Strategy rechnet für das dritte Quartal mit einem Buchgewinn von 20,91 Milliarden Dollar auf seine Bitcoin, eine vorläufige Schätzung, die allein aus dem Kursanstieg stammt. Gekauft hat das Unternehmen in den ersten Oktobertagen nur 334 Bitcoin, für den Rückkauf eigener STRC-Vorzugsaktien gab es mehr als sechsmal so viel aus.
Die Zahlen stehen in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Montag. Zwischen dem 1. und 4. Oktober kaufte Strategy 334 Bitcoin für 28,7 Millionen Dollar, im Schnitt zu 85.838,80 Dollar, und hält nun 848.000 Stück. Angekündigt hatte Gründer Michael Saylor den Kauf nach Angaben von The Block schon am Sonntag auf X, mit den Worten “More orange than ever”.
Der Quartalsgewinn ist eine Schätzung, noch kein testiertes Ergebnis.
Strategy bucht Kursgewinne seit 2025 sofort als Gewinn
Seit Anfang 2025 bewertet Strategy seine Bitcoin nach einer geänderten US-Bilanzregel zum Marktwert am Quartalsende. Steigt der Kurs, entsteht ein Gewinn, auch wenn kein Coin verkauft wurde; fällt er, schlägt ein Verlust ebenso voll durch. Bitcoin legte im dritten Quartal um 42,7 Prozent zu, wie unsere Marktanalyse zum Quartalsende zeigte. Für die darauf entfallende latente Steuer setzt das Unternehmen 1,88 Milliarden Dollar an.
Den Buchwert der Bitcoin beziffert die Mitteilung auf 70,82 Milliarden Dollar, die Anschaffungskosten des heutigen Bestands auf 63,97 Milliarden, das sind im Schnitt 75.440,70 Dollar je Coin. Zum Kurs von 85.741 Dollar am Montag um 16:42 Uhr MESZ wären die 848.000 Bitcoin rund 72,7 Milliarden Dollar wert, knapp 14 Prozent mehr als der Einstand (Quelle: CoinGecko).
Strategy steckt mehr Geld in STRC als in Bitcoin
Bezahlt hat Strategy die neuen Bitcoin mit 15,7 Millionen Dollar aus dem Verkauf von 92.894 MSTR-Aktien und mit 13,0 Millionen Dollar aus der Kasse. Parallel kaufte das Unternehmen vom 28. bis 30. September 1.033.168 und vom 1. bis 4. Oktober 740.634 STRC-Vorzugsaktien zurück, zusammen für 176,3 Millionen Dollar. Das ist mehr als das Sechsfache.
Das setzt fort, was sich in der Vorwoche abzeichnete, als 151,7 Millionen Dollar in STRC-Rückkäufe flossen; Decrypt beschreibt das Muster so, dass Strategy Bitcoin in kleinen Mengen über dem eigenen Einstand kauft und größere Summen in eine Vorzugsaktie lenkt, die unter ihrem Nennwert notiert. An US-Dollar hält das Unternehmen laut Mitteilung 4,88 Milliarden Dollar Reserve und 833,4 Millionen Dollar Kasse.
Die Aktionäre stimmen am 28. Oktober über tägliche Dividenden ab
Ebenfalls am Montag hat Strategy die Vollmachtsunterlagen für eine Sonderversammlung eingereicht. Sie soll am 28. Oktober darüber entscheiden, ob die vier Vorzugsaktien STRF, STRC, STRK und STRD künftig täglich Dividenden zahlen dürfen. Für STRC würde die Änderung ab dem 1. November gelten, für die anderen drei ab dem 1. Januar 2027.
Anleger in Deutschland erreichen Strategy vor allem über die Stammaktie MSTR, die auch bei Neobrokern handelbar ist. Wer sie statt Bitcoin hält, kauft die Schulden und Vorzugsaktien des Unternehmens mit; worin sich beide Wege unterscheiden, beschreibt unser Vergleich Bitcoin oder MicroStrategy-Aktie.
Einen Termin für den vollständigen Bericht zum dritten Quartal nennt die Mitteilung nicht.
Bitcoin selbst lässt sich ohne den Umweg über eine Unternehmensaktie unter anderem bei Bitpanda kaufen. Was andere Plattformen dafür verlangen, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























