Der Security Council von Arbitrum hat am Freitag per Notfall-Upgrade verhindert, dass neue Stylus-Programme in Betrieb gehen. Anlass sind Angriffe auf das Netz, die nach Angaben des Gremiums die Verarbeitung stören, aber keine Guthaben gefährden. Wann die Sperre endet, ist offen.
Ausgeführt wurde das Upgrade nach dem Bericht des Gremiums am 2. Oktober um 11:30 Uhr Ostküstenzeit, auf Arbitrum One und auf Arbitrum Nova. Die Arbitrum Foundation hatte den Council zuvor auf das Risiko hingewiesen. Bereits laufende Programme sind nicht betroffen.
Stylus öffnet Arbitrum für andere Programmiersprachen
Arbitrum ist eines der großen Layer-2-Netze von Ethereum: Es verarbeitet Transaktionen außerhalb der Hauptkette und schreibt die Ergebnisse gesammelt dorthin zurück. Smart Contracts laufen dort normalerweise in der Ethereum-Umgebung und sind meist in Solidity geschrieben.
Stylus ist eine zweite Umgebung daneben. Entwickler können Programme in Sprachen wie Rust oder C schreiben, die zu WebAssembly übersetzt werden, einem Format, das sonst Webbrowser ausführen. Bevor ein solches Programm läuft, muss es im Netz einmal aktiviert werden.
Genau dieser Schritt ist jetzt gesperrt. Technisch hat der Council die Gasmenge, die eine Aktivierung kostet, auf den höchstmöglichen Wert gesetzt. Damit ist sie praktisch unbezahlbar.
Der Grund liegt in Programmen, die nicht mit den üblichen Stylus-Werkzeugen erzeugt, sondern von Hand gebaut werden. “AI-assisted tooling has led to an increasing number of sophisticated attacks on hand-crafted WASM programs”, schreibt das Gremium, also immer ausgefeiltere Angriffe mit Hilfe von KI-Werkzeugen. Solche Programme können das Netz für alle anderen Nutzer verlangsamen. Neuere Versionen der Arbitrum-Software hätten mehrere gemeldete Fehler bereits behoben, die Sperre sei eine Vorsichtsmaßnahme.
Gestohlen wurde nach Angaben des Councils nichts.
Der Council baut zugleich eine Notbremse für Auszahlungen ein
Das Upgrade enthält einen zweiten Teil, der Nutzer direkter berühren kann. Arbitrum One sichert seine Ergebnisse über ein Streitverfahren namens BoLD ab, in dem falsche Angaben über die Hauptkette angefochten werden können. Neu ist ein Wächter-Vertrag: Kann irgendjemand zeigen, dass dieses Verfahren zwei widersprüchliche Antworten auf denselben Prüfschritt akzeptiert, darf er die Abrechnung auf Ethereum anhalten.
Das Netz liefe dann weiter. Noch nicht bestätigte Auszahlungen ins Ethereum-Hauptnetz müssten aber warten, bis der Council einen Fehler behoben hat. Für diesen Wächter gab es nach dem Bericht eine externe Prüfung.
Wer ARB hält oder Guthaben auf Arbitrum verwahrt, muss nichts unternehmen. Verträge in Solidity laufen unverändert, und alle aktiven Stylus-Programme wurden mit einem früheren Upgrade so verlängert, dass keines vor dem 20. August 2027 ausläuft. Der Token ARB kostete am Samstag um 10:04 Uhr MESZ 0,196 US-Dollar, 4,4 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor und 11,3 Prozent weniger als vor einer Woche. Quelle: CoinGecko
Dass ein Zweitnetz an einer Stelle bremst, ist harmloser als das, was Nutzer von Blast gerade erleben, dessen Betreiber das ganze Netz abschalten.
Über den Zeitpunkt, ab dem neue Stylus-Programme wieder aktiviert werden dürfen, will die Foundation mit der ArbitrumDAO beraten, also mit den Haltern des ARB-Tokens.
ARB lässt sich unter anderem bei eToro handeln, ohne dass man dafür selbst Guthaben ins Arbitrum-Netz bringen muss. Weitere Handelsplätze für Layer-2-Token listet der Krypto-Börsen Vergleich.


























