Die Raiffeisen Bank International (RBI) und der Wiener Broker Bitpanda haben am 23. September einen konzernweiten Rahmen für Kryptodienste in Zentral- und Osteuropa vereinbart. Die Netzwerkbanken der RBI sollen ihren rund 18 Millionen Kunden damit den Kauf digitaler Vermögenswerte ermöglichen, einen Starttermin nennen beide Unternehmen aber nicht. Die Technik liefert Bitpanda Enterprise, der Geschäftsbereich, über den Banken und Broker Handel und Verwahrung von Kryptowerten unter eigenem Namen anbieten. Die Einführung soll schrittweise erfolgen und sich nach den Vorgaben im jeweiligen Land richten. Die RBI ist nach eigenen Angaben in elf Märkten der Region mit Tochterbanken vertreten. RBI-Chef Michael Höllerer begründet den Schritt mit der Nachfrage: “We are seeing growing demand for crypto assets in our markets, which we are addressing with a strong, reputable partner.” Die Bank sieht also eine wachsende Nachfrage nach Kryptowerten und will sie mit einem starken, angesehenen Partner bedienen. Welche Länder zuerst an der Reihe sind, geht aus der gemeinsamen Mitteilung nicht hervor.
Österreichs Raiffeisenbanken haben das Modell seit 2024 erprobt
Die Vorlage stammt aus Österreich. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien bot 2024 als erste traditionelle Bank der EU Kryptohandel direkt in ihrer bestehenden Bankumgebung an, umgesetzt mit Bitpanda. Danach kamen 55 Raiffeisenbanken in Niederösterreich und im Burgenland hinzu, seit Mai 2026 auch die Raiffeisenbanken in Tirol, dort zunächst mit Bitcoin und Ethereum. Auch in Deutschland nutzen Banken die Infrastruktur: Seit dem 9. September können Kunden der BW-Bank, einer Tochter der Landesbank Baden-Württemberg, nach Angaben von Bitpanda ausgewählte Kryptowerte im Wertpapierdepot kaufen und verkaufen. Neu an der RBI-Vereinbarung ist, dass sie nicht mehr eine einzelne Bank betrifft, sondern einen ganzen Konzern. Bitpanda-Mitgründer Christian Trummer sagte: “I’m proud that what we pioneered in Austria is now growing into a partnership that can bring digital assets to millions of people in the CEE region.” Das in Österreich begonnene Modell soll also Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa erreichen. Trummer führt das Unternehmen seit dem 15. September wieder als Co-Chef, weil der bisherige Chef Lukas Enzersdorfer-Konrad zur Erste Group wechselt.
Bankkunden kaufen Krypto künftig ohne eigenes Börsenkonto
Für Anleger ändert sich vor allem der Zugangsweg. Wer über seine Hausbank kauft, braucht weder ein separates Konto bei einer Krypto-Börse noch eine eigene Wallet. Rechtlich stützt sich das Angebot auf die EU-Verordnung MiCA, unter der Bitpanda zugelassen ist. Der bequeme Weg hat Grenzen. Welche Coins, welche Gebühren und ob es Sparpläne gibt, legt jede Bank selbst fest; in Tirol begann das Angebot mit zwei Kryptowährungen. Die Coins liegen zudem nicht in einer Wallet, über die der Kunde selbst verfügt, sondern werden für ihn verwahrt. Wer die Konditionen vergleichen will, findet die eines direkten Kontos bei den Bitpanda-Gebühren und im Bitpanda-Test. Wann die erste Netzwerkbank in Osteuropa startet, entscheidet jedes Institut selbst.
Kryptowährungen lassen sich unter anderem bei eToro handeln. Weitere Handelsplätze stehen im Krypto-Börsen Vergleich.


























