JPMorgan bringt JPM Coin für Großkunden auf Ethereum
JPMorgan will seinen Einlagen-Token JPM Coin künftig auch auf Ethereum anbieten, wie bisher nur für zugelassene institutionelle Kunden. Was einen Einlagen-Token von einem Stablecoin unterscheidet.
Der Einlagen-Token JPM Coin der US-Großbank JPMorgan soll künftig auch auf Ethereum laufen. Nutzen dürfen ihn wie bisher nur zugelassene institutionelle Kunden; einen Starttermin für die Ethereum-Fassung nennen die Berichte über die Erklärung der Bank vom Montag nicht.
Die Ankündigung kam von Kinexys, der Blockchain-Sparte von JPMorgan, in einer Erklärung, über die The Block und Bloomberg berichteten. Ethereum biete eine „established depth of onchain liquidity and tokenized assets“ und sei damit die naheliegende nächste öffentliche Blockchain für den Token, gemeint ist die Liquidität und die Menge an tokenisierten Vermögenswerten, die dort bereits liegen. Krypto-Firmen sollen JPM Coin nach Angaben der Bank für Zahlungen nutzen können, Finanzinstitute für die Abwicklung von Geschäften und als Sicherheit.
„Tokenized financial infrastructure is no longer theoretical“, sagte Emma Landriault, die Leiterin von Kinexys Labs: Tokenisierte Finanzinfrastruktur sei keine Theorie mehr.
Ein Einlagen-Token ist das Bankkonto in Token-Form
JPM Coin, Kürzel JPMD, ist kein Stablecoin im üblichen Sinn. Hinter einem Stablecoin wie USDC steht ein eigener Emittent, der Reserven hält, und der Token ist eine Forderung gegen diesen Emittenten. Ein Einlagen-Token ist dagegen die Bankeinlage selbst in anderer Form: Laut der Produktseite von JPMorgan ist JPM Coin durch Dollar-Einlagen auf Konten bei der Bank gedeckt. Wer ihn hält, hat also eine Forderung gegen die Bank, ähnlich wie mit einem Guthaben auf dem Konto.
Der Vorteil liegt in der Zeit. Überweisungen im Netz laufen nach Angaben der Bank an 365 Tagen rund um die Uhr, während Zahlungen zwischen herkömmlichen Konten an Bankarbeitszeiten hängen. Nur das Umbuchen zwischen klassischem Konto und Blockchain-Konto ruht samstags für drei Stunden.
JPMorgan arbeitet sich Netz für Netz auf öffentliche Blockchains vor
Bisher gibt die Bank JPM Coin auf Base aus, dem Layer-2-Netz von Coinbase, das auf Ethereum aufsetzt; dort startete der Token im November 2025. Im Dezember 2025 brachte JPMorgan einen ersten tokenisierten Geldmarktfonds auf Ethereum, im Mai 2026 folgte ein zweiter. Im Januar kündigte die Bank außerdem an, JPM Coin auch auf das Canton Network zu bringen.
Die Größenordnung zeigt die Plattform dahinter: Über Kinexys liefen nach Angaben der Bank bisher Transaktionen von mehr als 4 Billionen Dollar, im Schnitt 7 Milliarden Dollar am Tag. Wie viel davon auf JPM Coin entfällt, sagt JPMorgan nicht.
Matthew Dawson, Mitgründer der Initiative Ethereum Institutional, nannte den Schritt „a clear signal that institutional finance is moving onto public, verifiable infrastructure“, ein deutliches Zeichen also, dass die Finanzbranche auf öffentliche und überprüfbare Infrastruktur umziehe.
Privatanleger bekommen JPM Coin nicht in die Hand
Für Privatanleger ändert sich unmittelbar nichts. JPM Coin bleibt nach den Berichten auf zugelassene institutionelle Teilnehmer beschränkt und ist damit weder an Kryptobörsen zu kaufen noch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz für Privatkunden zu haben. Ether bewegte sich am Montag kaum: Um 12:04 Uhr MESZ kostete die Kryptowährung 2.435 US-Dollar (2.173 Euro), 0,5 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor. Quelle: CoinGecko
In Europa bauen die Banken ihr eigenes Token-Geld. Die Gemeinschaftsfirma Qivalis von 37 Banken hat eine Lizenz für einen Euro-Stablecoin, und über die EZB-Plattform Pontes wickeln Banken tokenisierte Wertpapiere gegen Zentralbankgeld ab. Ob JPMorgan die Ethereum-Fassung auch Kunden in Europa öffnet, geht aus den Berichten nicht hervor.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




