BW Bank Krypto: die Bank als Tür, Bitpanda als Händler
Die BW-Bank, eine Tochter der Landesbank Baden-Württemberg, handelt Kryptowerte nicht selbst. Sie bindet Bitpanda in ihren Online-Broker BW Nextbroker ein. Kauf, Verkauf und Verwahrung übernimmt die Bitpanda Asset Management GmbH in Berlin, die seit Januar 2025 eine MiCA-Zulassung der BaFin hat. Bitpanda ist damit auch dein Vertragspartner für alles, was mit Krypto zu tun hat; die BW-Bank berät ausdrücklich nicht zu Kryptoanlagen. Nach einer Pilotphase im Sommer steht das Angebot seit September 2026 allen Privatkunden mit Depot offen.
So kommst du an deine ersten Coins
Voraussetzung ist ein BW-Bank-Depot mit freigeschaltetem BW Nextbroker. Dort öffnest du den Bereich „Bitpanda“, registrierst dich zusätzlich bei Bitpanda und kannst danach kaufen. Zur Wahl stehen zehn Kryptowährungen: Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana, Litecoin, Chainlink, Cardano, Tron, Polkadot und Hedera. Eine Order ist ab 1 € möglich, nach oben begrenzt auf 50.000 € je Trade und 500.000 € am Tag. Zum Start gibt es nur Market-Orders, also Käufe zum aktuellen Kurs, keine Limits und keinen Sparplan.
Die Kostenfrage bleibt offen: welche Informationen fehlen
Hier liegt die größte Schwäche: Die BW-Bank nennt selbst keine Gebühr. Sie verweist auf Gebührenseite und Kosteninformation von Bitpanda, im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank (Fassung 1. Juni 2026) steht kein Krypto-Entgelt. Ein Spread wird ebenfalls nicht beziffert. Teuer kann außerdem das Drumherum werden: Ein kostenloses Girokonto bietet die BW-Bank nicht, Giro direkt kostet 4,90 € im Monat. Für das Depot verlangt sie im Modell WP-komplett 0,1785 % pro Posten, mindestens 23,80 € im Jahr; ob Krypto-Positionen bei Bitpanda darunter fallen, ist offen.
BW-Bank oder Bitpanda direkt: die Fixkosten im Blick
Weil hinter dem Angebot ohnehin Bitpanda steht, lohnt der Vergleich mit dem direkten Weg. Bei der BW-Bank kommen zu den Ordergebühren feste Bankkosten: Giro direkt kostet 4,90 € im Monat, also 58,80 € im Jahr, das Depot im Modell WP-komplett mindestens 23,80 € im Jahr. Für die erste Krypto-Order fallen damit unter Umständen schon über 80 € an Bankkosten an, bevor überhaupt ein Coin gekauft ist. Bist du bereits Depotkunde, spielt das keine Rolle. Ohne bestehende Kundenbeziehung bekommst du bei Bitpanda direkt mehr Coins und einen Sparplan – Details in unserem Bitpanda-Test.
Zugang zu BW Bank Krypto: Online-Banking, Computer oder App
Als Kunde der BW-Bank investierst du direkt aus deiner gewohnten Online-Banking-Umgebung in Kryptowährungen. Der Weg führt über die Finanzübersicht: Ein Klick auf dein Wertpapierdepot leitet dich in den BW Nextbroker weiter, dort startest du den Bereich Bitpanda. Am Computer empfiehlt die Bank für den Nextbroker den Edge-Browser; für den mobilen Handel mit Wertpapieren verweist sie auf die App BW AssetGo. Ob der Krypto-Bereich auch in dieser App zur Verfügung steht, nennt die BW-Bank nicht – plane den ersten Kauf deshalb am besten am Computer. Wer die Oberfläche vorher kennenlernen will, hat die Möglichkeit, den Nextbroker im Testzugang des Online-Bankings auszuprobieren.
Beim ersten Login fragt der Nextbroker in einem kurzen Onboarding unter anderem Wohnsitz und Standarddepot ab. Für Krypto kommt die Registrierung bei Bitpanda dazu. Weil damit ein eigener Vertrag mit Bitpanda entsteht, lohnt sich ein Blick in deren Bedingungen und Datenschutzerklärung, bevor du deine Daten dort eingibst. Für Inhalt und Ausführung der Krypto-Dienste übernimmt die BW-Bank ausdrücklich keine Verantwortung.
Was der Nextbroker neben Krypto bietet: Fonds, ETFs und Sparpläne
Die Auswahl im BW Nextbroker geht über digitale Assets hinaus: Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und Zertifikate lassen sich dort ebenfalls handeln, auch Neuemissionen kannst du zeichnen. Einen Sparplan richtest du für Fonds, ETFs oder Zertifikate mit Raten von 1 bis 5.000 € ein – für Kryptowährungen gibt es diese Möglichkeit bisher nicht. Für die Abrechnung von Wertpapiergeschäften nennt die Bank bei den meisten Orders zwei bis drei Tage. Wer also ohnehin regelmäßig Geld in Fonds anlegt, hat Krypto und Wertpapiere auf einer Seite; wer vor allem Bitcoin sparen will, findet bei einer Börse das passendere Angebot.
LBBW und Bitpanda: vom Unternehmenskunden zum Privatkunden
Die Zusammenarbeit begann nicht bei den Privatkunden. Seit April 2024 bietet die LBBW, die Muttergesellschaft der BW-Bank, Unternehmenskunden Verwahrung und Beschaffung von Kryptowährungen an. Technische Grundlage ist die Investment-as-a-Service-Infrastruktur von Bitpanda Technology Solutions, einer Sparte, die Banken und andere Institute bei eigenen Krypto-Angeboten unterstützt; laut Bitpanda wächst das Interesse deutscher Unternehmen an digitalen Vermögenswerten stetig. Mit dem Angebot im BW Nextbroker kommen die Dienste nun auch bei Privatkunden an. Dass Banken Krypto über regulierte Partner anbieten, hat auch mit den steigenden regulatorischen Anforderungen zu tun: Seit MiCA brauchen Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen in der EU eine eigene Zulassung, die bei der BW-Bank der Partner Bitpanda mitbringt.
Betrug und Werbung mit Krypto-Versprechen: so schützt du dein Geld
Mit dem Thema Krypto steigt auch das Risiko für Betrug. Klicke nicht auf Werbung oder Anzeigen, die mit schnellen Gewinnen locken, und starte Käufe nur im Online-Banking selbst, nie über Links aus E-Mails oder Nachrichten. Hast du Daten auf einer gefälschten Webseite eingegeben oder ruft dich eine angebliche Person der BW-Bank an, erreichst du die Sicherheitshotline unter 0711 124-45003 (Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr); den Sperr-Notruf 116 116 gibt es rund um die Uhr. Bei Verdacht auf Missbrauch rät die Bank, den Online-Banking-Zugang zu sperren, die Umsätze in der Mobilbanking-App zu prüfen und einen möglicherweise infizierten Computer oder andere Endgeräte nicht mehr für Bankgeschäfte zu nutzen. Wichtig auch: Kursverluste bei Kryptowährungen ersetzt dir niemand – weder die Bank noch eine Einlagensicherung.
Deine Daten bei BW-Bank und Bitpanda: Website, App und Cookies
Wer Krypto über die Bank kauft, gibt Daten an zwei Stellen: an die BW-Bank für Konto, Depot und Online-Banking und an Bitpanda für die Registrierung und die Krypto-Dienste. Verantwortlich für die Verarbeitung auf der Webseite und in der App der Bank ist die Baden-Württembergische Bank selbst, der Datenschutzbeauftragte sitzt bei der LBBW in Stuttgart. Laut Datenschutzinformation der Bank werden beim Besuch der Website unter anderem Browser- und Betriebssystem-Angaben, Nutzung von Funktionen und Suchbegriffe erfasst, die IP-Adresse aus Sicherheitsgründen 30 Tage lang. Ein Cookie zur Geräteerkennung bleibt 180 Tage gültig.
Bei Cookies und ähnlichen Technologien für Zwecke wie Statistik, Webanalyse, Marketing und personalisierte Werbung entscheidest du selbst. In den Einwilligungseinstellungen der Website setzt du ein Häkchen und klickst auf „Speichern“, wenn du einwilligen willst. Ohne Auswahl und mit „Speichern“ kannst du alles ablehnen – dann setzt die Bank für diese Zwecke keine Cookies. Widerrufen lässt sich die Zustimmung jederzeit über dieselben Einwilligungseinstellungen. Online-Kennungen wie IP-Adresse und Geräte-ID nutzt die Bank laut Datenschutzinformation unter anderem aus Sicherheitsgründen. Für Werbeanzeigen und die Messung ihres Erfolgs kommen Google Analytics und Google Ads nur nach deiner Einwilligung zum Einsatz, in der App erst nach Zustimmung im App-Banner. Technisch nötig für die Bereitstellung der App sind dort etwa die IP-Adresse deines Endgeräts, App-Version und Betriebssystem. Für die Verwendung deiner Daten bei den eigentlichen Krypto-Diensten gelten zusätzlich die Datenschutzbestimmungen von Bitpanda, weil du dort ein eigenes Kundenkonto anlegst.
Datenschutz in der Praxis: drei Einstellungen, die du kennen solltest
- Website: In den Einwilligungseinstellungen kannst du Zwecke wie Statistik und Online-Werbung ablehnen; notwendige Cookies für Betrieb und Sicherheit bleiben aktiv. Mit Technologien zur Messung und Werbung arbeitet die Bank dort mit Partnern wie Google zusammen – aber nur, wenn du einwilligst.
- App: Die Zustimmung für Analyse und Werbung fragt die App über ein eigenes Banner ab. Auf iOS-Endgeräten ohne passende Werbeeinstellungen findet laut Bank nur die statistische Analyse des Nutzerverhaltens statt.
- Bitpanda: Für dein Krypto-Konto gelten die Informationen und Bestimmungen von Bitpanda. Prüfe dort, welche Kennungen und Inhalte zur Verwendung und Nutzung deiner Daten anfallen, bevor du Assets kaufst.
Die notwendigen Cookies für Betrieb und Sicherheit setzt die Bank ohne Nutzerprofile ein, damit die Website zur Verfügung steht. Über alle weiteren Zwecke wie Werbung und Analyse entscheidest du selbst.
Für deutsche Depotkunden: Interesse, Angebot und Grenzen im Überblick
Fasst man die Informationen der Bank zusammen, ergibt sich ein klares Bild. Die BW-Bank öffnet deutschen Kunden mit Depot den Weg zu digitalen Assets, ohne dass sie das gewohnte Online-Banking verlassen müssen. Dafür verzichtet sie auf eigene Dienste rund um Krypto: keine Beratung, keine eigene Gebührenangabe, keine Haftung für die Ausführung durch Bitpanda. Wer schon Fonds und Aktien im BW Nextbroker hält und aus Interesse einen kleinen Teil in Bitcoin oder Ethereum stecken will, bekommt damit einen bequemen Einstieg. Für alle, die mehr Assets, einen Krypto-Sparplan oder eine Auszahlung auf die eigene Wallet suchen, bleibt eine spezialisierte Börse die vollständigere Lösung.
App BW-Bank und pushTAN: Login, Freigabe und Gerätewechsel
Auch wenn der Krypto-Kauf über den Nextbroker läuft, brauchst du für den Login ins Online-Banking die passenden Zugangsdaten: Anmeldename oder Legitimations-ID und Passwort beziehungsweise PIN. Aufträge gibst du per pushTAN oder chipTAN frei. Die BW pushTAN-App gibt es für iPhone und Android, die App BW-Bank zeigt dir alle Konten auf einen Blick und lässt sich ebenfalls mit pushTAN einrichten. Über das kostenlose Multibanking holst du sogar Konten und Depots anderer Banken und Sparkassen in die App. Bei Kunden kommt die App BW-Bank gut an: Im App Store hat sie 4,6 von 5 Sternen bei 35.192 Bewertungen, bei Google Play 4,2 Sterne bei 7.627 Bewertungen (Stand 06.10.2026).
Wechselst du das Smartphone, musst du die BW-Bank-Apps auf dem neuen Gerät neu einrichten; dafür stellt die Bank eigene Anleitungen bereit, auch für vergessene Passwörter und den Wechsel von chipTAN zu pushTAN. Unser Tipp: Erledige das, bevor du das alte Gerät zurücksetzt, damit du jederzeit Zugang zu Depot und Krypto-Positionen hast. Hilfe gibt es am Service-Telefon unter 0711 124-44005 oder per Text-Chat.
Welche Rolle die LBBW für dein Krypto-Angebot spielt
Rechtlich ist die BW-Bank keine eigene Gesellschaft, sondern eine unselbstständige Anstalt der LBBW. Das hat praktische Folgen: Aufsicht, Einlagensicherung und Datenschutz laufen über die LBBW, deren Datenschutzbeauftragter auch für die BW-Bank zuständig ist. Auch die Partnerschaft mit Bitpanda hat die LBBW zuerst für Unternehmenskunden aufgebaut, bevor die Dienste im BW Nextbroker für Privatkunden der BW-Bank bereitstanden. Wer Wert auf eine große deutsche Landesbank im Hintergrund legt, findet darin ein Argument – für die Coins selbst bleibt dennoch Bitpanda als Verwahrer maßgeblich.
Wo du welche Informationen zu BW Bank Krypto findest
Weil sich die Inhalte auf mehrere Stellen verteilen, hier ein kurzer Wegweiser für Kunden:
- Ablauf, Limits und Coin-Auswahl: auf der Webseite der BW-Bank zur Krypto-Kooperation mit Bitpanda.
- Transaktionsgebühr und Kosteninformation: ausschließlich bei Bitpanda, die BW-Bank nennt dazu keine Zahlen.
- Konto- und Depotpreise: im Preis- und Leistungsverzeichnis der BW-Bank.
- Zugang, pushTAN und Gerätewechsel: in den Anleitungen und der Hilfe der Bank.
- Umgang mit deinen Daten: in der Datenschutzinformation, die du über den Link „Datenschutz“ auf der Startseite der Baden-Württembergischen Bank erreichst, und in den Bestimmungen von Bitpanda.
Über den Start der Kooperation berichteten auch Fachmedien wie Fonds professionell und BTC-Echo. Für verbindliche Informationen zu deinem eigenen Zugang und deinen Assets zählen aber immer die Unterlagen von Bank und Bitpanda.
Checkliste vor dem ersten Krypto-Kauf über die BW-Bank
Bevor du Geld in Kryptowährungen steckst, lohnt sich ein kurzer Check – er dauert zehn Minuten und erspart dir Ärger:
- Zugang prüfen: Funktioniert dein Login ins Online-Banking, und ist die BW pushTAN-App auf deinem aktuellen Smartphone eingerichtet?
- Endgeräte aktuell halten: Betriebssystem, Browser und App auf dem neuesten Stand, kein fremder Computer für Bankgeschäfte.
- Informationen lesen: Kosteninformation von Bitpanda, Basisinformationen zu den Risiken und die Hinweise der Bank zur fehlenden Beratung.
- Daten bewusst freigeben: Bei der Registrierung bei Bitpanda willigst du in deren Verarbeitung ein; prüfe, welche Angaben du wofür machst.
- Werbung ignorieren: Krypto-Angebote, die per Anzeige, Anruf oder Nachricht kommen, haben mit dem Angebot im BW Nextbroker nichts zu tun.
- Betrag festlegen: Investiere nur Geld, auf das du verzichten kannst, und beginne mit einem kleinen Betrag ab 1 €, um den Ablauf mit Kauf und Verkauf einmal durchzuspielen.
Gerade für Kunden, die bisher nur Fonds oder Aktien kennen, ist der letzte Punkt wichtig: Assets wie Bitcoin können innerhalb weniger Tage stark im Wert schwanken, und anders als beim Euro-Guthaben springt keine Einlagensicherung ein.
Sicherheit und Einordnung
Die Coins liegen nicht bei der BW-Bank, sondern bei Bitpanda, die Kundenvermögen rechtlich vom Firmenvermögen trennt. Die Einlagensicherung der Sparkassen-Finanzgruppe schützt dein Euro-Guthaben bis 100.000 €, gilt aber ausdrücklich nicht für Kryptowerte. Ob du Coins auf eine eigene Wallet übertragen kannst, ist in den Unterlagen der BW-Bank nicht dokumentiert. Für bestehende Kunden ist der Weg bequem, weil alles unter dem bekannten Login bleibt. Wer kein Depot bei der BW-Bank hat, bekommt dasselbe Krypto-Angebot direkt bei Bitpanda – ohne Kontoführungsgebühr der Bank.