Ex-FBI-Agent gesteht Diebstahl von 2,5 Millionen Dollar in Krypto
Ein früherer FBI-Agent hat gestanden, rund 2,47 Millionen Dollar in Krypto aus Wallets gestohlen zu haben, deren Zugangsdaten das FBI bei Ermittlungen gesammelt hatte. Das Urteil fällt am 4. März 2027.
Ein ehemaliger FBI-Agent hat gestanden, rund 2,47 Millionen Dollar in Kryptowerten aus Wallets abgezogen zu haben, deren Zugangsdaten das FBI bei eigenen Ermittlungen gesammelt hatte. Patrick Steven Yaroch bekannte sich am Donnerstag vor dem Bundesgericht in Alexandria, Virginia, des Betrugs und der Geldwäsche schuldig. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft.
Nach der Mitteilung der Bundesstaatsanwaltschaft für den Eastern District of Virginia arbeitete der 37-Jährige von 2017 bis Anfang 2025 im Bostoner FBI-Büro in einer Gruppe, die gegen einen nicht genannten gegnerischen Staat ermittelte. Ab Februar 2025 saß er in der Abteilung für Spionageabwehr, mit Zugriff auf Systeme, in denen das FBI die Zugangsdaten zu Krypto-Wallets aus seinen Verfahren ablegte.
Spätestens ab Dezember 2024 nutzte er diesen Zugang für sich. Rund 100 Überweisungen gingen von Wallets ab, die Verdächtigen anderer Verfahren oder staatlichen Akteuren zugerechnet wurden, mindestens eine kam aus einer Wallet, die das FBI selbst für eine Operation angelegt hatte. Die Zugangsdaten stammten aus 35 verschiedenen Ermittlungen.
Die Beute tauschte er in andere Kryptowerte und schob sie über weitere Transaktionen weiter, um ihre Herkunft zu verschleiern.
Mit einem Teil zahlte er Kreditkarten, Autoraten und andere Kredite ab. Den Rest wollte er nach den Gerichtsunterlagen für ein neues Leben im Ausland nutzen: Er fragte ChatGPT, wo er in der EU leben solle, und nachdem der Chatbot ein Weingut in Portugal vorgeschlagen hatte, ließ er sich im Juni über Anwälte dort eine Steuernummer besorgen. Die Reise nach Portugal plante er für September.
“Yaroch’s actions also compromised FBI sources and methods used in foreign intelligence collection and criminal investigations”, schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung, er habe also auch Quellen und Methoden des FBI in der Auslandsaufklärung und in Strafverfahren gefährdet. Betroffen seien Ermittlungen gegen kriminelle Gruppen ebenso wie gegen gegnerische Staaten.
Aufgeflogen ist Yaroch durch sich selbst. Nach einer eidesstattlichen Erklärung des FBI, aus der Decrypt zitiert, meldete er sich Ende Juli bei der FBI-Zentrale und räumte damals Überweisungen im Wert von unter einer Million Dollar ein, weit weniger als jetzt im Geständnis. Bei der Durchsuchung fanden Ermittler eine Hardware-Wallet und einen Zettel mit Seed-Phrasen, rund 925.000 Dollar aus seinem Kraken-Konto mit USDC und etwas Bitcoin sowie aus dem Sui-Kreditprotokoll Suilend holte das FBI in staatlich kontrollierte Wallets.
Für Anleger ändert der Fall nichts unmittelbar. Er betrifft aber die Behörde, die Kryptowerte aus Straftaten verfolgt und zuordnet, zuletzt beim Binance-Hack, den das FBI Nordkorea zuschreibt.
Das Urteil ist für den 4. März 2027 angesetzt.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




