Binance hat Optionen auf US-Aktien und ETFs gestartet, die bei Ausübung tatsächlich Aktien liefern statt einen Geldbetrag. Gekauft werden kann nur, verkauft nicht: Stillhalterpositionen gibt es nicht. Der Verlust ist damit auf die gezahlte Prämie begrenzt.
Die Verwahrung übernimmt nicht Binance. Ausgeführt und abgerechnet wird über Nest Trading Limited als vermittelnden Broker und Alpaca Securities als abwickelnde Stelle in den USA, die die Aktien auch verwahrt. In der Mitteilung steht der Satz ausdrücklich: “Binance does not handle or custody your Securities.”
Gehandelt wird zu den Zeiten des US-Optionsmarkts, also von 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit; einzelne ETF- und ETN-Optionen laufen eine Viertelstunde länger. Außerhalb dieser Zeiten nimmt das System keine neuen Aufträge an, bestehende bleiben im Buch und lassen sich streichen.
Der Punkt, an dem Geld verloren geht, ohne dass der Kurs fällt
An klassischen Optionsbörsen werden Kontrakte, die am Verfallstag im Geld liegen, in der Regel automatisch ausgeübt. Hier nicht. Binance schreibt: “Even if your Stock Option is in-the-money at expiration, it will not be automatically exercised unless you have submitted an exercise instruction.”
Wer die Anweisung vergisst, verliert die Position nicht automatisch wertlos, aber er gibt sie aus der Hand: Sie wird dann “auf Best-Efforts-Basis” vor Handelsschluss verkauft. Was dabei herauskommt, hängt vom Buch der letzten Minuten ab.
Für den Anleger heißt das: Der Termin im Kalender ist Teil des Produkts. Wer eine Option hält und an diesem Tag nicht am Gerät ist, hat sein Ergebnis nicht mehr in der Hand.
Was sonst noch anders ist als beim Broker
Vor dem ersten Geschäft steht ein Eignungsfragebogen, dazu die Unterzeichnung eines Risikohinweises. Aufträge sind in der ersten Phase nur als Limit möglich, Marktorders gibt es nicht. Bezahlt wird aus dem Funding-Konto, dem Spot-Konto oder aus Flexible Earn, in USDC, USDT, USD1, U oder BNB.
Eine Zeile im Kleingedruckten verdient Aufmerksamkeit: “Binance may receive payment for order flow remuneration for directing your orders.” Der Handelsplatz verdient also möglicherweise daran, wohin er die Order leitet. In der EU ist diese Vergütung seit dem 30. Juni 2026 ausnahmslos verboten, seit die letzte Übergangsfrist für deutsche Broker ausgelaufen ist. In den USA ist sie zulässig und verbreitet.
Ob und wann weitere Auftragsarten oder Stillhaltergeschäfte dazukommen, teilt Binance nicht mit.
Wer keine Derivate handeln will, sondern Kryptowährungen einfach kaufen und liegen lassen, braucht vor allem niedrige Gebühren und eine verständliche Oberfläche. Beides steht im Krypto-Börsen Vergleich.


























