Die US-Terminbörse CME Group will am 19. Oktober 2026 Futures auf Bitcoin Cash und Uniswap starten, vorbehaltlich der Prüfung durch die Aufsicht. Für große Anleger entsteht damit ein regulierter Weg, sich gegen Kursschwankungen der beiden Coins abzusichern. Nach den geltenden US-Regeln ist ein solcher Terminmarkt außerdem eine Voraussetzung für einen vereinfachten ETF-Antrag. CME kündigte die Kontrakte am 22. September 2026 an. Bitcoin Cash kostete am selben Nachmittag 321,63 US-Dollar und lag damit 20,51 Prozent über dem Vortag; Uniswap stand bei 8,98 US-Dollar (Stand 22.09.2026, 16:07 Uhr MESZ). Ob der Sprung bei Bitcoin Cash mit der Ankündigung zusammenhängt, lässt sich aus den Daten allein nicht sagen. Quelle: CoinGecko
Futures sind Verträge über einen Preis, nicht über die Coins
Ein Future ist eine Vereinbarung, einen Wert zu einem festgelegten Preis an einem späteren Termin zu handeln. Wer Bitcoin Cash besitzt und einen Kursrutsch fürchtet, kann mit einem Future auf fallende Kurse den möglichen Verlust ausgleichen, ohne die Coins zu verkaufen. Umgekehrt können Anleger auf Kursbewegungen setzen, ohne je einen Coin zu halten. Das Besondere an CME ist nicht das Produkt, sondern der Ort. Die Börse steht unter Aufsicht der US-Terminmarktbehörde CFTC, arbeitet mit einer zentralen Gegenpartei und ist damit auch für Pensionsfonds und Banken zugänglich, für die ein Handel auf Kryptobörsen oft nicht infrage kommt. Jeden Coin gibt es in zwei Größen:
| Kontrakt | Umfang | Gegenwert beim Kurs vom 22.09.2026 |
|---|---|---|
| Bitcoin Cash | 250 BCH | rund 80.400 US-Dollar |
| Micro Bitcoin Cash | 25 BCH | rund 8.040 US-Dollar |
| Uniswap | 10.000 UNI | rund 89.800 US-Dollar |
| Micro Uniswap | 1.000 UNI | rund 8.980 US-Dollar |
Die Micro-Kontrakte richten sich an kleinere Marktteilnehmer, für die ein voller Kontrakt zu groß wäre.
Sechs Monate Terminhandel öffnen den schnellen Weg zum ETF
Seit September 2025 dürfen US-Börsen Fonds auf Rohstoffe und Kryptowerte nach einheitlichen Standards zulassen, ohne für jedes Produkt ein eigenes Verfahren bei der Börsenaufsicht SEC zu durchlaufen. Eine der Bedingungen: Auf den Basiswert müssen seit mindestens sechs Monaten Futures an einer regulierten Terminbörse gehandelt werden. Starten die Kontrakte wie geplant am 19. Oktober, wäre diese Frist für Bitcoin Cash und Uniswap im April 2027 erfüllt. Ein ETF folgt daraus nicht automatisch; ein Anbieter muss ihn beantragen, und die Regeln kennen weitere Wege und Bedingungen. Giovanni Vicioso, bei CME weltweit für Kryptoprodukte verantwortlich, begründete den Schritt mit der Nachfrage: “As crypto markets continue to mature, participants require broader, regulated tools to navigate evolving digital asset related price risk.” Mit dem Reifen der Märkte bräuchten Teilnehmer also breitere, regulierte Werkzeuge gegen Preisrisiken.
CME baut das Angebot seit Anfang 2026 stetig aus
Neben Bitcoin und Ether führt die Börse bereits Futures auf XRP, Solana, Cardano, Chainlink, Stellar, Avalanche und Sui. Die in diesem Jahr gestarteten Kontrakte auf Cardano, Chainlink, Stellar, Avalanche und Sui kamen nach Angaben von CME bislang auf mehr als eine Milliarde Dollar Nennwert. Im ersten Halbjahr 2026 wurden über alle Kryptoprodukte täglich durchschnittlich 279.800 Kontrakte gehandelt, entsprechend 8,3 Milliarden Dollar. Privatanleger in Europa handeln CME-Futures in der Regel nicht direkt. Wie Terminkontrakte auf Kryptobörsen funktionieren und welche Risiken der Hebel mit sich bringt, erklärt unser Leitfaden zum Krypto-Futures-Handel. Was ein Spot-ETF ist, steht in unserem Beitrag Was ist ein Bitcoin-Spot-ETF?.
Einen Überblick über geprüfte Anbieter und ihre Konditionen bietet der Krypto-Börsen Vergleich, darunter Scalable Capital.


























