Liquid Network hat seine Bitcoin-Reserve wieder voll gedeckt
Knapp zwei Monate nach dem Hack ist jeder L-BTC auf dem Liquid Network laut der Föderation wieder durch einen Bitcoin gedeckt, die öffentliche Übersicht bestätigt das. Wer die fehlenden Bitcoin bezahlt hat, bleibt offen, ein Bericht zum Angriff ebenso.
Knapp zwei Monate nach dem Hack ist jeder L-BTC auf dem Liquid Network wieder durch einen Bitcoin gedeckt. Das hat die Föderation hinter der Sidechain in der Nacht zum Dienstag mitgeteilt. Wer die fehlenden Bitcoin bezahlt hat, sagt sie nicht, und der Bericht zum Angriff steht weiter aus.
“The Liquid Federation is pleased to announce that the network’s bitcoin reserves have been fully restored, reestablishing 1:1 BTC backing for all LBTC”, schrieb die Föderation am Dienstag um 1:03 Uhr MEZ in ihrem Beitrag auf X. Die Reserve sei also wieder vollständig, jeder L-BTC wieder eins zu eins gedeckt.
Die Zahlen lassen sich nachprüfen. Am Dienstagmittag wies die Übersicht von liquid.network 4.270,54 Bitcoin in der Reserve der Föderation aus und genauso viele L-BTC im Umlauf; die Reserve lag sogar 52 Satoshi über dem Umlauf.
Ein Angreifer hatte im September L-BTC ohne Deckung erzeugt
Am 6. September nutzte ein Angreifer eine Lücke in Elements, der Software hinter Liquid. Nach Angaben von Bitcoin.com erzeugte er rund 4.000 L-BTC, denen kein Bitcoin gegenüberstand, und tauschte sie gegen echte Bitcoin aus der Reserve. Am Tag darauf gab er 3.400 BTC zurück und behielt knapp 600 als Finderlohn von zehn Prozent. Diese Coins sind seither nicht bewegt worden.
Damit fehlte der Reserve ein Teil ihrer Deckung. Für Nutzer hieß das: Wer L-BTC zurück in Bitcoin tauschen wollte, kam wochenlang nicht oder nur eingeschränkt heraus. Wir hatten den Fall in unserer Bilanz der Hacks im September aufgeführt. Nach Angaben der Föderation tauschen die beteiligten Anbieter Bitcoin und L-BTC schon seit einigen Wochen wieder eins zu eins.
Den letzten Schritt meldete Samson Mow, früher Sicherheitschef bei Blockstream, am Montag um 23:29 Uhr MEZ auf X: “250 BTC added, closing out the remaining shortfall.” Die Transaktion, auf die er verweist, ist um 23:04 Uhr in Block 974.307 bestätigt worden und schickt genau 250 BTC an eine Adresse.
Woher dieses Geld kam, steht in keiner der Mitteilungen.
Die Föderation will ihre Aufsicht umbauen
Hinter Liquid stehen 81 Mitglieder, darunter nach Angaben von Bitcoin.com CoinShares, Xapo, Bull Bitcoin und Ledger. Die Bitcoin in der Reserve bewegen sich nur, wenn 11 von 15 Unterzeichnern zustimmen. Die Föderation kündigt an, ihre Führung zu modernisieren, Zuständigkeiten und Aufsicht klarer zu regeln und weitere technische Sicherungen einzubauen. Einzelheiten will sie “in the coming weeks” nennen, also in den kommenden Wochen.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum, die L-BTC etwa in einer Bitcoin-Wallet wie der Blockstream-App oder über SideSwap halten, ist die Lücke damit geschlossen. Prüfen können sie das selbst, eigene Liquid-Knoten lesen den Reservenachweis der Föderation direkt aus.
Unter dem Beitrag stellte ein Nutzer die Frage, die die Föderation offen lässt: “when can we expect the post-mortem?” Einen Termin für den Bericht zum Angriff gibt es nicht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




