Der Kurs von Hedera ist am Montag binnen zehn Stunden um rund 34 Prozent gestiegen, nachdem Hedera sich selbst mit der neuen KI-Sicherheitsplattform von Nvidia in Verbindung gebracht hatte; in Nvidias Mitteilung kommt Hedera allerdings nicht vor, sondern nur fünf Unternehmen, die zugleich im Hedera-Rat sitzen.
Nach den stündlichen Kursdaten von CoinGecko lag HBAR am Montag um 10 Uhr MESZ bei 0,0969 US-Dollar. Eine Stunde später waren es 0,1073 Dollar, um 20 Uhr 0,1297 Dollar. Seitdem hat der Coin einen Teil wieder abgegeben: Am Dienstag um 16:37 Uhr MESZ kostete er 0,1136 Dollar (0,1001 Euro), 4,6 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor und gut 12 Prozent unter dem Stand vom Montagabend. Mit knapp 5 Milliarden Dollar Marktwert liegt Hedera auf Platz 27. Quelle: CoinGecko
Hedera feiert einen Auftritt, den Nvidia so nicht beschreibt
Am Montag stellte Nvidia seine Open Agent Safety Platform vor, eine offene Software samt Referenzdesign, mit der Unternehmen KI-Agenten vom Test bis zum Betrieb überwachen und begrenzen sollen. “AI’s extraordinary potential for society will only be realized if we solve AI safety”, wird Konzernchef Jensen Huang zitiert: Das Potenzial der KI werde sich nur entfalten, wenn die Sicherheitsfrage gelöst sei.
Die Mitteilung nennt Dutzende beteiligte Firmen, von Anthropic über Microsoft bis Siemens. Hedera, die Hedera Foundation oder das Entwicklerunternehmen Hashgraph stehen nicht darunter, auch das Wort Blockchain fällt nicht.
Den Bezug stellte Hedera selbst her. Nach Angaben von crypto.news schrieb das offizielle Konto auf X, es sei “great to see Hedera Council representation on the NVIDIA Open Agent Safety Platform”. Gemeint sind Mitglieder des Hedera-Rats, der das Netz verwaltet und dessen Knoten betreibt. Von den 34 Ratsmitgliedern tauchen fünf in der Nvidia-Mitteilung auf: Accenture, Dell, IBM, ServiceNow und Hitachi über seine Tochter Hitachi Energy.
Dass diese Konzerne an Nvidias Plattform mitarbeiten, sagt nichts darüber, ob sie dafür Hedera nutzen.
Ein Schweizer Anbieter bringt Hedera tatsächlich zu IBM
Handfester ist eine Meldung aus der Vorwoche. Die Hashgraph Group aus Schwyz hat ihre Identitätsplattform IDTrust am 23. September in den IBM Cloud Catalog gebracht und eine weltweite Vereinbarung mit IBM geschlossen, die IBM-Technik in eigene Produkte einbinden lässt. IDTrust vergibt Menschen, Geräten und KI-Agenten überprüfbare digitale Ausweise und verankert diese Nachweise auf Hedera. “Enterprises are deploying AI agents at scale that can negotiate contracts, process sensitive data, and execute financial transactions autonomously”, begründete Firmenchef Stefan Deiss den Schritt: Unternehmen setzten KI-Agenten in großem Stil ein, die selbstständig Verträge aushandeln und Zahlungen ausführen.
Für IBM kommt in der Mitteilung Naemi Benz zu Wort, zuständig für das Partnernetz im deutschsprachigen Raum. Hedera selbst ist hier Infrastruktur eines Partners, nicht Vertragspartei; ob und wie viele HBAR über IDTrust verbraucht werden, nennt keine der Mitteilungen.
Der Kurs hat die Verbindung schneller eingepreist, als sie belegt ist
Beide Nachrichten erzählen dieselbe Geschichte, Hedera als Unterbau für KI-Agenten, und keine liefert eine Zahl zur Nutzung des Netzes. Damit reiht sich HBAR in die Gruppe der KI-Coins und AI-Token ein, deren Kurse eher auf Ankündigungen reagieren als auf gemessene Nutzung. Das Rekordhoch vom 15. September 2021 lag bei 0,569 Dollar, der Kurs vom Dienstag rund 80 Prozent darunter.
Wer den Altcoin hält, sieht zwei Bilder zugleich: ein Plus von 50 Prozent auf 30 Tage und ein Minus von 47 Prozent auf ein Jahr. Dazwischen liegt die Frage, ob aus Ankündigungen messbare Nutzung wird.
Ob Accenture, Dell oder IBM bei Nvidias Plattform auf Hedera setzen, könnten nur diese Unternehmen selbst beantworten.
HBAR ist unter anderem bei Bitpanda handelbar. Wo der Coin sonst gelistet ist und was der Kauf dort kostet, hilft der Krypto-Börsen Vergleich einzuordnen.


























