Blackrock beantragt Bitcoin-ETF mit Verlustgrenze
Blackrock hat bei der SEC einen Bitcoin-ETF beantragt, der Verluste je Optionspaket bei rund zehn Prozent abfangen und Gewinne deckeln soll. Start frühestens im Januar, Gebühr und Obergrenze sind noch offen.
Blackrock will einen Bitcoin-Fonds auflegen, der Verluste bei rund zehn Prozent abfangen soll und dafür Gewinne nach oben deckelt. Der Antrag liegt seit Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC. Handeln ließe sich der Fonds frühestens Anfang Januar, Gebühr und Obergrenze nennt der Prospekt noch nicht.
Der „iShares Bitcoin Managed Protection ETF“ mit dem Kürzel PBIT steht in einem Antrag des iShares Trust vom 19. Oktober. Er soll an Kursgewinnen von Blackrocks Spot-ETF IBIT teilhaben, „up to an approximate limit, while seeking to provide a level of downside protection“, also bis zu einer ungefähren Grenze und mit einem gewissen Schutz nach unten.
Bitcoin selbst kauft der Fonds nicht, auch keine IBIT-Anteile, sondern ausschließlich Optionen auf IBIT und Geldmarktanlagen.
Drei Optionspakete sollen den Verlust je Paket auf zehn Prozent begrenzen
Das Gerüst sind drei sich überlappende Pakete, im Prospekt Tranchen genannt. Jeden Monat läuft eines aus und ein neues kommt hinzu, sodass jedes Paket rund ein Quartal hält. In jedem Paket kauft der Fonds Kaufoptionen, deren Ausübungspreis bei etwa 90 Prozent des aktuellen IBIT-Werts liegt. Fällt der Kurs darunter, endet für dieses Paket der Verlust bei ungefähr zehn Prozent, vor Kosten.
Bezahlt wird der Schutz mit Gewinnchancen: Der Fonds verkauft zugleich Kaufoptionen mit einem höheren Ausübungspreis, deren Prämie einen Teil der Kosten deckt. Steigt IBIT über diesen Preis, geht der Rest des Anstiegs an den Käufer dieser Optionen. Zinserträge aus kurzlaufenden Staatsanleihen und Geldmarktfonds sollen die Rechnung zusätzlich entlasten.
Gehandelt werden sollen vor allem FLEX-Optionen, börsengehandelte Optionen mit frei wählbarem Ausübungspreis und Verfall, für die die US-Clearingstelle OCC einsteht.
Quelle: CoinGecko, Stand 20.10.2026, 7:32 Uhr MESZ
Das Beispiel gilt nur für ein einzelnes Paket, das vom ersten bis zum letzten Tag gehalten wird.
Der Prospekt behält sich bei Schutz und Obergrenze freie Hand vor
Wer PBIT kauft, steigt in drei Pakete mit unterschiedlichen Startkursen ein. Der Fonds nennt deshalb ausdrücklich keine feste Verlustgrenze und keine feste Obergrenze. Er darf die Schutzschwelle jederzeit anheben oder senken. Ist der Kurs nach dem Start eines Pakets gestiegen, liegt der mögliche Verlust gemessen am aktuellen Stand über den zehn Prozent.
Blackrock schreibt dazu im Antrag ohne Umschweife: „investors may lose some or all of their money“, Anleger können also einen Teil oder ihr gesamtes Geld verlieren.
Die Verwaltungsgebühr ist im Antrag noch eine Leerstelle. Wirksam werden soll die Registrierung nach dem angekreuzten Verfahren 75 Tage nach der Einreichung, das wäre der 2. Januar 2027. Das Datum des Prospekts ist entsprechend nur als „2027“ vorgemerkt.
Calamos bietet Bitcoin mit Schutz schon seit Januar 2025
Ganz neu ist die Idee nicht. Calamos brachte im Januar 2025 nach eigenen Angaben den ersten Bitcoin-ETF mit vollständigem Verlustschutz an die Cboe. Dort gilt der Schutz für einen festen Zeitraum von rund einem Jahr, die Obergrenze wird zu dessen Beginn festgelegt, die Kostenquote lag zum Start bei 0,69 Prozent. Blackrock setzt dagegen auf rollende Pakete mit einer Verlustgrenze statt eines vollen Schutzes.
Für Blackrock ist es der dritte Antrag auf einen Bitcoin-ETF, neben IBIT gibt es seit dem Sommer einen Fonds, der mit verkauften Optionen laufende Erträge erzielen soll. „Notably, this is the third Bitcoin ETF filing from them“, schrieb Bloomberg-Analyst James Seyffart nach Angaben von The Block auf X, also: Auffällig, es ist ihr dritter Bitcoin-ETF-Antrag. Fonds auf andere Kryptowerte als Bitcoin und Ether habe Blackrock weiterhin nicht, fügte er hinzu.
Wie stark IBIT selbst gerade gefragt ist, zeigt unsere Marktanalyse vom Dienstag: Am Montag flossen 665,2 Millionen Dollar in den Fonds, so viel wie seit Oktober 2025 an keinem Tag.
Anleger in Europa bleiben beim Bitcoin-ETP ohne Puffer
Kaufen könnten Privatanleger in Deutschland und Österreich PBIT über ihre Bank in aller Regel nicht. US-Fonds fehlt das Basisinformationsblatt, das die EU-Regeln für Kleinanleger verlangen, das gilt auch für IBIT und die gehebelten Bitcoin-ETFs aus den USA. Blackrock handelt in Europa seit März 2025 ein eigenes Bitcoin-ETP auf Xetra unter dem Kürzel IB1T, ein Gegenstück mit Verlustgrenze gibt es dort bisher nicht.
Ob Blackrock die Konstruktion später auch nach Europa bringt, steht im US-Antrag nicht.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




