Chainalysis-Angriff legte auch Passwort-Hashes und Tokens offen
Der Angriff auf Chainalysis reicht weiter als gemeldet: Nach einem Nachtrag der Firma lagen Namen, Benutzernamen, Passwort-Hashes und aktive Tokens aller Nutzer offen. Ob jede Datenart jeden Nutzer betrifft, sagt Chainalysis nicht.
Der Angriff auf den Blockchain-Analysten Chainalysis reicht weiter als zunächst gemeldet. Nach einem Nachtrag der Firma vom Mittwochabend konnte der Angreifer Namen, Benutzernamen, Passwort-Hashes und aktive Tokens aller Chainalysis-Nutzer einsehen. Ob jede Datenart bei jedem Nutzer betroffen ist, lässt die Mitteilung offen.
Am 30. Oktober hatte das Unternehmen noch erklärt, es gebe keine Hinweise auf einen Zugriff auf Zugangsdaten oder Sitzungstokens.
Chainalysis korrigiert seine Angaben binnen einer Woche
In der ersten Mitteilung, über die wir am 1. November berichtet haben, sprach Chainalysis von einem Angreifer, der mit “offensive agentic techniques”, also mit selbstständig handelnden KI-Werkzeugen, eingedrungen sei. Abgeflossen seien nur Benutzerkennungen, Namen, E-Mail-Adressen und Rollen, mit dem Angriff auf Binance habe der Vorfall nichts zu tun. Am Montag, dem 2. November, nahm die Firma vorsorglich ihr Ermittlungswerkzeug Reactor und die Data Solutions vom Netz.
Am Mittwoch folgte die nächste Stufe. Um 15:50 Uhr unserer Zeit teilte Chainalysis mit, ein sogenannter On-Path-Angriff, bei dem sich ein Angreifer in die Verbindung einklinkt, habe Passwörter eines Teils der Kunden offengelegt; deren Konten wurden gesperrt. Kurz darauf ging wegen “abnormal activity” auch KYT vom Netz, das Werkzeug, mit dem Kunden wie Börsen Transaktionen in Echtzeit überwachen. Mit ihm wurden die Adressprüfung und die Anmeldeseite abgeschaltet.
In der Nacht zum Donnerstag kam der Nachtrag: “On Monday, we discovered certain customer information including names, usernames, password hashes and live tokens for all Chainalysis users were exposed to a malicious actor.” Am Montag habe man also festgestellt, dass diese Daten aller Nutzer einem Angreifer offenlagen. Kunden, deren KYT-Konten offenbar unbefugt genutzt wurden, benachrichtige man direkt, schreibt das Unternehmen.
Kunden müssen Passwörter und API-Schlüssel erneuern
Seit Freitag 9:30 Uhr unserer Zeit stellt Chainalysis KYT und die Adressprüfung nach eigenen Angaben schrittweise wieder bereit. Kunden müssen dafür vertrauenswürdige IP-Adressen melden, alle Nutzer müssen ihr Passwort zurücksetzen und API-Schlüssel tauschen, bevor sie wieder Transaktionen registrieren können. Reactor und Data Solutions bleiben vorerst offline.
Hinweise auf einen Zugriff auf Ermittlungsdaten oder eine Manipulation der Zuordnungsdaten gebe es weiterhin nicht, heißt es in der fortgeschriebenen Mitteilung.
Privatanleger nutzen Chainalysis nicht direkt. Mit der Software prüfen aber Börsen Ein- und Auszahlungen auf Geldwäsche, nach eigenen Angaben hat Chainalysis mehr als 1.500 Kunden.
Einen Termin für die Rückkehr von Reactor und Data Solutions nennt das Unternehmen nicht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




