Qubic läuft wieder: Opfer können bis Mai 2027 Ersatz beantragen
Das Qubic-Netz läuft nach dem Stillstand seit Sonntag wieder, die Betreiber haben die Rückgabe der gestohlenen QU gebilligt. Geschädigte können ihren Anspruch bis zum 1. Mai 2027 anmelden.
Das Netz Qubic verarbeitet nach dem Stillstand seit Sonntag wieder Transaktionen. Die Betreiber haben die Rückgabe der gestohlenen QU genehmigt; wer beim Wallet-Diebstahl vom Wochenende Guthaben verloren hat, kann seinen Anspruch bis zum 1. Mai 2027 auf einer eigenen Seite des Projekts anmelden.
“The Qubic network is live again”, schrieb das Team am Dienstagabend um 20:14 Uhr MESZ in einem Thread auf X. Das Quorum der Computors, also der Rechner, die das Netz betreiben und über seine Regeln abstimmen, habe die Rückführung gebilligt. Erste Gelder seien bereits an geprüfte Eigentümer zurückgegangen.
Am Mittwochmorgen meldete der öffentliche Knoten des Projekts Tick 85.593.867, angehalten worden war die Kette bei Tick 85.371.949.
Die Beute lag während des Stillstands in einem Treuhandkonto
Wie wir am Sonntag berichtet haben, hatte ein Angreifer in der Nacht 1.404 Wallets mit schwach erzeugten Seeds geleert, rund 2,94 Billionen QU. Während das Netz stand, haben die Betreiber die betroffenen Guthaben nach eigenen Angaben in ein geschütztes Treuhandkonto verschoben, statt sie auf den Adressen des Angreifers liegen zu lassen. “That made recovery possible”, heißt es im Thread.
Aus diesem Topf wird bezahlt, was das Qubic-Netz nie verlassen hat, nach dem ersten Lagebericht des Teams 87,1 Prozent der Beute.
Für die übrigen 12,9 Prozent, die an die Börse MEXC flossen, gilt ein anderer Weg. Die Rückgabe läuft dort über die Börse selbst, langsamer und abhängig von der Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden, wie die Anspruchsseite erklärt.
Wer Ersatz will, muss mit der alten Wallet unterschreiben
Die Anspruchsseite bewegt selbst kein Geld, sie sammelt die Anträge. Geschädigte prüfen dort zunächst, ob ihre 60 Zeichen lange Wallet-Kennung auf der Liste der betroffenen Adressen steht. Dann geben sie eine neu und sicher erzeugte Zieladresse an und signieren den Antrag mit der alten Kennung.
Dazu kommt ein Nachweis, dass die Wallet wirklich ihnen gehört: ein Beleg einer Börse, eine OTC-Bestätigung, ein Nachweis über die Einzahlung oder eine eidesstattliche Erklärung. Eine Identitätsprüfung über den Dienst Didit ist freiwillig, beschleunigt aber die Freigabe; eindeutige Fälle laufen über eine schnelle Spur, strittige prüfen die Kernentwickler gesondert.
Genehmigte Ansprüche stehen sieben Tage lang öffentlich mit Adresse und Betrag auf der Seite, bevor ausgezahlt wird. Wer früh einreicht, hat laut Qubic keinen Vorteil gegenüber einem späteren, berechtigten Antrag. Gesperrte Positionen im Staking-Programm Qearn und in einigen Smart Contracts sollen in späteren Runden folgen.
Ein Satz auf der Seite ist inzwischen überholt: Dort steht noch, das Netz sei angehalten.
Auch unberührte Web-Wallets gelten als unsicher
Für alle anderen Halter enthält der Thread eine Anweisung, die über die 1.404 Geschädigten hinausgeht. Wer seine Wallet vor Version 4.26.4 der Web-Wallet angelegt hat, die am 19. Oktober erschien, soll sie “as insecure, even if your funds were never touched” behandeln, also auch dann, wenn nie etwas abgeflossen ist. Qubic rät, auf 4.26.4 zu aktualisieren, eine neue Wallet zu erzeugen und das Guthaben umzuziehen. Gegen einen Fehler bei der Erzeugung schützt auch die sorgfältigste Aufbewahrung der Seed-Phrase nicht.
Das Team warnt zugleich vor falschen Rückholangeboten: Qubic schreibe niemals zuerst und frage nie nach der Seed, die einzige offizielle Adresse für Anträge sei weak-seed-reclaim.qubic.org.
QUBIC kostete am Mittwoch um 7:45 Uhr MESZ 0,000000457 Dollar, 4,2 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor und 16,1 Prozent weniger als vor einer Woche; der Marktwert aller umlaufenden Coins liegt bei rund 66 Millionen Dollar. Quelle: CoinGecko
Ob die Börsen Ein- und Auszahlungen von QUBIC wieder freigegeben haben, sagt der Thread nicht. Den vollständigen technischen Bericht kündigt das Team erneut an. Einen Termin nennt es nicht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




