Das Unternehmen von Michael Saylor hat in der vergangenen Woche 950 Bitcoin für rund 75,7 Millionen US-Dollar gekauft und damit eine zweiwöchige Pause beendet. Der Gesamtbestand steigt auf 846.000 Bitcoin im Wert von etwa 71,9 Milliarden US-Dollar. Bezahlt wurde aus der Dollar-Reserve, nicht aus frischem Kapital. Nach der Pflichtmitteilung vom Montag kaufte Strategy zwischen dem 14. und dem 20. September 950 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 79.670 US-Dollar je Stück. Über alle Käufe hinweg liegt der durchschnittliche Einstand nun bei 75.416 US-Dollar, die Gesamtkosten des Bestands beziffert das Unternehmen auf rund 63,8 Milliarden US-Dollar einschließlich Gebühren. Angekündigt hatte Michael Saylor den Kauf auf seine übliche Art: mit dem Satz “A little more orange” und einem Chart auf der Plattform X, kurz bevor die Meldung erschien. Bemerkenswert ist die Finanzierung. Strategy zahlte aus der eigenen Dollar-Reserve, die zum 20. September 5,04 Milliarden US-Dollar umfasste, davon 1,05 Milliarden als Barmittel. Zugleich kaufte das Unternehmen 1,77 Millionen Vorzugsaktien der Gattung STRC für rund 174 Millionen US-Dollar zurück. Es floss also in derselben Woche mehr Geld in den Rückkauf eigener Papiere als in Bitcoin.
Die Finanzierungsquelle sagt mehr aus als die Kaufmenge
Strategy kauft seit 2020 in unregelmäßigen Abständen, und jede längere Unterbrechung wird am Markt als Hinweis auf die Finanzierungslage gelesen. Das Unternehmen hat seine Käufe über Jahre überwiegend mit Wandelanleihen und der Ausgabe neuer Aktien bezahlt; beides funktioniert nur, solange die eigene Aktie über dem inneren Wert des Bitcoin-Bestands notiert. Dass der aktuelle Kauf aus der Barreserve kam und parallel eigene Vorzugsaktien zurückgekauft wurden, deutet auf eine andere Prioritätensetzung als in den Expansionsphasen. Die Aktie reagierte am Montag mit einem Plus von 9 Prozent und liegt damit seit Jahresbeginn wieder im Plus. Strategy war an diesem Tag nicht allein. Strive Asset Management meldete den Kauf von 1.355 Bitcoin für 107,7 Millionen US-Dollar, also mehr als Strategy selbst, und kommt damit auf einen Bestand von über zwei Milliarden US-Dollar. Wie solche Unternehmensbestände aufgebaut werden, zeigt unser Bericht dazu, wie Metaplanet zwei Milliarden in Bitcoin investiert.
Was Anlegerinnen und Anleger aus den Zahlen ablesen können
Der Kauf allein bewegt den Kurs nicht. 950 Bitcoin entsprechen bei einem Tagesumsatz im zweistelligen Milliardenbereich einem kleinen Posten. Aussagekräftiger sind drei Verhältnisse:
- Der Einstand liegt unter dem Marktpreis. Bei 75.416 US-Dollar Durchschnittskosten und einem Kurs von 85.908 US-Dollar (Stand 21.09.2026, 19:47 Uhr MESZ) liegt der Bestand im Plus. Quelle: CoinGecko
- Der Kaufpreis dieser Woche lag darüber. Mit 79.670 US-Dollar je Bitcoin kaufte Strategy oberhalb des eigenen Durchschnitts. Jeder weitere Kauf auf diesem Niveau hebt den Einstand und verkleinert den Puffer bis zur Verlustzone.
- Barmittel verwässern nicht. Käufe aus der eigenen Kasse sind für Aktionäre etwas anderes als Käufe aus neu ausgegebenen Aktien, weil letztere den Anteil der bestehenden Aktionäre verkleinern.
Wer Unternehmensaktien mit Bitcoin-Bestand und den Coin selbst gegeneinander abwägt, findet die Unterschiede in unserem Vergleich Bitcoin oder MicroStrategy-Aktie; die Größenordnung des Bestands ordnet unser Bericht dazu ein, wie das Unternehmen drei Prozent des Bitcoin-Vorrats kontrolliert. Die Einzelheiten der Meldung hat The Block zusammengefasst.
Bitcoin lässt sich unter anderem bei Bitpanda handeln. Weitere Handelsplätze stehen im Krypto-Börsen Vergleich.


























