Kunden in 48 US-Bundesstaaten können bei Kraken seit dem 24. September mehr Kryptowährung kaufen, als ihr Dollarguthaben hergibt. Die Differenz leiht die Börse, besichert durch die vorhandenen Bestände. Die Kaufkraft reicht bis zum Dreifachen der beleihbaren Vermögenswerte.
Das Verfahren ist so aufgebaut, dass zuerst das eigene Geld verwendet wird. Erst wenn der Kaufbetrag das Guthaben übersteigt, greift der Kredit für den überschießenden Teil. New York und Maine sind ausgenommen.
Kraken weist drei Kostenarten aus, die vor der Bestätigung sichtbar sind: Handelsgebühr, Kreditgebühr und tägliche Zinsen.
Der Satz, den die Börse selbst voranstellt
In der Mitteilung steht ein Hinweis, der in Werbetexten selten so deutlich ausfällt: “Spot margin trading involves substantial risk. Losses may exceed your initial investment.” Margin-Handel im Kassamarkt sei mit erheblichem Risiko verbunden, Verluste könnten den ursprünglichen Einsatz übersteigen. Ein weiterer Satz nennt die Folge im Ernstfall: Nachschuss könne “on short notice or no notice” verlangt werden, also kurzfristig oder ohne Vorankündigung.
Das ist keine Floskel, sondern die Beschreibung des Mechanismus. Wer mit geliehenem Geld kauft, verstärkt Gewinn und Verlust gleichermaßen. Fällt der Kurs, sinkt zugleich der Wert der Sicherheit, und die Börse fordert Nachschuss oder verkauft die Position.
Beim Kauf von Kryptowährungen auf Kredit trifft das doppelt zu, weil Sicherheit und gekaufter Wert dieselbe Anlageklasse sind und sich meist in dieselbe Richtung bewegen. Genau deshalb sind solche Angebote für Privatanleger in Europa strenger geregelt.
Was hier gilt
Für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich nichts; das Angebot ist auf die genannten US-Staaten beschränkt und läuft nach Krakens Angaben über von der US-Terminmarktaufsicht CFTC regulierte Strukturen.
Interessant ist der Schritt trotzdem, weil er zeigt, wohin sich die Erlösquellen der Börsen verschieben. Am Handel verdienen sie an Gebühren, die im Wettbewerb sinken. An Krediten verdienen sie an Zinsen, die unabhängig vom Handelsvolumen fließen.
Ob und wann das Angebot in weiteren Ländern kommt, lässt Kraken offen.
Wer ohne geliehenes Geld kauft, zahlt am Ende vor allem Handelsgebühren. Wie weit die zwischen den Anbietern auseinandergehen, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























