Algorand

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Algorand auf einen Blick

Einordnung
Smart-Contract-Plattform Pure Proof of Stake

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Netzwerk & Ökosystem

Wie stark wird Algorand tatsächlich genutzt? Der TVL zeigt, wie viel Kapital in Anwendungen wie Börsen, Kreditplattformen und Staking steckt; Handelsvolumen und Gebühren zeigen die laufende Nutzung.

Total Value Locked (TVL)
30,17 Mio. €
+7,7 % in 30 Tagen
DEX-Handelsvolumen (24 h)
270.124 €
17,32 Mio. € in 30 Tagen
Gebühren der Nutzer (24 h)
5.595 €
203.991 € in 30 Tagen

Quelle: DefiLlama, Stand 19.10.2026. TVL-Verlauf über 12 Monate.

Algorand im Detail

Eckdaten

Gründer: Silvio Micali
Entwickler: Algorand Foundation, Algorand Technologies
Veröffentlichung: 2019
Sektor: Smart-Contract-Plattform
Kernmerkmal: Sofortige Finalität per Pure Proof of Stake
Open Source: Ja

Technologie

Blockchain: Algorand
Staking: Ja
Konsens-Algorithmus: Pure Proof of Stake
Energieverbrauch: Niedrig
TPS: 5.000+ (Community-Stresstest Mai 2024, laut Projekt)

Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist Algorand? Eine eigenständige Blockchain für Zahlungen, Token und Smart Contracts mit dem Coin ALGO.
  • Das Konsensverfahren heißt Pure Proof of Stake und lost die beteiligten Konten per Kryptografie aus.
  • Ein Block ist endgültig, sobald er in der Kette steht; Abspaltungen sind nicht vorgesehen.
  • Gegründet hat das Projekt der MIT-Professor und Turing-Preisträger Silvio Micali.
  • Seit Januar 2025 erhalten Konten mit mindestens 30.000 ALGO Belohnungen für das Erstellen von Blöcken.

Was ist Algorand? Hinter dem Namen steckt eine Blockchain, die aus der Forschung zur Kryptografie entstanden ist und schnelle, endgültige Zahlungen verspricht. Anders als viele Netze kommt sie ohne Mining und ohne gesperrte Einsätze aus. Wie das funktioniert und welche Rolle der Coin ALGO spielt, erklärt dieser Überblick.

Was ist Algorand und wer steckt dahinter?

Gründer ist Silvio Micali, seit 1983 Professor für Elektrotechnik und Informatik am MIT. Für seine Arbeiten zur Kryptografie erhielt er 2012 den Turing Award, die bekannteste Auszeichnung der Informatik. Laut seinem MIT-Profil gründete er das Unternehmen Algorand Inc., das die Blockchain entwickelte.

Das Hauptnetz ging im Juni 2019 in Betrieb, gestartet von der Algorand Foundation. Heute führen unsere Eckdaten die Foundation und Algorand Technologies als Entwickler. Der Code der Knotensoftware liegt offen auf GitHub.

Pure Proof of Stake: Losverfahren statt Rechenwettlauf

Bei Bitcoin konkurrieren Miner mit Rechenleistung um den nächsten Block. Algorand wählt stattdessen in jeder Runde per Los aus, welche Konten mitwirken. Das Los zieht jeder Knoten selbst mit einer verifizierbaren Zufallsfunktion, kurz VRF. Die Chance steigt mit der Menge an ALGO, weil jeder einzelne Coin gewissermaßen ein eigenes Los ist.

Drei Schritte je Block

  1. Vorschlagen: Ausgeloste Konten verbreiten einen Blockvorschlag samt Nachweis ihres Loses.
  2. Vorabstimmung: Ein Gremium prüft die Vorschläge und einigt sich auf genau einen.
  3. Bestätigen: Ein neu ausgelostes Gremium zertifiziert diesen Block, erst dann landet er in der Kette.

Weil jedes Gremium frisch bestimmt wird, wissen Angreifer nicht im Voraus, wen sie bestechen oder lahmlegen müssten. Teilnehmen kann jedes Konto mit ALGO, das einen Knoten online hält.

Endgültig ab dem ersten Block

Laut Entwicklerdokumentation ist eine Transaktion final, sobald sie in einem Block steht, Abspaltungen der Kette gibt es nicht. Bei Netzen mit Mining wartet man dagegen mehrere Bestätigungen ab, um sicher zu sein. Für Händler und Zahlungsanwendungen ist dieser Unterschied praktisch spürbar.

Algorand in Zahlen

  • 10 Mrd.maximale ALGO-Menge
  • 2–3 Sek.Blockzeit auch bei hoher Last
  • 0,001 ALGOMindestgebühr je Transaktion
  • 30.000 ALGOMindesteinsatz für Staking-Belohnungenseit 2025

Quelle: Algorand-Entwicklerdokumentation, Algorand Foundation, CoinGecko

Leistung und Gebühren

Die Dokumentation nennt gleichmäßige Blockzeiten von etwa zwei bis drei Sekunden, auch wenn viel los ist. In einem Belastungstest der Community im Mai 2024 verarbeitete das Netz über mehr als 100 Blöcke hinweg dauerhaft über 5.000 Transaktionen pro Sekunde. Jede Transaktion kostet mindestens 0,001 ALGO, also einen Bruchteil eines Cents.

Token, Smart Contracts und Mindestguthaben

Eigene Token entstehen auf Algorand nicht über Programme, sondern direkt im Protokoll als Algorand Standard Assets, kurz ASA. Möglich sind etwa Stablecoins, Treuepunkte oder Spielwährungen. Bevor ein Konto ein ASA empfangen kann, muss es dem Asset ausdrücklich zustimmen, das sogenannte Opt-in.

Daneben unterstützt Algorand Smart Contracts mit eigenem Speicher sowie schlanke Logik-Signaturen. Jedes Konto muss dauerhaft mindestens 0,1 ALGO halten, und mit jedem zusätzlich gehaltenen Asset steigt dieser Sockel. So verhindert das Netz, dass massenhaft leere Konten die Datenbank aufblähen.

State Proofs und Schutz vor Quantenrechnern

Mit State Proofs fasst Algorand die Zustandsänderungen von jeweils 256 Runden in kompakten kryptografischen Nachweisen zusammen. Andere Systeme können so prüfen, was auf Algorand passiert ist, ohne der Kette blind zu vertrauen. Dafür nutzt das Netz Falcon-Signaturen, ein gitterbasiertes Verfahren aus der Auswahl der US-Normungsbehörde NIST für quantensichere Kryptografie.

Staking-Belohnungen seit 2025

Lange gab es für das Mitwirken am Konsens keine Belohnung im Protokoll. Das änderte sich mit Algorand 4.0: Seit Januar 2025 bekommen Konten, die Blöcke vorschlagen, ALGO gutgeschrieben. Die Hälfte der Transaktionsgebühren fließt in diese Belohnung, dazu ein Bonus der Foundation. Er startete bei 10 ALGO je Block, sinkt alle eine Million Blöcke um 1 % und ist auf etwa 24 Monate angelegt.

Berechtigt sind Konten mit mindestens 30.000 und höchstens 70 Mio. ALGO, die einen Knoten dauerhaft online halten. Die Coins bleiben dabei in der eigenen Wallet, eine Sperrfrist oder Strafen durch Slashing gibt es nicht. Wer unzuverlässig arbeitet, fliegt lediglich aus dem Konsens und muss sich mit 2 ALGO Gebühr neu anmelden.

Wie viele ALGO gibt es?

Die Höchstmenge liegt bei 10 Mrd. ALGO. Derzeit sind laut unseren Marktdaten 9,1 Mrd. davon im Umlauf, das sind 91 %. Wie sich Angebot und Preis zuletzt entwickelt haben, zeigt der Algorand Kurs.

Algorand im Vergleich mit Solana

Beide Netze werben mit schnellen, günstigen Transaktionen und setzen auf Proof of Stake. Algorand betont Endgültigkeit ohne Forks und ein Staking ohne Sperrfrist, Solana ist gemessen am Börsenwert der deutlich größere Coin. Wie sich die Coins bei Rendite und Risiko unterscheiden, zeigt unser Vergleich Solana vs. Algorand.

Algorand auf einen Blick bewertet

Stärken

  • Sofortige Finalität ohne Abspaltungen der Kette
  • Feste Höchstmenge von 10 Mrd. ALGO
  • Quantensichere Falcon-Signaturen für State Proofs

Schwächen

  • Belohnungen erst ab 30.000 ALGO und mit eigenem Knoten
  • Foundation-Bonus nur auf rund zwei Jahre angelegt
  • Vergleichsweise wenig Kapital in Anwendungen gebunden

Risiken bei ALGO

Technik allein trägt keinen Kurs. Laut DefiLlama steckten Mitte Oktober 2026 rund 32 Mio. € in Anwendungen auf Algorand, die Nutzer zahlten an einem Tag gut 6.000 € Gebühren. Für ein Netz mit fast 1 Mrd. € Börsenwert ist das wenig.

Auch die Kurshistorie mahnt zur Vorsicht: Im Juli 2026 fiel ALGO laut CoinGecko auf ein neues Allzeittief. Möchtest du trotzdem einsteigen, vergleichst du Anbieter und Kosten auf der Seite Algorand kaufen.

Weitere Informationen zu Algorand

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