Grayscale hat bei der US-Börsenaufsicht SEC den Prospektentwurf für einen Zcash-Fonds eingereicht, der laufende Erträge statt reiner Kursgewinne liefern soll. Der “ZCSH High Income ETF” würde kein ZEC halten, sondern Optionen auf Grayscales bestehenden Zcash-ETF handeln und alle zwei Wochen ausschütten. Gebühr, Kürzel und Börse stehen im Entwurf noch nicht fest.
Eingereicht wurde das Dokument am 25. September über den Grayscale Funds Trust, Berater ist die Grayscale Advisors LLC. Der Fonds bezieht sich auf den Zcash-ETF mit dem Kürzel ZCSH, der an der NYSE Arca notiert und ZEC direkt verwahrt. Wirksam werden kann der Antrag nach der Einreichungsform frühestens 75 Tage später, also am 9. Dezember.
Einen Satz stellt der Entwurf ausdrücklich klar: “The Fund does not invest in digital assets directly” (der Fonds investiert nicht direkt in digitale Vermögenswerte).
Grayscale verkauft das Kurspotenzial gegen eine Prämie
Das Verfahren heißt synthetischer Covered Call. Der Fonds kauft Kaufoptionen und verkauft Verkaufsoptionen auf ZCSH und baut damit die Kursentwicklung des Zcash-ETFs nach, ohne dessen Anteile zu besitzen. Mindestens 80 Prozent des Nettovermögens sollen in solchen Optionen stecken. Das Geld dahinter liegt in kurz laufenden US-Staatsanleihen und Geldmarktfonds, die als Sicherheit dienen.
Den Ertrag bringt ein zweiter Schritt: Der Fonds verkauft zusätzlich Kaufoptionen mit meist höchstens einem Monat Laufzeit und nimmt dafür eine Prämie ein, aus der die Ausschüttungen gezahlt werden sollen.
Der Preis dafür steht im Prospekt: “The sale of these call options to generate income will limit the Fund’s ability to participate in increases in the value of the referenced Zcash ETP beyond a certain point” (Der Verkauf dieser Kaufoptionen begrenzt die Möglichkeit des Fonds, an Kurssteigerungen des Zcash-ETPs über einen bestimmten Punkt hinaus teilzunehmen). Nach unten gibt es keinen solchen Deckel.
Auch die Ausschüttung selbst ist keine feste Rendite. Übersteigt sie die Erträge des Fonds, gilt sie nach dem Entwurf steuerlich als Rückzahlung von Kapital, der Anleger bekommt dann einen Teil seines eigenen Einsatzes zurück.
Zcash steht auf Platz neun, die Strategie passt eher zu ruhigen Märkten
Der Zeitpunkt fällt in eine starke Phase des Coins. ZEC kostete am Sonntag um 9:59 Uhr MESZ 1.664,68 US-Dollar (1.461,51 Euro), 8,6 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor und 14,9 Prozent mehr als vor einer Woche. Nach Marktkapitalisierung steht Zcash damit auf Platz neun.
Quelle: CoinGecko
Gerade in so einer Phase kostet eine Covered-Call-Strategie am meisten, weil sie Kursspitzen abschneidet; eher lohnt sie sich, wenn der Kurs seitwärts läuft. Bei anderen Coins sollen ETFs laufende Erträge über Staking liefern, etwa der NEAR-ETF von Bitwise, der seine Coins vollständig staken will. Zcash wird per Mining gesichert und bietet bislang kein Staking, deshalb wählt Grayscale den Weg über Optionen.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz wäre der Fonds für Privatanleger praktisch nicht zugänglich, wie die anderen US-ETFs auch. Hier handelbar ist seit dieser Woche ein Produkt ohne Optionsstrategie: 21shares hat das erste Zcash-ETP nach Europa gebracht, das ZEC direkt abbildet.
Für das Netz selbst steht der nächste Termin schon fest. Am 6. Oktober soll das Upgrade NU7 im Testnetz starten, im Hauptnetz ist der 5. November das Ziel. Danach lassen sich Guthaben im alten Sprout-Pool nicht mehr bewegen.
Krypto-ETPs lassen sich unter anderem bei Scalable Capital handeln. Weitere Handelsplätze stehen im Krypto-Börsen Vergleich.


























