Die russische Zentralbank hat am Dienstag die ersten neun Anbieter nach dem neuen Kryptogesetz zugelassen: fünf digitale Verwahrer und vier Krypto-Wechselstellen. Nach Medienberichten gehören die Großbanken Sberbank und VTB dazu. Anleger im DACH-Raum erhalten dadurch keinen neuen Zugang, die Angebote richten sich an Kunden in Russland.
Die Bank von Russland hat die Organisationen in zwei neue Register eingetragen, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Grundlage ist das Gesetz “Über digitale Währungen und digitale Rechte”, das seit dem 1. September 2026 gilt. Die Notenbank nennt den Schritt “важный шаг”, einen wichtigen Schritt beim Aufbau einer regulierten Infrastruktur für den russischen Markt digitaler Währungen.
Welche Anbieter es sind, steht nicht in der Mitteilung selbst. Nach Angaben von Cointelegraph sind als Verwahrer Sberbank, VTB, Atomyze, Voltari und ein Anbieter namens Cloud Infrastructure eingetragen, als Wechselstellen T-Invest Lab, Zefir, Sistema-Crypto und erneut VTB.
Die Rollen sind eng geschnitten. Verwahrer dürfen Kryptowerte buchen und übertragen und ihren Kunden Adressen für deren Guthaben zur Verfügung stellen. Wechselstellen kaufen und verkaufen digitale Währungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, außerhalb eines organisierten Handels. Eine Börse mit Orderbuch, an der Kunden untereinander handeln, ist das nicht.
Ganz fertig sind die neuen Anbieter damit nicht. Ab der Eintragung müssen sie die Regeln für Geschäfte mit digitalen Währungen einhalten, ihren Betrieb aber erst bis zum 1. September 2027 vollständig an das Gesetz anpassen. Kryptowährungen als Zahlungsmittel im Inland bleiben nach Angaben von Cointelegraph weiter verboten.
Als Erstes will Sberbank Privatkunden ansprechen. Laut Cointelegraph plant die Bank für den 1. Dezember 2026 den Start in ihren Apps SberBank Online, SberInvestments und SberBusiness, zunächst mit Bitcoin, Ether und dem Stablecoin USDT.
Bislang machte Russlands Kryptomarkt im Westen vor allem mit dem rubelgebundenen Token A7A5 Schlagzeilen, den die USA kürzlich als Teil eines kriminellen Netzwerks eingestuft haben. Mit den Registern bekommt der Handel im Land nun einen eigenen Rahmen unter Aufsicht der Notenbank.
Der erste Testfall ist Sberbanks Start im Dezember.
Wer von Deutschland aus auf Bitcoin setzen will, braucht keinen Umweg über Russland: Börsengehandelte Bitcoin-ETPs gibt es unter anderem bei Scalable Capital. Direkten Coin-Handel bieten die Anbieter im Krypto-Börsen Vergleich.


























