Der Stablecoin-Herausgeber Circle hat am 16. September das öffentliche Hauptnetz seiner eigenen Blockchain Arc gestartet. Die Besonderheit: Transaktionsgebühren werden in USDC bezahlt, nicht in einem eigenen Netzwerk-Token. Die Blöcke erzeugen elf ausgewählte Unternehmen, darunter BlackRock, Mastercard und Visa. Arc ist als offenes Netzwerk der ersten Ebene angelegt, betrieben allerdings von einem geschlossenen Kreis von Validatoren. Circle beschreibt es als Infrastruktur für Finanzmärkte und Zahlungsverkehr in Echtzeit. Technisch bemerkenswert ist der Verzicht auf eine eigene Gebührenwährung: Wer auf Arc etwas bewegen will, braucht USDC, den Dollar-Stablecoin des Unternehmens selbst. Zum Gründungskreis der Validatoren gehören BlackRock, die US-Wertpapierabwicklung DTCC, Galaxy, Global Payments, die Börsenbetreiberin ICE, Mastercard, MoneyGram, die japanische SBI Group, Standard Chartered, Sumitomo und Visa. Der Übergang zu einem offenen Verfahren mit hinterlegten Sicherheiten ist nach Angaben von CoinDesk für 2027 geplant; die Gebühren sollen auch danach in USDC anfallen. Firmenchef Jeremy Allaire begründet den Schritt so: “Arc beruht auf einer einfachen Voraussetzung: dass das globale Finanzsystem ein Blockchain-Netzwerk verdient, dem es vertrauen kann.”

Der Start von Arc in Zahlen. Quellen: Circle und CoinDesk, 16.09.2026
Warum es keinen handelbaren Arc-Token gibt
Mit dem Start wurden zehn Milliarden ARC-Token erzeugt. Handelbar sind sie nicht. Circle stellt ausdrücklich klar, dass die Erzeugung keine Zusage für eine spätere öffentliche Ausgabe bedeutet. Erst mit dem geplanten Wechsel des Betriebsmodells 2027 könnte der Token eine Rolle für Sicherheit und Mitbestimmung im Netzwerk bekommen. Für Anlegerinnen und Anleger ist das der wichtigste Punkt der Meldung: Es gibt nichts zu kaufen. Angebote, die unter diesem Namen einen Vorverkauf oder einen frühen Einstieg versprechen, sind mit Vorsicht zu behandeln. Finanziert wurde das Vorhaben unter anderem über einen Vorverkauf im Mai 2026, bei dem laut CoinDesk 222 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von drei Milliarden US-Dollar zusammenkamen. Beteiligt waren demnach Apollo, ARK Invest, BlackRock und Bullish. An der privaten Testphase nahmen nach denselben Angaben mehr als 100 Institutionen teil.
Was das für den europäischen Zahlungsverkehr bedeutet
Unmittelbar richtet sich Arc an Institutionen, nicht an Privatkunden. Die Besetzung der Validatoren macht den Vorgang dennoch bemerkenswert:
- Zahlungskonzerne betreiben die Infrastruktur selbst. Dass Visa und Mastercard Blöcke erzeugen, ist ein Rollenwechsel: Sie nutzen eine Blockchain nicht nur, sie betreiben sie.
- Der Dollar-Stablecoin wird zur Betriebsgrundlage. Wer das Netzwerk nutzt, hält zwangsläufig USDC. Das verankert einen privaten Dollar-Stablecoin tiefer im Zahlungsverkehr, während die EZB parallel am digitalen Euro arbeitet.
- Geschlossene Netzwerke sind ein Kompromiss. Ein fester Validatorenkreis bringt Tempo und klare Verantwortlichkeiten, gibt aber die Offenheit auf, die öffentliche Blockchains auszeichnet.
Wie sich Stablecoins von anderen Kryptowerten unterscheiden, erklärt unser Ratgeber zu Kryptowährungen. Hintergründe zu nicht verwahrten Handelsplätzen bietet der Ratgeber zu dezentralen Börsen, aktuelle Notierungen stehen auf unserer Kursseite.
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