Bitcoin-Miner Riot vermietet Anthropic 910 Megawatt in Texas
Riot Platforms vermietet seinen Standort Corsicana in Texas für 15 Jahre an den KI-Entwickler Anthropic, der Vertrag über 910 Megawatt ist seit 4. November wirksam. Für den Umbau hat der Bitcoin-Miner seit Januar 20.264 BTC verkauft.
Riot Platforms, einer der größten Bitcoin-Miner der USA, vermietet seinen Standort Corsicana in Texas an den KI-Entwickler Anthropic. Der Vertrag über 910 Megawatt ist seit Mittwoch wirksam, die erste Leistung soll im Juni 2027 Miete bringen. Für den Umbau hat Riot in neun Monaten fast seinen gesamten Bitcoin-Bestand verkauft.
Das steht im Quartalsbericht, den Riot am Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Unterschrieben wurde am 28. Oktober, gültig ist der Vertrag nach Zustimmung des Verwaltungsrats und einer technischen Abnahme: “The Corsicana Lease became effective and binding on November 4, 2026”, heißt es dort, also am 4. November.
Riot stellt Grundstück, Stromanschluss und Infrastruktur, Anthropic baut und betreibt die Rechner. Geliefert wird in drei Stufen mit zusammen 40 Blöcken: 400 Megawatt ab dem 28. Juni 2027, weitere 200 Megawatt ab Dezember 2027 und die letzten 310 Megawatt ab dem 30. Juli 2028. Die Grundmiete liegt bei 130 Dollar je Kilowatt und Monat und steigt jährlich um drei Prozent, die Laufzeit beträgt 15 Jahre ab der letzten Stufe.
Bei voller Leistung ergibt das nach eigener Rechnung im ersten Jahr rund 1,42 Milliarden Dollar Grundmiete. Über die gesamte Laufzeit rechnet Riot nach Angaben von CoinDesk mit durchschnittlich etwa 1,8 Milliarden Dollar im Jahr und einem Vertragswert von 28 Milliarden Dollar.
Teuer wird es vorher für Riot. Das Unternehmen erstattet Anthropic Kosten für die Rechenzentrumsmodule von bis zu 4 Millionen Dollar je Megawatt, bei 910 Megawatt also bis zu 3,64 Milliarden Dollar. Findet Riot dafür keine Finanzierung zu tragbaren Bedingungen, wird der Betrag stattdessen über Mietgutschriften verrechnet, und zwar mit 12 Prozent Zinsen im Jahr.
Es ist der zweite große Vertrag mit Anthropic. Schon im August hatte Riot am Standort Rockdale 191 Megawatt an das Unternehmen vermietet, das im Bericht als “Frontier AI Lab” geführt wird; zusammen sind es damit 1.101 Megawatt.
Bezahlt hat Riot den Umbau bisher mit seinen Bitcoin. Von 18.005 BTC zum Jahresbeginn sind bis Ende September 2.418 übrig. In den ersten neun Monaten verkaufte Riot 20.264 BTC für 1,48 Milliarden Dollar, im Schnitt also für rund 73.230 Dollar je Coin, und verbuchte darauf realisierte Verluste von 289 Millionen Dollar. Selbst geschürft hat das Unternehmen im selben Zeitraum 4.697 BTC.
Riot ist damit kein Bitcoin-Halter mehr, sondern ein Verkäufer. Der Konzern will laut CoinDesk auch künftig praktisch alle neu geschürften Coins abgeben. Er folgt damit dem Weg anderer Miner, die Rechenleistung dauerhaft von Bitcoin zur KI verlagern, weil Strom und Netzanschluss im Rechenzentrumsgeschäft verlässlicher Geld bringen als die Blockbelohnung.
Für Anleger, die über die Aktie am Bitcoin-Mining teilhaben wollten, ändert sich das Profil deutlich. Im dritten Quartal kam Riot auf 181 Millionen Dollar Umsatz und 4 Millionen Dollar Gewinn, nach neun Monaten steht ein Verlust von 734 Millionen Dollar.
Die ersten 16 Blöcke in Corsicana sollen bis zum 11. September 2027 laufen.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




