Die Kryptobörse Binance hat für 100 Millionen US-Dollar Aktien des USDC-Herausgebers Circle gezeichnet. Zugleich haben beide Unternehmen eine Zusammenarbeit über fünf Jahre vereinbart: Binance bewirbt den Stablecoin, Circle zahlt dafür monatlich eine Gebühr. Das Geld fließt also in beide Richtungen. Die Einzelheiten stehen in einer Pflichtmitteilung, die Circle am 22. September 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung demnach am 17. September. Binance erhält 1.237.011 Aktien der Klasse A zum Preis von 80,84 Dollar je Stück, ausgegeben in einer Privatplatzierung ohne Registrierung bei der SEC. Verkaufen darf Binance die Papiere vorerst nicht. Die Sperre gilt zwei Jahre ab Abschluss oder endet früher, falls Binance die geschäftliche Zusammenarbeit unter bestimmten Bedingungen beendet. Auch Verpfändung und Absicherungsgeschäfte schließt die Vereinbarung aus. Das Stimmrecht aus den Aktien behält Binance.
Circle bezahlt Binance nach der Menge des verwahrten USDC
Der zweite Teil des Geschäfts ist für die Einordnung wichtiger als die Beteiligung. Circle zahlt Binance laut Mitteilung eine monatliche Anreizgebühr, berechnet als Prozentsatz der USDC-Menge, die über Circles Wallet-Infrastruktur für Smart Contracts gehalten wird. Wie hoch der Prozentsatz ist, legt die Mitteilung nicht offen. Für Circle ist das ein bekanntes Muster. Der Konzern verdient an den Zinsen auf die Reserven hinter USDC und gibt einen Teil davon an die Plattformen weiter, die den Stablecoin verbreiten. Je mehr USDC im Umlauf ist, desto größer der Topf. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 74,6 Milliarden Dollar ist USDC nach Tether der zweitgrößte Stablecoin (Stand 22.09.2026, 15:00 Uhr MESZ). Quelle: CoinGecko Binance-Co-Chef Richard Teng sagte gegenüber CoinDesk: “Our $100 million investment and five-year commitment represent long-duration conviction.” Die Investition und die fünfjährige Bindung stünden also für eine langfristige Überzeugung. Circle-Chef Jeremy Allaire sprach von der Möglichkeit, mit USDC den Zugang zum Dollar weltweit auszubauen. Beide Seiten können die Vereinbarung vor Ablauf der fünf Jahre einseitig kündigen, wenn bestimmte Ereignisse eintreten. Welche das sind, nennt die Mitteilung nicht.
Am selben Tag berichtet Bloomberg über neue Ermittlungen gegen Binance
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg prüfen die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan und die Strafrechtsabteilung des US-Justizministeriums, ob Binance wissentlich Handel zugelassen hat, der gegen US-Sanktionen gegen den Iran verstößt. Angeklagt ist bislang niemand. Binance erklärte, das Unternehmen verfolge bei Sanktionsverstößen eine Null-Toleranz-Politik und arbeite mit den Behörden zusammen. Die Börse hatte sich 2023 in den USA schuldig bekannt, gegen Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und gegen Sanktionsregeln verstoßen zu haben, und 4,3 Milliarden Dollar gezahlt. Ein Zusammenhang zwischen den Ermittlungen und dem Circle-Geschäft ist nicht bekannt.
Circle-Aktionäre tauschen frisches Kapital gegen eine laufende Gebühr
Wer USDC auf Binance hält, merkt von dem Geschäft zunächst nichts. Am Rücktauschanspruch gegenüber Circle ändert es nichts. Sichtbar wird es eher daran, wie prominent Binance den Stablecoin künftig gegenüber Konkurrenten wie Tether platziert. Für Aktionäre von Circle ist die Rechnung eine andere. Die Beteiligung bringt 100 Millionen Dollar frisches Kapital, die laufende Gebühr kostet dafür Marge, solange das USDC-Volumen auf Binance nicht entsprechend wächst. Welche Rolle Stablecoins auf Handelsplätzen spielen, beschreibt unser Beitrag Warum Tether, USDC und Co. wichtig sind. Zuletzt hatte Circle mit Arc eine eigene Blockchain gestartet.
Einen Überblick über geprüfte Anbieter und ihre Konditionen bietet der Krypto-Börsen Vergleich, darunter Scalable Capital.


























