Binance will Hack-Verluste mit 6,34 Milliarden Dollar decken
Binance hat nach eigenen Angaben über 6,34 Milliarden Dollar zurückgelegt, fünf Milliarden davon in den gestohlenen Token. Belegen soll das ein Reservenachweis bis Montag, Auszahlungen will Co-Chef Teng möglichst vor Sonntag wieder öffnen.
Binance hat nach eigenen Angaben mehr als 6,34 Milliarden Dollar aus Firmenmitteln zurückgelegt, um den Schaden aus dem Hack vom Donnerstagabend auszugleichen. Rund fünf Milliarden davon hält die Börse bereits in genau den Token, die gestohlen wurden, den Rest kauft sie noch zu. Belegen will sie das mit einem Reservenachweis, den Co-Chef Richard Teng bis Montag angekündigt hat.
Um 11:55 Uhr am Freitag nannte Binance die Zahl in einem Beitrag auf X, gut 14 Stunden nach den ersten Abflüssen. Nicht enthalten sind die rund drei Milliarden Dollar, die Emittenten und andere Partner auf den Blockchains eingefroren haben; sie sollen gesondert zurückgeholt werden.
Für die fehlenden Token kauft Binance über den Markt und über OTC-Geschäfte nach, also über direkte Abschlüsse außerhalb des Orderbuchs. Das könne dauern, schreibt die Börse, weil einzelne Token wenig Liquidität hätten und auch die Abwicklung solcher Geschäfte Zeit brauche. Rechnerisch geht es um gut 1,3 Milliarden Dollar.
Das liegt in der Größenordnung der Lücke von rund zwei Milliarden Dollar, die Gründer Changpeng Zhao am Morgen grob überschlagen hatte.
Teng hofft auf Auszahlungen vor Sonntag
Um 15:34 Uhr legte Teng mit einer Videobotschaft auf X nach. In der Mitschrift steht in Großbuchstaben: “WE ARE COMMITTED TO COVERING ALL HACKED LOSSES THROUGH OUR COMPANY FUNDS”, Binance werde also alle Verluste aus eigenem Geld tragen. Unter den bereits gehaltenen Token nannte er USDC, USDT, BTC, ETH und BNB.
Getroffen habe es allein eine Hot Wallet der Börse, ein ständig mit dem Netz verbundenes Konto für den laufenden Betrieb. Kundengelder lägen überwiegend in Cold Wallets und würden erst bei einer Auszahlung bewegt.
Auszahlungen bleiben gesperrt, bis der neu aufgebaute Auszahlungsdienst seine Tests bestanden hat. Teng sei “very hopeful”, dass Kunden vor der selbst gesetzten Frist am Sonntag wieder abheben können, nach dem Stand vom Freitagnachmittag binnen 40 Stunden. Einen ersten Einblick in die Reserven will Binance schon vorher geben, den vollständigen Bericht bis Montag.
Der Angreifer umging die Freigaben der Börse
In der Nacht hatte Binance noch einen kompromittierten Laptop eines Entwicklers als Einstieg genannt. Teng beschreibt den Angriff nun als Werk mehrerer Beteiligter: Über den Ethereum-Standard EIP-7702 habe sich der Angreifer Ausführungsrechte an einer Hot Wallet verschafft, und diese Delegation sei nicht durch die üblichen Freigaben gelaufen. Werkzeuge und Spuren habe er unterwegs selbst gelöscht, was die Untersuchung erschwere.
Kunden auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz können bei Binance weiter einzahlen, aber nichts abheben.
BNB, der Token der Börse, kostete am Freitag um 16:36 Uhr 699,40 Dollar, knapp sieben Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Bitcoin lag mit 77.490 Dollar gut fünf Prozent tiefer. Quelle: CoinGecko
Ob die eingefrorenen Milliarden, darunter die von Tether und Circle gesperrten Stablecoins, je an Binance zurückfließen, entscheiden Emittenten und Behörden, nicht die Börse.
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Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




