JPMorgan traut Bitcoin zehn Prozent Rendite im Jahr zu
J.P. Morgan Asset Management schätzt erstmals eine Langfristrendite für Bitcoin, nach Berichten zehn Prozent im Jahr. In die eigenen Musterportfolios kommt Bitcoin trotzdem nicht.
J.P. Morgan Asset Management schätzt in seinen Langfristannahmen erstmals eine Rendite für Bitcoin, nach übereinstimmenden Berichten zehn Prozent im Jahr. Das wäre mehr als bei US-Aktien und Gold. In die eigenen Musterportfolios nimmt der Vermögensverwalter Bitcoin trotzdem nicht auf.
Die “Long-Term Capital Market Assumptions” erscheinen in diesem Jahr zum 31. Mal, die Ausgabe für 2027 hat J.P. Morgan Asset Management am Montag veröffentlicht. Großanleger wie Pensionsfonds nutzen die Annahmen, um ihre Aufteilung auf Aktien, Anleihen und andere Anlagen für die nächsten 10 bis 15 Jahre zu planen. Bitcoin stand bisher nicht darin.
“For the first time, we put a range on bitcoin returns”, schreibt der Vermögensverwalter, also: Erstmals geben wir eine Spanne für Bitcoin-Renditen an.
Bitcoin schlägt in der Prognose Aktien und Gold
Die Zahlen selbst stehen im Kapitel zu den öffentlichen Märkten. Nach Angaben von Cointelegraph und Bitcoin.com, die es ausgewertet haben, rechnet JPMorgan bei Bitcoin mit 10,0 Prozent Rendite im Jahr, bei einer erwarteten Schwankungsbreite von 55 Prozent. Für Gold nennt die Studie demnach 5,5 Prozent, für große US-Aktien bestätigt die Übersicht der Studie selbst 7,5 Prozent, 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Eine klassische Mischung aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen in Dollar soll 7,0 Prozent bringen.
Cointelegraph berichtet zudem von einer Spanne: im günstigen Fall 16,6 Prozent im Jahr, im ungünstigen ein Minus von 11,2 Prozent.
Zwischen den beiden Enden liegen bei 10.000 Dollar Einsatz mehr als 43.000 Dollar.
Der Vermögensverwalter hält Bitcoin für einen Spekulationswert
Für eine feste Quote im Portfolio reicht die Renditeschätzung JPMorgan nicht. Bitcoin fehlt in den zentralen Risikotabellen, den Kovarianzmatrizen, mit denen der Vermögensverwalter seine Mischungen berechnet, und bekommt nur eine eigene, kleinere Tabelle mit einer Auswahl anderer Anlagen. “Unstable correlations to other assets impair a strategic allocation”, heißt es in der Studie: Die wechselhafte Beziehung zu anderen Anlagen stehe einer festen Gewichtung im Weg.
Auch der These, eine Entwertung der Währungen werde Anleger in Scharen zu Kryptowerten treiben, widerspricht JPMorgan ausdrücklich, sie sei “wide of the mark”, also weit daneben. Nach Angaben von Cointelegraph beschreibt die Studie Bitcoin stattdessen als spekulativen Wert und als Absicherung gegen eine lockere Geldpolitik.
Damit steht JPMorgan zwischen zwei Lagern. Bitcoin-Fürsprecher lesen die zehn Prozent als Ritterschlag einer Großbank, Skeptiker die Weigerung, Bitcoin in die Portfolios zu nehmen. Beides steht in derselben Studie.
Für Anleger in Europa bleiben die Annahmen eine Dollar-Rechnung
Alle Werte der Studie sind in Dollar gerechnet. Wer in Euro anlegt, trägt zusätzlich das Wechselkursrisiko, das bei Bitcoin wie bei US-Aktien den Ertrag in beide Richtungen verschieben kann.
Bitcoin kaufen Anleger in Deutschland und Österreich direkt über Börsen und Broker oder als ETP. In den USA bauen die großen Fondshäuser ihr Angebot weiter aus, Blackrock zuletzt mit einem Bitcoin-ETF mit Verlustgrenze. JPMorgan selbst baut seine Kryptosparte vor allem im Geschäft mit Großkunden aus und bringt etwa seinen Einlagen-Token JPM Coin auf Ethereum.
Die nächste Ausgabe der Langfristannahmen erscheint turnusgemäß in einem Jahr, dann mit der Frage, ob Bitcoin den Sprung in die großen Tabellen schafft.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




