USA sanktionieren 45 weitere Helfer der Prince Group
Das US-Finanzministerium hat 45 weitere Personen und Firmen aus dem Umfeld der kambodschanischen Prince Group gesperrt, darunter Strohmänner und Briefkastenfirmen, die frühere Sanktionen umgehen halfen. Gegen den Konzernchef haben die USA 2025 die Einziehung von 127.271 Bitcoin beantragt.
Nach den ersten US-Sanktionen im Oktober 2025 schrieb Prince-Group-Manager Chen Bo seine Villa in Tokio auf seine Frau um. Seit Donnerstag steht auch sie auf der Sanktionsliste. Das US-Finanzministerium hat 45 weitere Personen und Firmen aus dem Umfeld des kambodschanischen Konzerns gesperrt, dem die USA Anlagebetrug mit Krypto im Milliardenumfang vorwerfen.
Das Finanzministerium zielt auf Strohmänner und Briefkastenfirmen
Die Sanktionsbehörde OFAC hat am 5. November vier Personen und 41 Firmen gelistet, die das Geschäft der Prince Group stützen sollen. Dazu kommt ein Malaysier, der in Madagaskar eine eigene Betrügerbande gegen US-Bürger geführt haben soll. Laut der Mitteilung des Ministeriums haben die Betroffenen geholfen, Vermögen zu verstecken und die früheren Sanktionen vom Oktober 2025 und Juni 2026 zu umgehen. Insgesamt sind es 46 neue Einträge.
Der Fall Chen Bo zeigt, wie das aussah: Neben der Villa in Tokio kontrolliert er nach Angaben des Ministeriums elf kambodschanische Firmen, darunter eine Lotterie, eine Versicherung und die Fluggesellschaft Prince International Airlines. Elf weitere führt ein Geschäftspartner, teils gemeinsam mit ihm.
Den größten Block bildet das Netz von Qiu Yong. Er soll über Gesellschaften auf den Britischen Jungferninseln Geldverleiher und Firmen der Weinbranche in Hongkong besitzen und für eine Firma von Konzernchef Chen Zhi gearbeitet haben. Auch seine persönliche Assistentin steht nun auf der Liste.
“Cyber scam syndicates continue to steal billions of dollars from American victims”, sagte Finanzminister Scott Bessent. Die Betrugsbanden stählen Amerikanern weiter Milliarden, und das Ministerium wolle jede Ebene dieser Organisationen zerschlagen, von der Führung bis zu den Firmengeflechten.
Die Banden lockten Opfer in falsche Kryptoanlagen
Die Prince Group soll ihre Erträge mit Liebes- und Anlagebetrug verdient haben, bei dem Opfer ihr Geld in vermeintliche Kryptoanlagen überweisen. Gearbeitet wurde nach Darstellung des Ministeriums in Betrugszentren in Südostasien, in denen verschleppte Menschen zur Arbeit gezwungen werden. Die Opfer sitzen in den USA und weltweit.
Die Spur führt zu einem der größten Bitcoin-Bestände in staatlicher Hand.
Im Oktober 2025 hatte das US-Justizministerium Anklage gegen Chen Zhi erhoben und die Einziehung von rund 127.271 Bitcoin beantragt, nach eigenen Angaben die größte Einziehungsklage seiner Geschichte. Damals bezifferte die Behörde den Wert auf etwa 15 Milliarden Dollar. Beim Kurs von 75.635 Dollar am Freitagabend sind es noch rund 9,6 Milliarden Dollar (Quelle: CoinGecko, 19:03 Uhr). Chen Zhi selbst wurde nach Angaben von Decrypt im Januar in Kambodscha festgenommen und nach China ausgeliefert.
Gesperrt ist nur, was die USA erreichen
Mit der Listung wird alles Vermögen der Betroffenen eingefroren, das in den USA liegt oder von US-Personen verwahrt wird. US-Bürger und US-Firmen dürfen keine Geschäfte mehr mit ihnen machen, das gilt auch für Firmen, die ihnen zur Hälfte oder mehr gehören. Mitgewirkt haben das FBI, die Betrugsabteilung Scam Center Strike Force des Justizministeriums sowie Behörden der Jungferninseln und Großbritanniens.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert die Liste unmittelbar nichts, die Masche dahinter erreicht sie aber genauso, und woran man Plattformen solcher Banden erkennt, steht in unserem Ratgeber zu Krypto-Betrug. Was mit beschlagnahmten Bitcoin aus Betrugsfällen geschehen kann, zeigt der Fall der 61.896 Bitcoin aus dem Qian-Betrug.
Wallet-Adressen nennt die Mitteilung vom Donnerstag keine, sie zielt diesmal auf Firmengeflechte statt auf Wallets.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




