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Bitget will lizenzierte Börse in Thailand übernehmen

Bitget steht hinter dem Käufer der thailändischen Kryptobörse von GMO Internet. Wirksam wird der Kauf erst mit der Genehmigung der thailändischen Aufsicht, den Preis nennt keine Seite.

Leeres helles Kundenbüro mit weißem Empfangstresen, auf dessen Front das türkisfarbene Bitget-Zeichen sitzt, daneben die rot-weiß-blaue Flagge Thailands an einer Chromstange vor einer Fensterfront mit Hochhäusern.

Bitget steht hinter dem Käufer der thailändischen Kryptobörse GMO-Z.com Cryptonomics, die der japanische Konzern GMO Internet abstößt. Wirksam wird der Kauf erst, wenn die thailändische Börsenaufsicht den Kontrollwechsel genehmigt; den Preis nennen beide Seiten nicht.

Öffentlich gemacht hat Bitget die Beteiligung am Dienstag, rund vier Wochen nach dem eigentlichen Beschluss. Der Verwaltungsrat von GMO Internet hatte bereits am 24. September entschieden, alle 7.349.446 Aktien der Bangkoker Tochter abzugeben, 49 Prozent direkt und 50,94 Prozent über eine thailändische Holding. Als Käuferin nennt die Pflichtmitteilung von GMO die BTGT Management (Thailand) Ltd., die erst am 22. September mit einem Kapital von zwei Millionen Baht gegründet wurde. Wer dahintersteht, ließ die Mitteilung offen; sie nennt als Eigentümer zu 51 Prozent einer BTGT Investment Holdings, zu 49 Prozent einer BTGT Holdings.

Nach der Mitteilung von Bitget hält die Börse eine Beteiligung an dieser Gesellschaft, deren Größe sie nicht nennt.

GMO beziffert den Kaufpreis nicht, und zwar “at the request of the buyer”, also auf Wunsch des Käufers. Die Übertragung der Aktien soll nach dem Zeitplan von GMO am 31. Oktober wirksam werden.


GMO zieht sich nach drei Verlustjahren aus Thailand zurück

Für den Verkäufer ist es ein Rückzug mit Ansage. GMO Internet hatte schon im März erklärt, das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten in Thailand aufzugeben. Die Zahlen der Tochter erklären, warum: 2025 standen 11,0 Millionen Baht Umsatz einem Verlust von 87,6 Millionen Baht gegenüber, in den beiden Jahren davor lagen die Verluste bei 115,0 und 100,0 Millionen Baht. Was Bitget mit der Tochter vor allem erwirbt, ist ihre Zulassung.

Genau darum geht es Bitget. Die Börse will ihre Plattform thailändischen Nutzern erst anbieten, wenn der Kauf abgeschlossen und der Kontrollwechsel genehmigt ist, und dann nach thailändischen Regeln arbeiten. Bitget-Chefin Gracy Chen begründete den Schritt mit dem Satz “Building a presence in a market requires local expertise”, sinngemäß: Wer in einem Markt Fuß fassen will, braucht Wissen vor Ort.

Die Genehmigung ist keine Formsache: GMO schreibt, die Hauptgesellschafter der Käuferin würden sich an die Regeln der thailändischen Securities and Exchange Commission für die Zulassung von Großaktionären halten; eine Entscheidung der Behörde lag bis Dienstagnachmittag nicht vor. Thailand führt Kryptobörsen seit Jahren unter eigener Lizenz und hat erst in diesem Monat Regeln für Bitcoin- und Ether-ETFs in Kraft gesetzt.

Der Zeitpunkt fällt auf, weil Bitget sich noch vom Angriff auf die Hot Wallets vom 24. September erholt, also vom selben Tag, an dem GMO den Verkauf beschloss. Damals flossen nach Zählung von Chainalysis rund 387 Millionen Dollar ab. Den Schaden trägt nach Angaben der Börse ihr Schutzfonds, den sie wieder auffüllen will.

Für Bitget-Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert der Kauf nichts: Er betrifft nur eine thailändische Gesellschaft und deren Zulassung. Ob die Aufsicht in Bangkok bis zum 31. Oktober entscheidet, ist offen.

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Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Bitget Thailand Übernahme

Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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