Wer Bitcoin mit einer Ledger verwahrt, kann sie seit Mittwoch in der App Ledger Wallet beleihen, statt sie zu verkaufen. Als Sicherheit dienen allerdings nur verpackte Bitcoin-Token wie cbBTC und wBTC, ausgezahlt werden die Stablecoins USDC oder USDT. Verfügbar ist das Angebot nach Angaben von Ledger nur in bestimmten Ländern, welche das sind, sagt der Hersteller nicht.
Der französische Hersteller von Hardware-Wallets hat die Funktion “Crypto Loan” in seinen Release Notes vom 7. Oktober vorgestellt. Die Kredite vergibt nicht Ledger selbst, sondern das Kreditprotokoll Morpho, eingebunden über den Dienstleister Yield.xyz.
Das Prinzip kennen DeFi-Nutzer seit Jahren. Der Nutzer hinterlegt seine Token in einem Smart Contract, nimmt dagegen Stablecoins auf und behält das Kursrisiko seiner Bitcoin für die gesamte Laufzeit. Laut Ledger bleibt die Sicherheit dabei auf der Blockchain, statt in der Bilanz eines Dritten zu liegen.
Ledger überschreibt die Funktion mit dem Satz “Put your Bitcoin to work without letting it go”, die Bitcoin sollen also arbeiten, ohne dass man sie hergibt.
Der Haken steckt im Wort verpackt. Die Token cbBTC und wBTC sind Token auf Ethereum und verwandten Netzen, hinter denen echte Bitcoin bei einem Verwahrer liegen, bei cbBTC bei Coinbase und bei wBTC bei BitGo und Partnern; wer native Bitcoin besitzt, muss sie zuerst tauschen und vertraut für die Laufzeit des Kredits diesem Verwahrer.
Die Zinsen sind variabel und richten sich laut Ledger nach der Auslastung des jeweiligen Kreditmarkts bei Morpho. Fällt der Bitcoin-Kurs so weit, dass der Beleihungswert eine Grenze überschreitet, wird die Sicherheit liquidiert, worauf Ledger selbst hinweist. Wie schnell sich die Lage ändert, zeigte der Mittwochmorgen, als Bitcoin binnen zwei Stunden unter 84.000 Dollar rutschte. Gegensteuern sollen eine laufende Anzeige des Beleihungswerts, Nachschuss und Rückzahlung zu jedem Zeitpunkt sowie eine Simulation vor dem Abschluss.
Jeden Schritt bestätigt der Nutzer auf dem Gerät, das über Clear Signing die Vertragsfunktionen von der ersten Freigabe bis zur Rückzahlung in lesbarer Sprache anzeigt, und der private Schlüssel verlässt es nicht. Daneben bindet Ledger Morpho auch direkt an, mit Einlagen, Krediten und kuratierten Vaults auf Ethereum und großen Layer-2-Netzen.
Für Leser im DACH-Raum bleibt die wichtigste Frage offen. Eine Länderliste nennt Ledger nicht, und die Hinweise verweisen auf Drittanbieter, deren Dienste “may not be available in all jurisdictions”, also nicht überall erhältlich sind. Ob die Funktion in Deutschland, Österreich und der Schweiz erscheint, zeigt erst die App selbst; wie sich Ledger gegen andere Geräte schlägt, steht im Krypto-Wallet-Vergleich.
Welchen Zins Morpho für die ersten Kredite verlangt, nennt Ledger nicht.
Bitcoin selbst lässt sich unter anderem bei eToro handeln. Wie man Coins von dort auf ein eigenes Gerät bringt, beschreibt unsere Anleitung zum Versand von eToro auf eine Hardware-Wallet.


























