Die US-Spot-ETFs auf Bitcoin haben seit Jahresbeginn nach Daten von Farside Investors wieder 887 Millionen US-Dollar mehr eingesammelt als verloren. Mitte Juli lag ihre Bilanz noch 5,69 Milliarden im Minus; ins Plus drehte sie am Dienstag, andere Datendienste zählen etwas weniger.
Den Ausschlag gaben sechs Handelstage in Folge mit Zuflüssen. Vom 17. bis zum 24. September flossen den zwölf Fonds zusammen 2,84 Milliarden US-Dollar zu, am meisten am Montag mit 999 Millionen. Am Donnerstag waren es noch 191 Millionen, das kleinste Plus der Serie. Mit den 715 Millionen vom Dienstag, dem 22. September, stand das Jahr erstmals seit dem 26. Mai wieder über null.
Die Zahlen hängen am Datendienst. Farside, dessen Tageswerte wir nachgerechnet haben, kommt auf 887 Millionen US-Dollar. CoinDesk nennt auf Basis von SoSoValue knapp 800 Millionen, Cointelegraph rund 787 Millionen, an der Richtung ändert das nichts.
Anleger zogen im Frühsommer mehr als acht Milliarden Dollar ab
Wie tief das Loch war, zeigt der Verlauf über das Jahr. Nach Abflüssen im Januar sammelten die Fonds im März und April zusammen 3,3 Milliarden US-Dollar ein. Am 6. Mai stand die Jahresbilanz mit 3,2 Milliarden im Plus, so hoch wie an keinem anderen Tag des Jahres.
Dann kippte es. Im Mai und Juni verloren die ETFs zusammen 6,9 Milliarden US-Dollar, allein im Juni 4,5 Milliarden. Den tiefsten Stand erreichte die Bilanz am 13. Juli mit einem Minus von 5,69 Milliarden; vom Höchststand im Mai aus gerechnet waren bis dahin 8,9 Milliarden abgeflossen. Bitcoin kostete an diesem Tag nach CoinGecko-Tageskursen rund 63.700 US-Dollar.
Seitdem sind 6,58 Milliarden US-Dollar zurückgekommen, der größte Teil im August und September.
| Monat 2026 | Nettozufluss in Mio. US-Dollar |
| Januar | -1.604,8 |
| Februar | -206,6 |
| März | +1.315,6 |
| April | +2.021,7 |
| Mai | -2.406,0 |
| Juni | -4.509,7 |
| Juli | +172,8 |
| August | +3.539,1 |
| September (bis 24.) | +2.564,7 |
Quelle: Farside Investors, eigene Summen der Tageswerte aller US-Spot-Bitcoin-ETFs.
Vor drei Tagen hatten wir noch berichtet, dass das Jahr trotz fast einer Milliarde an einem Tag im Minus blieb. Schon der nächste Handelstag hat das geändert.
BlackRock sammelt fast die Hälfte der jüngsten Zuflüsse ein
Getragen wird die Serie von wenigen Fonds: Auf den iShares Bitcoin Trust von BlackRock (IBIT) entfielen in den sechs Tagen 1,35 Milliarden US-Dollar, 48 Prozent der Summe. Der Fidelity-Fonds FBTC kam auf 946 Millionen, der ARK-Fonds ARKB auf 297 Millionen. Grayscale mit dem älteren GBTC, der seit dem Start im Januar 2024 per Saldo 27,8 Milliarden verloren hat, spielte kaum eine Rolle.
Für den Kurs lässt sich daraus kein Automatismus ableiten. Bitcoin kostete am Freitagmittag 84.737 US-Dollar (74.340 Euro), 1,7 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor und rund ein Drittel mehr als am Tiefpunkt der ETF-Bilanz im Juli (Quelle: CoinGecko, Stand 25.09.2026, 12:38 Uhr MESZ). Über das ganze Jahr betrachtet liegt der Kurs trotz der Zuflüsse unter den rund 87.600 US-Dollar vom 1. Januar. Wie sich der Markt heute Morgen sortierte, steht in unserer Marktanalyse vom Freitag.
Die Größenordnung relativiert sich im Vergleich mit den Vorjahren: 2024 flossen den Fonds nach Farside 35,2 Milliarden US-Dollar zu, 2025 waren es 21,3 Milliarden. Für 2026 steht nach neun Monaten weniger als eine Milliarde in der Bilanz.
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