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FINMA genehmigt ersten Bitcoin-ETF nach Schweizer Recht

Die FINMA hat erstmals einen börsengehandelten Publikumsfonds genehmigt, der direkt in Bitcoin investiert. Anbieter und Start nennt sie nicht, weitere Fondshäuser haben Anträge gestellt.

Eine orangefarbene Bitcoin-Münze steht aufrecht auf einem roten Sockel, dessen Vorderseite ein weißes Schweizer Kreuz trägt.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA hat am Dienstag erstmals einen börsengehandelten Publikumsfonds genehmigt, der direkt in Bitcoin investiert. Den Anbieter und einen Starttermin nennt die Behörde nicht. Weitere Fondshäuser haben nach ihren Angaben ebenfalls Anträge gestellt oder angekündigt.

Rechtlich ist der Fonds ein Anlagefonds Schweizer Rechts der Art “übrige Fonds für alternative Anlagen” mit besonderem Risiko, so steht es in der Medienmitteilung der FINMA. Damit ihn auch Privatanleger kaufen können, hat die Aufsicht eine Ausnahme von den Regeln zur Risikoverteilung bewilligt, die einem Fonds sonst eine Streuung über mehrere Anlagen vorschreiben. Begründet wird das mit der langen Handelsgeschichte und dem hohen Handelsvolumen von Bitcoin im Vergleich zu anderen Kryptowährungen.

Einen Kryptofonds hatte die FINMA schon 2021 bewilligt, allerdings nur für qualifizierte Anleger und mit einem Korb aus mehreren Kryptowährungen.

Zu laufenden Bewilligungsverfahren äußere sich die Behörde nicht, sagte ein Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur AWP. Welche Fondsleitung den Zuschlag bekommen hat, bleibt damit vorerst das Geheimnis der Branche.


Die Aufsicht knüpft die Zulassung an Verwahrung und Beratung

Die FINMA verlangt von den beteiligten Instituten, operationelle Risiken und Risiken bei der Verwahrung der Coins zu verringern. Maßstab ist ihre Aufsichtsmitteilung vom 12. Januar 2026. Banken, die den Fonds verkaufen, müssen außerdem die Verhaltensregeln des Finanzdienstleistungsgesetzes FIDLEG strikt einhalten: klare Hinweise auf Schwankungen und Verlustrisiken, dazu eine Prüfung, ob das Produkt zum Kunden passt.

Wie wenig die Behörde von der Zulassung als Gütesiegel hält, macht sie selbst deutlich. “Wegen der starken Schwankungen bei Kryptowährungen kann das eingesetzte Kapital erheblich an Wert verlieren”, schreibt die FINMA. Investitionen in Bitcoin blieben auch über einen von ihr genehmigten ETF hoch riskant.

Wie stark Bitcoin schwankt, zeigt schon der Dienstag: Gegen Mittag kostete ein Bitcoin 81.460 Dollar oder 72.632 Euro, 1,6 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor.
Quelle: CoinGecko


Ein Fonds schützt Anleger anders als die bekannten Krypto-ETPs

An der SIX Swiss Exchange sind Krypto-ETPs seit 2018 handelbar, im Juli 2026 waren es nach Zahlen des Branchendienstes Investrends 217 Produkte von 21 Emittenten. Rechtlich sind diese ETPs meist Schuldverschreibungen, auch wenn sie physisch mit Bitcoin hinterlegt sind. Der Anleger trägt damit das Risiko des Emittenten, gemildert durch die hinterlegten Coins. Ein Fonds nach dem Kollektivanlagengesetz ist dagegen ein Sondervermögen, das im Konkurs der Fondsleitung ausgesondert wird, und die FINMA beaufsichtigt Fondsleitung wie Depotbank.

Für Pensionskassen und Vermögensverwalter, deren Anlagerichtlinien Fonds und strukturierte Produkte unterschiedlich behandeln, kann genau das den Ausschlag geben.

In Deutschland und Österreich bleibt es vorerst bei ETPs wie dem Bitcoin-ETP, das Blackrock seit März 2025 auf Xetra handelt. Als OGAW, die Standardform des Publikumsfonds in der EU, ist ein reiner Bitcoin-Fonds nicht möglich, und in den USA arbeitet Blackrock schon an der nächsten Stufe, einem Bitcoin-ETF mit Verlustgrenze. Wie dicht das Angebot an europäischen Krypto-ETPs inzwischen ist, zeigte zuletzt das erste Zcash-ETP von 21Shares.

Ob der Schweizer Fonds an der SIX startet und ob er Anlegern außerhalb der Schweiz offensteht, hat bisher niemand gesagt.

Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

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Sven Meisinger

Über Sven Meisinger

Redakteur bei Krypto-Boersen.com mit Schwerpunkt auf fundierte Marktanalysen und aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Assets. Durch tiefgreifende Recherche und datenbasierte Analysen liefert er präzise Einschätzungen zu Markttrends, regulatorischen Veränderungen und technologischen Innovationen in der Blockchain-Industrie. Seine Expertise umfasst sowohl technische Chartanalysen als auch fundamentale Bewertungen von Kryptowährungen und DeFi-Protokollen.

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