Der Online-Broker Interactive Brokers lässt Kunden ihre Ether über die eigene Plattform staken. Das Angebot gilt zum Start nur für berechtigte Kunden der US-Gesellschaft, die Technik dahinter stellt der Infrastrukturanbieter zerohash. Wer in Deutschland oder Österreich über die irische Tochter handelt, kommt in der Mitteilung nicht vor.
Interactive Brokers hat den Start am Dienstag um 16 Uhr MESZ in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Berechtigte Kunden der Interactive Brokers LLC können Ether demnach im Client Portal über ein eigenes Staking-Dashboard einsetzen, wieder abziehen und offene Aufträge verfolgen.
Firmenchef Milan Galik vergleicht das Angebot mit der Wertpapierleihe des Hauses, bei der Kunden an verliehenen Aktien mitverdienen: “We want clients to earn more from the assets they hold.” Kunden sollen also aus Beständen, die ohnehin im Depot liegen, mehr herausholen.
Zerohash betreibt die Validatoren, der Broker die Oberfläche
Beim Staking hinterlegen Inhaber ihre Ether bei einem Validator, also einem Rechner, der im Ethereum-Netz Blöcke prüft und dafür neue Ether erhält. Diesen Teil übernimmt bei Interactive Brokers nicht der Broker selbst. Zerohash hatte seinen Dienst für Banken und Broker im Juni vorgestellt und dabei erklärt, Infrastruktur, Validatoren und die Abrechnung der Erträge zu betreiben.
Die Erträge schreibt Interactive Brokers nicht in Dollar gut, sondern als weitere gestakte Ether.
Sie wachsen also mit, solange die Position im Staking bleibt, und schwanken mit dem Kurs von Ether. Wie viel vom Ertrag beim Kunden ankommt, nennt die Mitteilung nicht. Nach Angaben von Crypto Briefing behalten Kunden mindestens 70 Prozent, der Rest geht an die Betreiber des Dienstes.
Einen Mindestbetrag gibt es laut der Ankündigung von zerohash nicht. Dieselbe Ankündigung nimmt vier Bundesstaaten aus, nämlich Kalifornien, Maryland, New Jersey und Wisconsin, und stellt Solana als nächsten Coin in Aussicht.
Europäische Kunden handeln Ether, staken aber nicht
Im Europäischen Wirtschaftsraum bietet Interactive Brokers den Kryptohandel seit Ende März über Interactive Brokers Ireland an, ebenfalls mit zerohash als Partner. Ether gehörte zum Start zu den elf Coins im Angebot. Von Staking ist für Irland keine Rede. Die Mitteilung vom Dienstag verweist nur allgemein darauf, dass das Angebot je nach Gesellschaft und Wohnsitzland variiert.
Wer hierzulande Ether staken will, nutzt dafür bislang Kryptobörsen und Broker, die das direkt anbieten; wie das etwa bei Bitpanda funktioniert und was es kostet, erklärt unser Beitrag zu Bitpanda Staking. Für das Staking selbst gelten dieselben Wartezeiten wie überall im Netz, und die Warteschlangen schwanken stark, wie zuletzt Lido in beiden Warteschlangen zeigte.
Am Donnerstag um 22 Uhr MESZ legt Interactive Brokers seine Zahlen für das dritte Quartal vor.
Ether lässt sich unter anderem bei Bitpanda kaufen und dort ohne Umweg über eine eigene Wallet auch staken.


























