Die Finanzaufsicht BaFin hat der futurum bank AG, die den Krypto-Marktplatz Bitcoin.de betreibt, die Zulassung nach der europäischen MiCA-Verordnung verweigert. Der Handel soll nun über regulierte Partner zurückkommen, nach Angaben des Unternehmens “innerhalb der nächsten Wochen”. Ein Termin steht nicht fest, und gegen den Bescheid ist noch Widerspruch möglich.
Bekannt gemacht hat das die Muttergesellschaft Bitcoin Group SE aus Herford am Dienstag um 17:05 Uhr in einer Ad-hoc-Mitteilung. Die BaFin weise darauf hin, “dass ihre bisherige Duldung der Erbringung von Kryptowerte-Dienstleistungen durch die futurum bank AG nicht mehr besteht”; die Gründe der Ablehnung nennt die Mitteilung nicht.
Der Antrag lag 15 Monate bei der Aufsicht
Gestellt hatte die futurum bank AG den Antrag am 27. Juni 2025. Bis zur Entscheidung durfte sie unter der Duldung der BaFin weiterarbeiten, so wie viele Anbieter in der Übergangszeit der MiCA-Verordnung. Ab dem 12. Juni 2026 ruhte das Handelsgeschäft auf Bitcoin.de nach der Ad-hoc-Mitteilung “maßgeblich”.
Im Halbjahresbericht vom 29. September nannte die Bitcoin Group den Zeitpunkt der Zulassung noch “nur eingeschränkt prognostizierbar”; wir hatten damals berichtet, dass Bitcoin.de weiter auf die MiCA-Lizenz wartet und der Umsatz der Gruppe im ersten Halbjahr um 58 Prozent eingebrochen war. Eine Woche später kam die Absage.
Vorstandschef Moritz Eckert sagte in der begleitenden Mitteilung: “Die Entscheidung der Bafin ist für uns ein Rückschlag.”
Ein Partnerinstitut soll den Handel übernehmen
Die futurum bank AG will eine Kooperationsvereinbarung mit einem in Deutschland ansässigen regulierten Institut schließen. Nach der begleitenden Unternehmensmitteilung soll Bitcoin.de damit “auf Grundlage eines angepassten regulatorischen und operativen Modells” weiterlaufen; die Kundenbestände sollen zu einem anderen regulierten Verwahrer wechseln. Welche Unternehmen das sind, sagt die Gruppe nicht.
“Parallel arbeiten wir bereits daran, unseren Kundinnen und Kunden über regulierte Partner schnellstmöglich, d.h. innerhalb der nächsten Wochen, den Handel über die technisch erneuerte bitcoin.de-App zu ermöglichen”, sagte Eckert. Bis zur Übertragung verwahre die futurum bank die Vermögenswerte weiter. “Sämtliche Ansprüche der Kunden bleiben uneingeschränkt bestehen”, heißt es in der Mitteilung.
Gleichzeitig prüfen Bitcoin Group und futurum bank den Bescheid. Widerspruch ist binnen eines Monats nach Bekanntgabe möglich, außerdem kann die Bank später einen neuen Antrag stellen.
Auszahlungen laufen nach der Statusseite weiter
Für die nach Unternehmensangaben mehr als 1,1 Millionen Kunden ändert sich vorerst wenig am Alltag. Die Statusseite auf bitcoin.de stand am Mittwochvormittag unverändert auf dem Stand vom 21. August: Handel und Einzahlungen sind pausiert, Auszahlungen “weiterhin uneingeschränkt möglich”. Die Ablehnung durch die BaFin erwähnt die Seite noch nicht.
Wer seine Coins nicht bis zum angekündigten Neustart liegen lassen will, kann sie also abziehen. Ziel kann eine eigene Wallet sein oder ein anderer Handelsplatz. Welche Anbieter in Deutschland unter Aufsicht stehen, zeigt unsere Übersicht der BaFin-regulierten Kryptobörsen. Vor dem Umzug lohnt es sich, die Kaufbelege zu sichern, denn die Handelshistorie wandert nicht automatisch mit.
Ob der Neustart über einen Partner schneller kommt als ein Widerspruchsverfahren, wird sich an der ersten Mitteilung mit einem Namen zeigen.
Welche Handelsplätze Bitcoin heute zu welchen Gebühren anbieten und wie sie verwahren, stellt unser Krypto-Börsen Vergleich nebeneinander.


























