Wer bei X auf ein Kürzel wie $BTC tippt, bekommt seit dem 16. September einen Knopf mit der Aufschrift “Trade” angezeigt, der zu einem Handelsplatz führt. Kraken ist einer der von X ausgewählten Startpartner. Vorerst gilt das nur in den USA.
X nennt diese Kürzel Cashtags. Sie funktionieren wie Hashtags, beziehen sich aber auf Aktien, ETFs und Kryptowährungen. Bisher führte ein Tipp darauf zu einer Übersicht mit Kursverlauf und Beiträgen.
Neu ist der letzte Schritt: Aus der Übersicht heraus geht es direkt in die App oder auf die Webseite des Handelsplatzes, wo der Kauf abgeschlossen wird. Wer schon ein Konto hat, meldet sich an; wer keines hat, legt eines an.
Der Weg vom Beitrag zum Kauf wird kürzer
Was Kraken davon hat, beschreibt Kamo Asatryan, bei der Muttergesellschaft Payward für Daten und das Privatkundengeschäft zuständig, so: “People are already interested in crypto. The problem is how many steps it takes to go from hearing about an asset to owning it.” Sinngemäß: Das Interesse sei da, es scheitere an der Zahl der Schritte zwischen Hören und Besitzen.
Genau diese Schritte fallen weg. Kein Wechsel zwischen Apps, kein Kopieren von Kürzeln, und der Nutzer bleibt in dem Gespräch, das er gerade liest.
Für die Börse ist das ein Zugang zu einem Publikum, das sie sonst mit Werbung einkaufen müsste. X wiederum hat die Partner nach eigener Darstellung selbst ausgewählt.
Was daran heikel ist
Ein Kaufknopf unter einem Beitrag über eine Kryptowährung verkürzt nicht nur den Weg, sondern auch die Bedenkzeit. Gerade bei kleinen, stark schwankenden Coins ist die Strecke zwischen Begeisterung und Order oft der einzige Schutz vor einer Entscheidung, die man am nächsten Tag bereut.
Dazu kommt die Frage, welche Beiträge jemanden überhaupt erreichen. Wer auf ein Kürzel tippt, sieht nicht eine geprüfte Einschätzung, sondern das, was der Zeitstrahl gerade hergibt: Werbung für Coins, Jubel und Häme.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich zunächst nichts. Die Funktion startet in den Vereinigten Staaten, und weder X noch Kraken haben mitgeteilt, ob und wann sie nach Europa kommt. Käme sie, müsste sie sich an den Regeln für Anlagewerbung messen lassen, die in der EU strenger sind als in den USA.
Wie viele Nutzer den Knopf verwenden, teilt keine der beiden Seiten mit.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und was sie kosten, steht im Krypto-Börsen Vergleich: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung nebeneinander.


























