Wer Mining-Rechner verkauft und sich in Bitcoin bezahlen lässt, braucht trotzdem ein Euro-Konto für Miete, Löhne und Steuern. Genau dafür hat Bringin am Dienstag eine geschlossene Beta gestartet: ein Geschäftskonto mit eigener virtueller IBAN und Bitcoin-Wallet, vorerst nur auf Einladung und nach eigenen Angaben mit 15 Firmen.
Viele solcher Unternehmen stoßen nach Darstellung von Bringin auf eingeschränkte Bankkonten und blockierte Überweisungen, sobald Kryptowerte im Spiel sind. Jeder Umtausch in Euro koste Zeit, Belege lägen in getrennten Programmen, und die Travel Rule, die bei Kryptoüberweisungen Angaben zu Absender und Empfänger verlangt, mache aus einer einfachen Zahlung Papierkram.
Bringin legt Konto und Wallet in eine Oberfläche
Das Angebot, Bringin for Business, verbindet beides. Jede Firma bekommt eine virtuelle IBAN auf ihren eigenen Namen, über die sie per SEPA zahlt und Geld empfängt. Daneben kann sie Bitcoin, Zahlungen über das Lightning-Netzwerk und Stablecoins annehmen, halten und weitergeben, auch für Lieferanten und Gehälter. Laut der Produktseite von Bringin kostet die Einrichtung einmalig 100 Euro einschließlich der Prüfung des Unternehmens, beim Tausch zwischen Bitcoin und Euro fällt 1 Prozent an, bei größeren Volumen weniger.
Gründer und Firmenchef Prashanth Chandrashekar beschreibt das Problem so: “Companies that use Bitcoin still struggle to get a euro account and move seamlessly between them.” Firmen, die Bitcoin nutzen, täten sich weiterhin schwer, ein Euro-Konto zu bekommen und zwischen beiden Welten zu wechseln.
Die Bitcoin bleiben dabei nach Darstellung des Unternehmens unter Kontrolle der Firma. Die privaten Schlüssel entstehen in einer hardwareseitig abgeschotteten Sicherheitsenklave, auf den eigentlichen Schlüssel habe Bringin keinen Zugriff, und eine Zahlung lässt sich erst signieren, wenn sich ein dafür bestimmter Inhaber der Firma angemeldet hat.
Wo diese Enklave betrieben wird, steht in der Mitteilung nicht.
Lightspark liefert den regulierten Unterbau
Bringin baut nach eigenen Angaben auf die Infrastruktur von Lightspark Payments Europe, einem Anbieter mit Zulassung nach der europäischen Kryptoverordnung MiCA. Erreichbar ist das Konto für Firmen in 30 europäischen Ländern; welche das sind, nennt das Unternehmen nicht. Unter den 15 Testkunden sind Anbieter von Lightning-Zahlungen, Händler für Mining-Hardware und Bitcoin-Konferenzen.
Für Unternehmer in Deutschland gilt dabei eine Regel, die viele Privatanleger anders kennen: Bitcoin im Betriebsvermögen sind steuerlich keine privaten Veräußerungsgeschäfte, die einjährige Haltefrist greift dort nicht. Wie Bitcoin-Zahlungen über Lightning in den Handel finden, zeigte zuletzt Block mit dem Bezahlstandard für KI-Agenten.
Eine monatliche Grundgebühr gibt es laut Produktseite noch nicht, sie könnte aber später kommen.
Privatleute brauchen für den Einstieg kein Geschäftskonto: Bitcoin lässt sich unter anderem bei eToro handeln.


























