Coinbase hat gemeinsam mit der Universität Stanford und Localhost Research eine Arbeitstagung zu Bitcoin und Quantencomputern abgehalten. Geladen waren Entwickler, Kryptografen, Verwahrer und Hersteller von Hardware-Wallets. Es ging nicht um Warnungen, sondern um die Frage, welche Verfahren Bitcoin braucht, bevor ein Quantenrechner gefährlich wird.
Die Sorge dahinter ist bekannt: Ein hinreichend großer Quantenrechner könnte aus einer öffentlichen Bitcoin-Adresse den privaten Schlüssel errechnen. Wie weit diese Technik ist, darüber gehen die Einschätzungen auseinander. Die europäischen Finanzaufsichten haben erst diesen Monat gewarnt, dass Quantencomputer die Kryptografie von Blockchains aushebeln könnten.
Der Unterschied: Dort ging es um eine Warnung der Aufsicht, hier um konkrete Vorarbeit.
Was auf der Tagung besprochen wurde
Nach Darstellung von Coinbase begannen die Teilnehmer mit einer nüchternen Einordnung, wie weit Quantenrechner und quantensichere Kryptografie jeweils sind. Danach ging es um die Abwägung zwischen verschiedenen Signaturverfahren, die für Bitcoin infrage kommen.
Ein eigener Punkt waren die Erfahrungen aus Ethereums Planung, die in diesem Feld weiter fortgeschritten ist. Dazu kamen die Anforderungen institutioneller Verwahrer und die Frage, wie sich Bestände schützen lassen, die vor einer möglichen Bedrohung nicht mehr umziehen.
Am Nachmittag teilte sich die Runde in Arbeitsgruppen zu Signaturverfahren, zu den Grenzen von Hardware-Wallets und eben zu jenen Beständen, die niemand mehr bewegt.
Der unbequeme Teil sind die verlorenen Coins
Genau dieser letzte Punkt ist der schwierigste, und er betrifft jeden Bitcoin-Halter mittelbar. Ein erheblicher Teil aller Bitcoin liegt in Adressen, deren Eigentümer nicht mehr erreichbar sind oder ihre Schlüssel verloren haben. Diese Bestände können nicht auf ein neues Verfahren umziehen.
Damit stellt sich eine Frage, die technisch nicht zu lösen ist: Was geschieht mit Coins, die angreifbar werden, weil niemand sie migrieren kann? Sie stillzulegen, hieße, Eigentum per Software zu entwerten. Sie zu lassen, hieße, ein Zeitfenster für den ersten leistungsfähigen Quantenrechner offenzuhalten.
Coinbase betont, die Tagung sei keine Konferenz gewesen und kein Ort, an dem eine Organisation die Antwort vorgibt, sondern eine offene Arbeitssitzung zum Vergleich der Ansätze. Ein Ergebnis oder einen Zeitplan nennt das Unternehmen nicht.
Für Anleger ändert sich heute nichts. Wer Bitcoin auf einer Börse oder in einer gängigen Wallet hält, wird eine solche Umstellung bekommen, wenn sie kommt; wer eigene Schlüssel verwaltet, sollte die Entwicklung verfolgen.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und was sie kosten, steht im Krypto-Börsen Vergleich: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung nebeneinander.

























