Kunden aus Deutschland können bei Bitpanda einen Teil ihres Sparer-Pauschbetrags direkt in der App freistellen. Das funktioniert, weil die Berliner Zweigniederlassung von Bitpanda auf Aktien, ETFs und ETCs die deutsche Abgeltungsteuer einbehält. Bis zu 1.000 Euro je Person lassen sich auf Bitpanda und andere Anbieter verteilen, Voraussetzung ist die hinterlegte Identifikationsnummer. Für Kryptowährungen wie Bitcoin spielt der Auftrag keine Rolle, dort gelten eigene Regeln. Stand: Oktober 2026.
Bitpanda ist vor allem als Plattform für Kryptowährungen bekannt. Seit Bitpanda echte Aktien und ETFs anbietet, sieht es für Anleger, die dort in Wertpapiere investieren, aber anders aus: Für Wertpapiere zieht Bitpanda wie eine deutsche Bank die Abgaben direkt ab. Wer keinen Betrag freistellt, verschenkt zunächst Liquidität, weil auch kleine Gewinne und Dividenden sofort versteuert werden. Dieser Ratgeber zeigt, wie der Auftrag bei Bitpanda funktioniert, für welche Erträge er gilt und wie man den Freibetrag sinnvoll verteilt.
Freistellung bei Bitpanda im Überblick
- Möglich: Den freizustellenden Betrag trägt man direkt in der Bitpanda-App ein.
- Höhe: bis 1.000 Euro im Jahr je Person, aufteilbar auf mehrere Broker; zusammen veranlagte Ehepaare haben 2.000 Euro.
- Voraussetzung: Identifikationsnummer im Konto; nach Eröffnung des Wertpapierkontos bleiben dafür 60 Tage.
- Gilt für: Kursgewinne und Dividenden aus Aktien, ETFs und ETCs.
- Gilt nicht für: Kryptowährungen, Krypto-Indizes, Edelmetalle und Staking.
Kann man bei Bitpanda einen Freistellungsauftrag stellen?

Quelle: Bitpanda Help Center, EStG § 20 Abs. 9 (gesetze-im-internet.de), abgerufen 04.10.2026
Ja. Für Wertpapiere ist Bitpanda eine inländische Abzugsstelle: Anleger mit Wohnsitz in Deutschland haben ihr Depot bei der Berliner Zweigniederlassung der Bitpanda Financial Services GmbH, und diese behält laut den Geschäftsbedingungen die deutsche Steuer ein und führt sie ab. Genau dafür ist die Freistellung gedacht, denn nur dort, wo Steuer einbehalten wird, kann man sie bis zu einem Freibetrag aussetzen lassen.
Bitpanda beschreibt das Verfahren im Help Center so: Bis zu 1.000 Euro pro Person und Jahr an Kapitalerträgen können von der Steuer befreit werden. Den gewünschten Betrag gibt man direkt in der App ein, die Steuer-Identifikationsnummer ist dafür Pflicht. Den Gesamtfreibetrag darf man nach Belieben auf verschiedene Broker verteilen.
Abgrenzung zu ausländischen Brokern
Bei vielen Anbietern aus dem Ausland gibt es keinen Abzug und deshalb auch keine Freistellung; alle Einkünfte müssen komplett in die Steuererklärung. Bei Bitpanda ist das für Wertpapiere anders. Für Kryptowährungen dagegen zieht Bitpanda bei deutschen Kunden nichts ab, dort ersetzt der Auftrag also nichts.
Für welche Erträge gilt der Freibetrag bei Bitpanda?
| Produkt bei Bitpanda | Steuerabzug durch Bitpanda | Freistellung wirkt? |
|---|---|---|
| Aktien und ETFs (Bitpanda Stocks) | ja, Abgeltungsteuer | ja |
| ETCs | ja | ja |
| Dividenden | ja | ja |
| A-, L- und S-Token | nein | nein |
| Kryptowährungen und Krypto-Indizes | nein | nein, eigene Krypto Steuer-Regeln |
| Edelmetalle, Staking | nein | nein |
Bitpanda Stocks: Aktien und ETFs
Bitpanda Stocks ist der Wertpapierbereich der Plattform mit Aktien, ETFs und ETCs; jeder Trade kostet dort laut Kostendokument 1 Euro. Bei Bitpanda Stocks sind Verkäufe, Swaps und Dividenden steuerpflichtige Ereignisse. Bitpanda rechnet nach dem Prinzip “first in, first out”: Die ältesten Anteile gelten als zuerst verkauft. Solange der freigestellte Betrag reicht, schreibt Bitpanda Gewinne und Ausschüttungen ohne Abzug gut. Ist er aufgebraucht, zieht Bitpanda die Abgeltungsteuer von 25 Prozent ab, dazu den Soli von 5,5 Prozent auf diese Steuer, also 26,375 Prozent, bei Kirchenmitgliedern zusätzlich Kirchensteuer.
Wer Aktien und ETFs regelmäßig bespart, sollte das bei der Höhe berücksichtigen: Auch Ausschüttungen aus einem ETF-Sparplan zählen zum Freibetrag. Wie Sparpläne bei Bitpanda laufen, steht im Ratgeber zum Bitpanda Sparplan.
Schritt für Schritt: Freibetrag bei Bitpanda eintragen
- Wertpapierkonto eröffnen: Für Aktien und ETFs verlangt Bitpanda eine erneute Bestätigung der Daten, einen kurzen Kenntnistest für komplexe Produkte und die Zustimmung zu den Geschäftsbedingungen.
- Identifikationsnummer hinterlegen: Die elfstellige Nummer steht zum Beispiel auf dem Einkommensteuerbescheid. Nach Eröffnung des Wertpapierkontos haben Nutzer aus Deutschland laut Bitpanda 60 Tage Zeit, die Steuerdaten anzugeben.
- Betrag festlegen: Den gewünschten Betrag in der App eintragen. Er darf zusammen mit den Aufträgen bei anderen Instituten und Brokern 1.000 Euro nicht überschreiten.
- Kontrollieren: Anhand der Abrechnungen prüfen, wie viel vom Freibetrag schon verbraucht ist, und den Betrag zum Jahreswechsel anpassen, wenn sich die Verteilung ändert.
Ein Papierformular oder eine Einreichung beim Finanzamt ist nicht nötig. Die Nummer braucht Bitpanda ohnehin: Seit Januar 2026 ist sie wegen der EU-Richtlinie DAC8 für jedes Konto Pflicht, und Bitpanda prüft damit auch den Kirchensteuerstatus.
Den Sparer-Pauschbetrag auf mehrere Broker verteilen
Der Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Absatz 9 EStG beträgt 1.000 Euro, für Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, 2.000 Euro. Er gilt für alle Einkünfte aus Kapitalvermögen: Zinsen auf Tagesgeld, Dividenden, Ausschüttungen von Fonds und Gewinne aus dem Verkauf von Aktien oder ETFs. Er gilt für alle Banken und Broker zusammen. Jedes Institut übermittelt die genutzte Freistellung an das Bundeszentralamt, Überschreitungen fallen deshalb auf und führen zu einer Nachforderung.
Eine falsche Verteilung kostet kein Geld, nur Zeit: Zu viel einbehaltene Steuer holt man sich mit der Steuererklärung zurück. Dazu Erträge und Steuerabzug in die Anlage KAP eintragen; das Finanzamt rechnet den restlichen Freibetrag an.
Was passiert ohne Freistellung?
Ohne Auftrag behält Bitpanda auf jeden steuerpflichtigen Gewinn sofort Steuer ein. Verzögert sich die genaue Berechnung, zieht Bitpanda vorläufig 29 Prozent vom Bruttoerlös ab und erstattet die Differenz später. Das Geld ist nicht verloren, steht aber erst nach der Steuererklärung wieder zur Verfügung. Wer seinen Freibetrag bei anderen Instituten bereits ganz verplant hat, braucht bei Bitpanda keinen Auftrag; dann ist der Steuerabzug korrekt.
Krypto-Verluste und Gewinne aus Aktien verrechnet Bitpanda laut Help Center nicht miteinander, beide Bereiche bleiben steuerlich getrennt. Verluste aus dem Handel mit Wertpapieren mindern dagegen später erzielte Gewinne aus Wertpapieren, bevor der Freibetrag angetastet wird.
Krypto Steuer: kein Freibetrag über den Auftrag
Gewinne aus Kryptowährungen fallen in Deutschland nicht unter die Abgeltungsteuer, sondern sind private Veräußerungsgeschäfte. Nach einem Jahr Haltedauer sind sie steuerfrei, darunter gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro für alle Gewinne dieser Art im Jahr. Für Staking-Belohnungen gilt eine eigene Grenze von 256 Euro. Bitpanda behält auf Krypto bei Anlegern aus Deutschland nichts ein, eine Freistellung ändert daran nichts. Was Anleger dafür in der Steuererklärung angeben müssen, erklärt der Beitrag zu den Bitpanda Steuern.
Bitcoin, Edelmetalle und Krypto-Indizes
Wer bei Bitpanda in Bitcoin, Ethereum, andere Kryptowährungen oder die Bitpanda Krypto-Indizes investieren will, handelt außerhalb der Abgeltungsteuer. Gewinne versteuert das Finanzamt hier mit dem persönlichen Einkommensteuertarif, sofern die Coins kürzer als zwölf Monate gehalten wurden. Das gilt auch für jeden Tausch eines Coins gegen einen anderen, der als Verkauf zählt, und für Trades über Bitpanda Fusion, die Handelsplattform für aktive Trader. Edelmetalle wie Gold und Silber verwahrt Bitpanda als echte Barren, an denen Kunden Miteigentum erwerben; auch hier gibt es keinen Abzug. Diese Assets liegen in eigenen Wallets im Konto, getrennt vom Wertpapierdepot. Verluste aus solchen Geschäften lassen sich nur mit Gewinnen derselben Einkunftsart verrechnen.
Zum Vergleich: Bitpanda in Österreich
Für Kunden mit Wohnsitz in Österreich arbeitet Bitpanda anders. Dort behält Bitpanda auf Aktien, ETFs und Kryptowährungen die österreichische Kapitalertragsteuer (KESt) ein, den Sondersteuersatz von 27,5 Prozent. Er ersetzt in Österreich den progressiven Einkommensteuertarif für diese Erträge, die KESt ist damit in der Regel abgegolten. Einen Freibetrag nach deutschem Vorbild kennt dieses System nicht. Viele Bitpanda-Ratgeber im Netz beschreiben die steuerliche Behandlung in Österreich; für Anleger in Deutschland gilt sie nicht.
Wer Bitpanda für Wertpapiere nutzen sollte
Der automatische Steuerabzug samt Freistellung macht Bitpanda für Wertpapiere ähnlich bequem wie eine deutsche Bank. Neben dem Euro je Trade bei Bitpanda Stocks fallen beim Handel mit Kryptowährungen Aufschläge an, für Bitcoin zum Beispiel 0,99 Prozent; alle Gebühren und Preise listet unsere Seite zu den Bitpanda Gebühren auf. Wie es um Sicherheit und Aufsicht steht, erklärt der Beitrag zur Bitpanda BaFin-Zulassung.
Ein Konto für Krypto und Wertpapiere lässt sich direkt bei Bitpanda eröffnen. Unseren ausführlichen Test lesen Sie unter Bitpanda Erfahrungen.
Fazit: Freibetrag einmal eintragen, Steuer sparen
Bei Bitpanda lohnt sich die Freistellung für alle, die dort Aktien, ETFs oder ETCs halten. Der Betrag wird in der App eingetragen, die Identifikationsnummer ist Pflicht, und die Summe aller Aufträge darf 1.000 Euro je Person nicht übersteigen. Für Kryptowährungen bleibt alles beim Alten: Haltefrist, Freigrenze und eigene Steuererklärung.
Häufige Fragen zu Freibetrag und Freistellung bei Bitpanda
Wo stelle ich bei Bitpanda den Freibetrag ein?
Direkt in der Bitpanda-App, nachdem das Wertpapierkonto eröffnet und die Identifikationsnummer hinterlegt ist.
Muss ich bei Bitpanda meine Steuernummer angeben?
Ja. Gemeint ist die elfstellige Steuer-ID. Sie ist seit Januar 2026 für jedes Konto Pflicht und Voraussetzung für die Freistellung.
Werden Gewinne bei Bitpanda automatisch versteuert?
Bei Aktien, ETFs und ETCs ja, soweit kein Freibetrag freigestellt ist. Bei Kryptowährungen behält Bitpanda für Kunden aus Deutschland nichts ein.
Was passiert, wenn ich über den Freibetrag komme?
Dann behält Bitpanda auf den übersteigenden Teil die Abgeltungsteuer mit Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer ein.
Gilt die Freistellung auch für Krypto?
Nein. Kryptogewinne sind private Veräußerungsgeschäfte mit eigener Freigrenze von 1.000 Euro und Haltefrist von einem Jahr.


























