Binance-Hack: CZ rechnet mit Lücke von zwei Milliarden Dollar
Nach einer ausdrücklich groben Rechnung von Binance-Gründer Changpeng Zhao bleiben vom Hack rund zwei Milliarden Dollar ungedeckt. Er verweist auf die SpaceX-Aktien der Börse, Co-Chefin Yi He auf den Jahresumsatz.
Binance-Gründer Changpeng Zhao hat auf X vorgerechnet, wie viel vom Schaden aus dem Hack ungedeckt bleibt: nach seiner ausdrücklich groben Rechnung rund zwei Milliarden Dollar. Als Polster nannte er die SpaceX-Aktien der Börse, Co-Chefin Yi He verwies dagegen auf den Jahresumsatz. Wie Binance die Lücke tatsächlich schließt, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.
Zhao hat Binance gegründet und gilt als Großaktionär, ein Amt in der Börse hat er seit 2023 nicht mehr. Am Freitag um 10:33 Uhr schrieb er unter der Überschrift “Rough math”, also grobe Rechnung, auf X: 6,x Milliarden Dollar Schaden, drei Milliarden eingefroren, 1,x Milliarden im Schutzfonds SAFU. “Gap is about $2b”, die Lücke liege bei etwa zwei Milliarden Dollar und sei “still painful, but manageable”, also schmerzhaft, aber zu bewältigen.
Den Schaden selbst hatte Binance in der Nacht auf rund 6,3 Milliarden Dollar geschätzt.
Zhao stellt die SpaceX-Aktien ins Fenster
Begonnen hatte der Austausch mit Elon Musk, der in einem Faden über Binance nur mit einem Grimassen-Emoji geantwortet hatte. Zhao antwortete um 10:19 Uhr: “Elon, have a lot of respect for you, but bad time to troll. Please stop.” Die SpaceX-Aktien aus der Beteiligung an Musks Twitter-Übernahme seien mehr als eine Milliarde Dollar wert.
Binance war 2022 mit 500 Millionen Dollar bei dieser Übernahme eingestiegen, schreibt Zhao. Unabhängig belegt ist der heutige Bestand nicht.
Elf Minuten später schob Zhao nach, von einem Verkauf der Aktien habe er nichts gesagt, er habe Musk nur Mittel zeigen wollen, “so that he can be less worried”.
Yi He will die Verluste aus dem Umsatz zahlen
Co-Chefin Yi He stellte es anders dar. An den “major shareholder” gerichtet schrieb sie auf X, der Umsatz des Unternehmens in diesem Jahr reiche aus, um die Verluste zu decken, die SpaceX-Aktien müsse man “not yet” verkaufen, also vorerst nicht. Zahlen zum Umsatz nennt Binance nicht, als privates Unternehmen legt die Börse keine Abschlüsse offen.
Offiziell gilt die Mitteilung von 3:23 Uhr: Binance werde “all losses from the SAFU fund and the company’s funds” tragen, Kundengelder seien sicher. Einen neuen Reservenachweis will die Börse nach der Bereinigung veröffentlichen.
Die Bausteine der Rechnung sind nur zum Teil belegt
Der Schutzfonds SAFU liegt seit Februar vollständig in Bitcoin. Nach Angaben von The Block hält er 15.000 BTC, zum Kurs von 77.667 Dollar am Freitagmittag sind das rund 1,17 Milliarden Dollar und damit genau die “1,x” aus Zhaos Rechnung. Fällt der Fonds unter 800 Millionen Dollar, hat Binance zugesagt, ihn wieder auf eine Milliarde aufzufüllen. Quelle: CoinGecko
Bei den eingefrorenen Mitteln weichen die Angaben ab: Binance spricht von rund drei Milliarden Dollar, Chainalysis kam in seiner Auswertung vom Freitag auf etwa 2,8 Milliarden. Eingefroren heißt zudem nicht zurückgegeben, wie die Sperren der Emittenten funktionieren, steht in unserem Bericht zu Tether und Circle. Etwas ist schon zurück: Die Protokoll-DAO von Synthetix hält nach Angaben von The Defiant 8,4 Millionen SNX aus der Beute in ihrer Multisig-Wallet und will sie auf Anfrage an Binance geben.
Kunden warten weiter auf ihre Auszahlungen
Für Kunden ändert die Rechnung vorerst nichts: Auszahlungen bleiben ausgesetzt, nach dem jüngsten Stand laut Cointelegraph bis Sonntagmorgen. BNB, der Token der Börse, notierte am Mittag gut fünf Prozent unter dem Vortag, Bitcoin lag nach dem Rutsch der Nacht wieder knapp unter 78.000 Dollar.
Der angekündigte Reservenachweis ist das erste Dokument, an dem sich Zhaos Rechnung überprüfen lässt.
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Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




