Die Bitpanda GmbH hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Minus von 13,99 Millionen Euro abgeschlossen, nach einem Gewinn von 61,75 Millionen Euro im Jahr davor. Das zeigt der Jahresabschluss, den der Wiener Kryptobroker im Lobbyregister des Bundestags hinterlegt hat; nach Angaben von BTC-ECHO nennt das Unternehmen Investitionen in Expansion und Marke als Grund.
Zwei Lesarten liegen nebeneinander. Die eine: Bitpanda ist gewachsen, bei Nutzern, Erträgen und Kundschaft aus der Finanzbranche. Die andere: Das Wachstum hat mehr gekostet, als es eingebracht hat.
Bitpanda wächst bei Nutzern und Erträgen
Die Erträge der Bitpanda GmbH stiegen nach dem Jahresabschluss um 8 Prozent auf 7,89 Milliarden Euro. Die Zahl wirkt groß, weil ein Broker den Verkauf von Kryptowerten an Kunden in voller Höhe als Ertrag verbucht und den Einkauf als Aufwand. Aussagekräftiger ist der bereinigte Umsatz, den Bitpanda im März nach Angaben des Wiener Magazins Brutkasten genannt hatte: 371 Millionen Euro nach 321 Millionen, ein Plus von 16 Prozent. Die Zahl der registrierten Nutzer stieg nach denselben Angaben von 5,9 auf 7,4 Millionen.
Der damalige Vorstandschef Lukas Enzersdorfer-Konrad sprach damals laut Brutkasten von einem “Jahr der ambitionierten Beschleunigung”. Inzwischen ist er zur Erste Group gewechselt.
Auch das Geschäft mit Banken, die über Bitpanda Kryptohandel anbieten, kam voran. Zuletzt kündigte die Raiffeisen Bank International an, Kunden in Osteuropa über Bitpanda handeln zu lassen.
Marketing und Abschreibungen drücken das Ergebnis
Die Aufwendungen wuchsen mit 10 Prozent schneller als die Erträge und lagen mit 7,91 Milliarden Euro knapp darüber. Vor Steuern steht ein Minus von 14,19 Millionen Euro, nach 81,18 Millionen Euro Gewinn.
| Bitpanda GmbH, in Mio. Euro | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Erträge | 7.894,51 | 7.299,57 |
| Ergebnis vor Steuern | -14,19 | 81,18 |
| Jahresergebnis | -13,99 | 61,75 |
| Eigenkapital | 188,16 | 202,15 |
| Bilanzsumme | 909,33 | 1.026,06 |
Quelle: Jahresabschluss der Bitpanda GmbH zum 31.12.2025, Zusammenfassung im Lobbyregister des Deutschen Bundestags
Woher der Verlust kommt, steht nicht in der einseitigen Übersicht. BTC-ECHO beziffert die Marketingausgaben auf fast 107 Millionen Euro, ein Anstieg um 56 Prozent, und das Finanzergebnis auf minus 18,3 Millionen Euro, belastet durch Abschreibungen auf Beteiligungen und höhere Zinsen. Operativ sei Bitpanda mit 4,1 Millionen Euro im Plus geblieben. “Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert”, zitiert das Portal das Unternehmen.
Das Eigenkapital sinkt, die Quote steigt
Der Verlust wurde vollständig aus dem Eigenkapital getragen, das um genau diesen Betrag auf 188,16 Millionen Euro sank. Weil zugleich die Bilanzsumme um 11 Prozent schrumpfte, stieg die Eigenkapitalquote rechnerisch von 19,7 auf 20,7 Prozent.
Für Kunden ist das zunächst eine Aussage über das Unternehmen, nicht über ihre Bestände. Wie Bitpanda Kundengelder und Kryptowerte absichert, haben wir im Beitrag zur Bitpanda-Einlagensicherung zusammengefasst.
Offen bleibt, ob 2026 wieder ein Gewinn gelingt; Zahlen für das laufende Jahr hat Bitpanda nicht veröffentlicht.
Wie sich Gebühren, Angebot und Verwahrung bei Bitpanda im Alltag darstellen, haben wir in unserem Bitpanda-Test geprüft.


























