Unternehmen haben in diesem Jahr nach einer Auswertung des US-Bitcoin-Dienstleisters River 15,7 Milliarden Dollar in Bitcoin gesteckt, rund zwei Drittel weniger als bis zum selben Zeitpunkt 2025. Getragen wird die Nachfrage von zwei Firmen: Strategy und Strive kauften mehr Bitcoin, als alle Unternehmen zusammen netto hinzugewonnen haben.
Der Bericht von River erschien am 8. Oktober. Danach halten Unternehmen 1,64 Millionen Bitcoin, das sind 7,8 Prozent der Höchstmenge von 21 Millionen. Seit Jahresbeginn kamen 193.000 Bitcoin hinzu.
Strategy und Strive allein erwarben im selben Zeitraum 197.000 Bitcoin.
Ohne zwei Käufer hätten Unternehmen Bitcoin abgegeben
Wie mehr als 100 Prozent zustande kommen, erklärt sich aus der Saldierung. River zählt Käufe und Verkäufe aller erfassten Unternehmen gegeneinander, und auf der Verkäuferseite stehen vor allem die großen Miner. Sie haben in diesem Jahr 32.800 Bitcoin abgegeben, nach Einschätzung von River in erster Linie, um den Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz zu bezahlen. Die übrigen Bitcoin-Treasury-Firmen, also börsennotierte Unternehmen, deren Geschäftsmodell vor allem das Halten von Bitcoin ist, kamen zusammen nur auf 8.000 Bitcoin.
Rechnet man Strategy und Strive heraus, haben Unternehmen damit per Saldo rund 4.000 Bitcoin verkauft.
River formuliert es so: “The euphoria around Bitcoin Treasury Companies has faded; large purchases come from just two companies: Strategy and Strive.” Die Begeisterung für solche Firmen sei also verflogen, große Käufe kämen nur noch von den beiden. Die Zahl der Treasury-Unternehmen ist nach dem Bericht in diesem Jahr gesunken, nachdem sie sich 2025 versechsfacht hatte.
Strategy hält mehr als die Hälfte aller Firmen-Bitcoin
Mit 848.000 Bitcoin besitzt Strategy nach den Zahlen von River mehr als jede zweite Münze in Unternehmenshand; zuletzt hatte die Firma 1.665 Bitcoin gekauft und eigene STRC-Vorzugsaktien zurückgenommen.
Neue Namen kommen trotzdem hinzu, nur mit kleineren Beträgen. Die Zahl der börsennotierten Unternehmen mit Bitcoin in der Bilanz ist nach River binnen eines Jahres um zehn Prozent gestiegen; Robinhood und SpaceX nennen zusammen Bestände von mehr als 1,5 Milliarden Dollar. Robinhood hatte erst vergangene Woche bekannt gegeben, 25 Millionen Dollar in Bitcoin anzulegen.
Was Firmen am meisten zögern lässt, steht in einer Umfrage unter Geschäftskunden von River aus dem September: Bilanzierung und steuerliche Behandlung, genannt von mehr als der Hälfte der Befragten.
Der Markt hängt stärker an einem einzelnen Käufer
Für Anleger ist das Verhältnis der Zahlen wichtiger als die Summe. Wenn ein einziges Unternehmen den Großteil der Firmennachfrage stellt, hängt ein Teil der Kaufkraft am Markt daran, dass dieses Unternehmen weiter Kapital für Bitcoin einsammeln kann. Auf der anderen Seite stehen Miner, die nach River Bitcoin abgeben, um ihren Umbau zu KI-Rechenzentren zu bezahlen.
Über die Spot-ETFs sagt der Bericht nichts; ihre Wochenbilanz steht in der heutigen Marktanalyse. Am 28. Oktober stimmen die Aktionäre von Strategy darüber ab, ob die Vorzugsaktien künftig täglich Dividende zahlen.
Wer Bitcoin lieber im Wertpapierdepot hält als in einer eigenen Wallet, findet börsengehandelte Bitcoin-ETPs unter anderem bei Scalable Capital. Welche Wege es sonst zum Bitcoin gibt, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























