Solana hat am Freitag den letzten Schritt seiner Taktverkürzung aktiviert: Ein Slot, also das Zeitfenster für einen Block, soll nur noch 200 statt ursprünglich 400 Millisekunden dauern. In unserer Messung an der Kette lag der Schnitt seither bei knapp 218 Millisekunden. Mehr Transaktionen pro Sekunde bringt der schnellere Takt nach Angaben von CryptoSlate nicht.
Umgeschaltet wurde mit Beginn der Epoche 1053 am 9. Oktober gegen 14:35 Uhr UTC, also 16:35 Uhr MESZ. Damit ist die Änderung SIMD-0525 abgeschlossen, mit der die Entwickler den Takt seit August in vier Stufen von je 50 Millisekunden gesenkt haben.
| Slot-Zeit | Aktiv im Hauptnetz seit | Epoche |
|---|---|---|
| 350 ms | 21. August 2026 | 1020 |
| 300 ms | 28. August 2026 | 1024 |
| 250 ms | 18. September 2026 | 1037 |
| 200 ms | 9. Oktober 2026 | 1053 |
Weitergeschaltet wurde nach der Upgrade-Seite der Solana Foundation, von der auch die Daten der Tabelle stammen, jeweils erst, wenn die Quote übersprungener Blöcke im Rahmen blieb: “Block skip rate was the gating criterion for each step”, heißt es dort.
Ein Block entsteht fünfmal pro Sekunde, die Kapazität bleibt gleich
Ein Slot ist bei Solana der Takt, in dem jeweils ein bestimmter Validator einen Block bauen darf. Wird er kürzer, landen Transaktionen schneller in einem Block und Nutzer sehen ihre Bestätigung früher. Die Foundation nennt dafür zwei Gründe, die Wettbewerbsfähigkeit bei der Latenz und den Schutz vor Zensur: Ein kürzerer Slot verkürze die Zeit, in der ein einzelner Validator den Blockbau allein in der Hand hat.
Wie schnell das Netz tatsächlich taktet, haben wir am Samstagvormittag über die öffentliche Schnittstelle des Hauptnetzes nachgemessen. Über rund viereinhalb Stunden und 75.773 Slots ergab sich ein Mittel von 217,8 Millisekunden, die einzelnen Minutenwerte lagen zwischen 210 und 226. Das Ziel von 200 Millisekunden ist damit noch nicht ganz erreicht. CryptoSlate kam mit einer eigenen Stichprobe kurz nach der Umstellung auf rund 222 Millisekunden.
Doppelt so viele Transaktionen bedeutet der doppelte Takt nicht.
Nach Angaben von CryptoSlate wurde das Rechenbudget je Slot im selben Verhältnis gekürzt, die Ausführungskapazität pro Sekunde bleibt also gleich. Was sich verdoppelt, ist die Zahl der Blöcke pro Tag, und damit die Datenmenge, die Indexer und Archivknoten speichern müssen.
Staker bekommen ihre Belohnung täglich, offline signierte Transaktionen verfallen schneller
Eine Epoche umfasst bei Solana fest 432.000 Slots. Bei 200 Millisekunden dauert sie nach Angaben der Foundation etwa 24 Stunden statt rund 48. Weil die Staking-Belohnungen jeweils zum Epochenwechsel gutgeschrieben werden, kommen sie für SOL-Staker damit ungefähr täglich statt alle zwei Tage, an der Höhe ändert der Takt nichts.
Wer Transaktionen vorbereitet und erst später absendet, etwa über eine Multisig-Wallet oder ein Gerät ohne Internetverbindung, muss sich umstellen. Ein Blockhash, mit dem eine Transaktion gültig wird, gilt weiterhin 150 Blöcke lang, das sind jetzt nur noch rund 30 statt 60 Sekunden. Für Nutzer einer normalen Wallet ändert sich nichts.
Der Kurs von SOL reagierte nicht erkennbar und lag am Samstag um 11:04 Uhr bei 109,88 US-Dollar (98,08 Euro), 0,6 Prozent unter dem Vortag. Quelle: CoinGecko
Der größere Schritt steht noch aus. Mit Alpenglow soll eine Transaktion nach rund 150 Millisekunden endgültig sein statt nach heute etwa 12,8 Sekunden; das neue Konsensverfahren läuft in den Testnetzen, einen Termin für das Hauptnetz gibt es nicht. Wie Solana grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Überblick Was ist Solana?.
Wer Solana lieber über ein Wertpapier als über eine eigene Wallet abbildet, findet börsengehandelte Krypto-ETPs unter anderem bei Scalable Capital, verwahrt im gewohnten Depot.


























