Bitcoin ist in der Nacht bis auf 81.018 US-Dollar gefallen und kostet am Dienstagmittag wieder 83.272 Dollar. Der Rutsch fiel mit einem Kurssturz bei südkoreanischen Chipaktien zusammen und kostete vor allem Käufer auf Kredit Geld: Von 811,8 Millionen Dollar an Zwangsschließungen trafen 84,5 Prozent Long-Positionen.
In Euro sind es nach CoinGecko 74.440 Euro je Bitcoin, um 12:38 Uhr MESZ praktisch unverändert zum Vortag; vom nächtlichen Tief hat sich der Kurs um 2,8 Prozent erholt, auf Wochensicht bleibt ein Minus von 2,9 Prozent.
Ether hält nicht mit. Die zweitgrößte Kryptowährung verliert 2,3 Prozent auf 2.495,42 Dollar (2.230,75 Euro) und liegt binnen sieben Tagen 7,5 Prozent tiefer. Der gesamte Kryptomarkt ist 2,79 Billionen Dollar wert, Bitcoin stellt davon 59,8 Prozent.
Long-Positionen verlieren 685,7 Millionen Dollar
CoinGlass zählt für die vergangenen 24 Stunden Liquidationen über 811,8 Millionen Dollar bei 169.792 Händlern, gut das Vierfache des Vortags. 685,7 Millionen Dollar davon trafen Long-Positionen, also Wetten auf steigende Kurse, nur 126,1 Millionen die Gegenseite. Die größte einzelne Zwangsschließung war eine Bitcoin-Long-Position über 9,65 Millionen Dollar auf Binance, ausgelöst bei 81.772 Dollar.
Am Montagmorgen hatte das Bild noch umgekehrt ausgesehen, als vor allem Leerverkäufer liquidiert wurden, wie unsere Marktanalyse vom Montag zeigt.
Unter den liquidierten Werten führt CoinGlass auch tokenisierte Aktien der Speicherchip-Hersteller SanDisk und SK Hynix, bei SanDisk allein 17,9 Millionen Dollar. Der Grund lag in Seoul. Der Leitindex KOSPI fiel nach Angaben von CoinDesk zeitweise um mehr als 6 Prozent unter 6.000 Punkte, Samsung Electronics und SK Hynix gaben jeweils rund 8 Prozent nach. Die Futures auf den Nasdaq lagen 0,6 Prozent im Minus.
Händler sichern ab, statt zu verkaufen
Paul Howard, Senior Director beim Market Maker Wincent, erwartet laut CoinDesk, dass institutionelle Anleger ihre Bestände eher absichern als abbauen, “maintaining their core positions while using derivatives to protect against downside”, also mit Derivaten gegen weitere Verluste. Die Fondsdaten passen dazu nur teilweise. Nach den Zahlen von Farside flossen am Montag 65,4 Millionen Dollar aus den US-Spot-ETFs auf Bitcoin ab, und zwar ausschließlich aus dem Blackrock-Fonds IBIT; alle anderen Fonds meldeten keine Bewegung.
Der Fear-and-Greed-Index fällt von 69 auf 57 Punkte und bleibt damit knapp im Bereich “Gier”.
NEAR gibt den Vortagesgewinn fast vollständig ab
Breiter erwischt hat es die Altcoins. Unter den 50 größten Kryptowährungen verliert Pump.fun mit 11,9 Prozent am stärksten, dicht gefolgt von NEAR mit 11,4 Prozent auf 5,13 Dollar, nachdem der Token am Montag noch um 13,4 Prozent gestiegen war. Cardano fällt um 7,4 Prozent auf 0,2336 Dollar, Solana um 4,6 Prozent. Alle weiteren Kurse stehen in unserer Kursübersicht.
| Coin | Kurs in US-Dollar | 24 Stunden | 7 Tage |
|---|---|---|---|
| Bitcoin | 83.318 | -0,14 % | -2,89 % |
| Ethereum | 2.497,40 | -2,31 % | -7,54 % |
| XRP | 1,36 | -3,05 % | -9,55 % |
| Solana | 106,47 | -4,64 % | -11,35 % |
| Cardano | 0,2336 | -7,38 % | -14,48 % |
| NEAR | 5,13 | -11,39 % | -4,15 % |
Quelle: CoinGecko, Stand 13.10.2026, 12:38 Uhr MESZ
Inflationsdaten und Kabinett stehen in derselben Woche an
Als nächsten Taktgeber nennen Händler die US-Verbraucherpreise für September, die in dieser Woche erscheinen. Am Mittwoch soll sich außerdem das Bundeskabinett mit dem Aus der einjährigen Haltefrist für Kryptogewinne befassen.
Ob die Chipwerte in Seoul bis dahin Boden finden, entscheidet sich erst am Mittwochmorgen beim nächsten Handelsstart in Asien.
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