Die Börse hat ihren Sicherheitsbericht für Juli und August vorgelegt. Darin nennt sie 215 Hinweise auf gestohlene oder betrügerisch erlangte Gelder, die auf die Plattform flossen. Nach eigenen Angaben wurden alle 215 abgefangen, zusammen 38.655.490 USDT. In 42 Fällen half die Börse bei gerichtlich angeordneten Sperren.
Der Bericht ordnet die eigene Bilanz in das Marktumfeld ein: In den beiden Monaten zählte die Branche 184 Sicherheitsvorfälle mit einem gemeldeten Schaden von rund 535 Millionen Dollar. Knapp die Hälfte davon entfiel auf Phishing und Betrug sowie auf Angriffe über Endgeräte und Lieferketten.
Auffällig ist ein Satz zur Methode der Angreifer: Immer mehr von ihnen setzen künstliche Intelligenz ein, um Phishing-Texte automatisch zu erzeugen und Schadcode zu schreiben.
Die Prozentzahlen im Bericht sagen weniger, als sie scheinen
MEXC beziffert die Steigerung gegenüber dem vorigen Berichtszeitraum auf rund 2.971 Prozent bei der Zahl der Fälle und rund 12.646 Prozent beim Betrag. Solche Sprünge entstehen fast immer aus einer sehr kleinen Ausgangsbasis, und die nennt der Bericht nicht.
Bleiben die absoluten Zahlen: 215 Fälle in zwei Monaten, gut 38 Millionen USDT, davon 42 mit justizieller Beteiligung.
Was der Bericht ebenfalls nicht sagt: wie viele Hinweise MEXC insgesamt erreichten und ob es Fälle gab, in denen die Gelder schon weitergeleitet waren. “Alle 215 abgefangen” ist eine Quote auf die bearbeiteten Fälle, nicht auf die Gesamtzahl der Vorfälle mit Bezug zur Plattform.
Was ein Versicherungsfonds leistet und was nicht
Daneben nennt die Börse einen Bestand von 792 Millionen USDT in ihrem Versicherungsfonds für den Terminhandel. Dieser Fonds ist kein allgemeiner Einlagenschutz. Er greift, wenn eine Zwangsliquidation im Hebelhandel nicht mehr zum vereinbarten Preis ausgeführt werden kann und dadurch ein Fehlbetrag entsteht.
Für Anleger, die nur Coins kaufen und halten, ist deshalb die andere Angabe die wichtigere: Die Reservequoten für Bitcoin, Ether, USDT und USDC liegen nach Darstellung der Börse durchgehend über 100 Prozent.
Alle diese Zahlen stammen von der Börse selbst. Eine unabhängige Prüfung nennt der Bericht nicht, und die Angaben lassen sich von außen nicht nachrechnen, anders als bei einem Reservenachweis über einen Merkle-Baum, bei dem Kunden zumindest den eigenen Bestand wiederfinden.
Der nächste Bericht deckt September und Oktober ab; einen Termin nennt MEXC nicht.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und wie sie bei Sicherheit und Verwahrung abschneiden, steht im Krypto-Börsen Vergleich.


























