Coinbase hat die Gebührenstaffel seiner Handelsplattform Advanced umgebaut. Für Kunden in der EU und Großbritannien beginnt sie jetzt bei 0,25 Prozent für passive und 0,50 Prozent für aktive Orders. Die Schwelle zur ersten Rabattstufe sinkt von 25.000 auf 10.000 Dollar Handelsvolumen.
Betroffen ist Coinbase Advanced, die Oberfläche für erfahrene Händler mit Orderbuch und Limit-Orders. Sie ist von der einfachen Kaufoberfläche zu unterscheiden, in der Coinbase seit jeher deutlich mehr verlangt.
Die Staffel unterscheidet nach Region, und der EU-Tarif liegt in der Mitte:
| Region | Maker | Taker |
|---|---|---|
| USA | 0,50 % | 0,90 % |
| EU und Großbritannien | 0,25 % | 0,50 % |
| Brasilien, Indien, weitere Märkte | 0,09 % | 0,10 % |
Maker heißt: Die Order steht im Buch und wartet. Taker heißt: Sie greift sofort auf eine vorhandene Order zu, die jemand anderes hineingelegt hat. Wer mit Limit-Orders arbeitet und warten kann, zahlt bei Coinbase also die Hälfte dessen, was ein sofortiger Zugriff kostet.
Zwei Wege in die günstigeren Stufen
Neu ist, dass Coinbase Spot- und Derivatehandel für die Einstufung zusammenrechnet, soweit beides im jeweiligen Land angeboten wird. Wer also beides nutzt, rutscht schneller nach oben.
Daneben lässt sich der VIP-Status nach Angaben des Unternehmens auch über ein USDC-Guthaben auf der Plattform erreichen, statt über Handelsvolumen. Maßgeblich ist jeweils das Kriterium, das für den Kunden günstiger ausfällt.
Für die oberste Stufe nennt Coinbase 0 Basispunkte Maker- und 2 Basispunkte Taker-Gebühr, also 0 und 0,02 Prozent. Das betrifft Kunden mit sehr hohem Volumen und ist für Privatanleger ohne Belang.
Im Vergleich bleibt die EU-Stufe teuer
Ein Blick auf den europäischen Wettbewerb ordnet die Zahlen ein: 0,25 und 0,50 Prozent sind für eine Einstiegsstufe kein günstiger Wert. Mehrere in Deutschland verfügbare Anbieter verlangen bei kleinen Beträgen weniger, und die Spanne zwischen Maker und Taker ist bei Coinbase auffällig groß.
Der eigentliche Gewinn steckt deshalb weniger im Prozentsatz als in der abgesenkten Schwelle. Wer im Monat etwas mehr als 10.000 Dollar bewegt, kommt jetzt überhaupt erst in eine Rabattstufe hinein. Vorher brauchte es das Zweieinhalbfache.
Warum Coinbase den Schritt geht, sagt das Unternehmen selbst. “Fees matter to our customers, and we’re acting on that feedback”, heißt es in der Mitteilung: Die Gebühren seien den Kunden wichtig, man handle nach deren Rückmeldung. Dahinter steht ein Preiskampf, den die großen Handelsplätze seit Monaten austragen. Er kommt bei den Kunden an.
Ob und wann die Staffel erneut angepasst wird, teilt Coinbase nicht mit.
Was die einzelnen Handelsplätze bei kleinen und großen Beträgen wirklich kosten, steht im Krypto-Börsen Vergleich: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung nebeneinander.


























