Die Finanzaufsicht New York (NYDFS) und die Bankenaufsicht von Wyoming wollen Kryptofirmen künftig gemeinsam prüfen und Daten austauschen. Wer in einem der beiden Staaten seit mindestens drei Jahren ohne Verfahren zugelassen ist, soll im anderen binnen sechs Monaten eine Entscheidung über seinen Antrag bekommen.
Das NYDFS hat die Vereinbarung am 1. Oktober bekannt gemacht. Es ist ein Memorandum of Understanding, also eine Absichtserklärung ohne Gesetzeskraft, das die Aufsicht über digitale Vermögenswerte in beiden Bundesstaaten betrifft. In New York fällt darunter alles, was die BitLicense erfasst, die seit 2015 bestehende Lizenz für Geschäfte mit virtuellen Währungen.
Die amtierende Superintendentin Kaitlin Asrow sagte zur Unterzeichnung: “Interstate collaboration is essential for the virtual currency space.” Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg sei für den Kryptomarkt unerlässlich, das Abkommen erweitere die Mittel und Informationen beider Aufseher. Der Bankenkommissar von Wyoming, Jeremiah Bishop, sprach von einem Beispiel dafür, wie zwei führende Aufseher die Wirksamkeit ihrer Kontrolle gemeinsam verbessern.
Firmen mit drei sauberen Jahren bekommen ein schnelleres Verfahren
Der siebenseitige Vertragstext regelt drei Felder. Bei Lizenzanträgen liefert die bisher zuständige Behörde auf Nachfrage ihre Unterlagen an die andere. Ist ein Unternehmen seit mindestens drei Jahren unter Aufsicht, steht es nicht unter einem Verfahren und gleicht sein Geschäftsmodell in beiden Staaten dem anderen, prüft die zweite Behörde beschleunigt. Sie will dann binnen sechs Monaten entscheiden, gerechnet ab Antrag oder ab Eingang der Prüfberichte, je nachdem, was später liegt.
Firmen mit Zulassung in beiden Staaten sollen möglichst gemeinsam geprüft werden, nach abgestimmtem Zeitplan und auf Wunsch mit einem gemeinsamen Bericht. Zeichnet sich ein Durchgreifen ab, unterrichten sich die Behörden gegenseitig und können auch gemeinsam vorgehen.
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Die Bundesstaaten füllen die Lücke, die Washington lässt
In den USA gibt es bis heute kein Bundesgesetz für den Kryptohandel, seit der CLARITY Act im September im Senat scheiterte. Börsen und Verwahrer brauchen deshalb Lizenzen Staat für Staat. Nach der Darstellung von Cointelegraph verbindet das Abkommen zwei gegensätzliche Ansätze: das etablierte Lizenzregime New Yorks und den kryptofreundlichen Kurs Wyomings, das eigene Bankcharter für digitale Vermögenswerte geschaffen und einen eigenen staatlichen Stablecoin herausgebracht hat.
Auf Bundesebene hatten zuvor SEC und CFTC ein abgestimmtes Vorgehen versprochen; jetzt tun es zwei Staaten untereinander.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich unmittelbar nichts, denn die Vereinbarung betrifft nur Zulassungen in den USA. Sie zeigt aber, wo die amerikanische Kryptoregulierung derzeit vorankommt, nämlich in den Hauptstädten der Bundesstaaten.
Ob die Sechsmonatsfrist eingehalten wird, lässt sich erst am ersten beschleunigten Antrag ablesen.
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