kaufen. Krypto-Einzahlungen von einer anderen Börse oder Wallet kosten keine Gebühr. Unsere Meinung nach dem Test: Wer nur gelegentlich kleine Beträge im Gratis-Abo kauft, zahlt zu viel. Wer dagegen Revolut X nutzt, größere Summen bündelt und Coins bei Bedarf auf eine eigene Wallet überträgt, bekommt ein starkes Gesamtpaket. Gerade für Einsteiger ist die Übersicht über Fiat- und Krypto-Guthaben in einer App ein echter Vorteil, solange sie die Kosten im Blick behalten.
Wo es hakt
Eine Steuerübersicht nach deutschem Recht erstellt der Anbieter nicht, Kunden bekommen stattdessen Rabatt beim Steuertool Koinly. Auf Trustpilot häufen sich Berichte über gesperrte Konten und festgehaltenes Guthaben während Compliance-Prüfungen, andere Bewertungen loben Tempo und Auslandszahlungen. Unterm Strich: Kleine Käufe im Gratis-Abo über die Haupt-App sind teuer. Wer über Revolut X handelt und seine Coins selbst verwahrt, bekommt eines der stärksten Krypto-Angebote einer Bank.