Ab dem 6. Oktober lässt Upbit keine Ein- und Auszahlungen über eine Million Won mehr zur Börse Coredax zu, umgerechnet gut 600 Euro. Auslöser ist eine Risikoprüfung. Der Fall zeigt, wie die südkoreanische Travel Rule im Alltag wirkt.
Upbit begründet den Schritt damit, dass Coredax die genutzte Travel-Rule-Lösung nicht mehr betreibt und bei einer laufenden Risikobewertung Punkte aufgefallen seien. Die Sperre diene dem Schutz der Nutzer und der Vermeidung von Schäden. Als Rechtsgrundlage nennt die Börse die Durchführungsverordnung zum koreanischen Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte.
Unterhalb der Schwelle bleibt alles wie bisher: Beträge unter einer Million Won lassen sich weiter überweisen.
Was die Travel Rule verlangt
Die Travel Rule ist eine internationale Vorgabe. Sie verlangt, dass bei Überweisungen von Kryptowerten ab einem bestimmten Betrag Angaben zu Absender und Empfänger mitgeschickt werden, so wie bei einer Banküberweisung. Südkorea hat sie früh und streng umgesetzt, mit der Schwelle von einer Million Won.
Damit das funktioniert, müssen beide Seiten dieselbe technische Lösung sprechen. Fällt sie auf einer Seite weg, kann die andere die Daten nicht mehr übergeben, und die Überweisung ist oberhalb der Schwelle nicht mehr zulässig.
Genau das ist hier passiert. Die Sperre betrifft deshalb ausdrücklich nicht die Frage, ob Coredax selbst Ein- und Auszahlungen unterstützt.
Was Betroffene tun müssen
Upbit nennt dazu drei Punkte. Einzahlungen, die vor dem Stichtag eingehen, können nach einem Nachweis über die Herkunft gutgeschrieben werden. Einzahlungen danach fallen in ein Rückgabeverfahren, über das sich die Werte zurückholen lassen. Und eine einmal abgeschickte Auszahlung lässt sich nicht stornieren, weshalb die Zieladresse vorher zu prüfen ist.
Für Anleger hierzulande ist der Vorgang vor allem ein Lehrstück. In der EU gilt seit Ende 2024 eine vergleichbare Pflicht, die Geldtransferverordnung, und zwar ohne Untergrenze. Auch hier hängt der Transfer zwischen zwei Handelsplätzen daran, dass beide dieselben Daten austauschen können.
Wer Guthaben zwischen Börsen bewegt, sollte deshalb nicht nur auf Netzwerk und Adresse achten, sondern auch darauf, ob der Zielanbieter überhaupt noch angebunden ist. Diese Information steht in der Regel nur in den Ankündigungen der Börsen.
Ob die Sperre wieder aufgehoben wird, teilt Upbit nicht mit.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und was sie kosten, steht im Krypto-Börsen Vergleich: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung nebeneinander.

























