Die Börse beziffert ihren Sicherungstopf für den August auf durchschnittlich 382 Millionen Dollar. Er besteht im Kern aus 5.500 Bitcoin, sein Wert schwankt deshalb mit dem Kurs. Wenige Wochen später musste der Fonds zeigen, wozu er da ist.
Bitget veröffentlicht monatlich, wie viel im sogenannten Protection Fund liegt. Für August nennt die Börse einen Höchststand von 441,5 Millionen Dollar am 27. des Monats und einen Tiefststand von 345,3 Millionen Dollar am 1. August.
Der Unterschied von fast 100 Millionen Dollar hat nichts mit Einzahlungen zu tun. Er entsteht, weil der Fonds in Bitcoin gehalten wird und der Kurs im August nach Angaben der Börse von 62.773 auf 78.553 Dollar stieg.
Ein Fonds in Bitcoin sichert gegen alles außer einem Kursrutsch
Die Konstruktion hat eine Eigenart, die man kennen sollte. Ein Sicherungstopf soll dann einspringen, wenn etwas schiefgeht: ein Angriff, ein technischer Ausfall, ein Fehler im Handelssystem. Genau solche Ereignisse treffen den Kryptomarkt oft zusammen mit fallenden Kursen.
Fällt Bitcoin, schrumpft der Topf also in dem Moment, in dem er gebraucht wird. Bitget verpflichtet sich selbst auf mindestens 300 Millionen Dollar; im August lag der Wert durchgehend darüber.
Der Ernstfall kam vier Wochen später
Am 24. September flossen nach Darstellung der Börse 351,6 Millionen Dollar unbefugt aus den Hot Wallets ab. Bitget kündigte an, den Schaden vollständig zu decken, und verwies dabei auf diesen Fonds. Die Einzelheiten stehen in unserem Bericht Bitget stoppt Auszahlungen.
Rechnet man die Augustzahlen gegen den Schaden, wird die Größenordnung deutlich: Der Verlust entspricht fast dem gesamten Durchschnittswert des Fonds in jenem Monat.
Ob die Deckung am Ende reicht, hängt davon ab, wie viel zurückgeholt wird und wo der Bitcoin-Kurs steht, wenn gezahlt wird. Beides ist offen.
Wer mehr über den Anbieter wissen will, findet die Einzelheiten in unserem Bitget-Test: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung im Überblick.


























