Kirgisistans Regierung lässt den Emittenten des goldgedeckten Stablecoins USDKG auflösen. Alle 50.140.738 Token sollen nach Angaben des Projekts eingesammelt und verbrannt werden; begründet wird der Schritt mit der Verwaltung staatlicher Beteiligungen, nicht mit den britischen Sanktionen vom Mai.
Grundlage ist die Anordnung Nr. 639-t des Ministerkabinetts vom 20. August 2026, die das Projekt inzwischen auf seiner Website veröffentlicht hat. Darin weist Kabinettschef Adylbek Kasymaliew das Finanzministerium an, die staatlichen Aktiengesellschaften “EVA” und “Coin Nomad Exchange” aufzulösen. Zur Begründung heißt es auf Russisch “В целях оптимизации участия государства в хозяйственных обществах, повышения эффективности управления государственными активами”, also um die Beteiligung des Staates an Unternehmen zu optimieren und staatliche Vermögenswerte wirksamer zu verwalten.
Von Sanktionen, von Gold oder vom Stablecoin selbst steht in dem zweiseitigen Dokument kein Wort.
London setzte den Emittenten schon im Mai auf die Sanktionsliste
USDKG startete nach Angaben von Bitcoin.com im November 2025 mit gut 50 Millionen Token, jeder an einen Dollar gebunden und mit physischem Gold hinterlegt. Gedacht war er für grenzüberschreitende Zahlungen.
Am 26. Mai 2026 nahm Großbritannien die Aktiengesellschaft “Virtual Assets Issuer” aus Bischkek in seine Russland-Sanktionen auf, mit “USDKG” und “USDKG.com” als weiteren Namen. Es gebe “reasonable grounds to suspect”, dass das Unternehmen der russischen Regierung nütze oder sie unterstütze, heißt es in der britischen Sanktionsmitteilung: einen begründeten Verdacht also, keinen Nachweis. Dass hinter “EVA” derselbe Emittent steht, berichtet Bitcoin.com; das Projekt selbst beruft sich für sein Ende auf genau diese Anordnung.
Die eigentliche Ankündigung folgte am 5. Oktober um 21:37 Uhr MESZ auf dem X-Konto des Projekts: Ausgabe und Umlauf von USDKG enden, auch auf den Blockchains. Der Ablauf, den das Projekt dort beschreibt, hat fünf Schritte:
- Halter melden sich per E-Mail mit Menge und Wallet-Adresse und tauschen ihre Token in Fiatgeld oder in den Stablecoin USDT.
- Die eingesammelten Token und die Bestände in Wallets des Unternehmens wandern in je eine Sammel-Wallet pro Netz.
- Sind alle 50.140.738 Token beisammen, gehen sie an eine Burn-Adresse, von der sie niemand mehr bewegen kann.
- Die Smart Contracts auf Tron und Ethereum werden ausgesetzt.
- Börsen und dezentrale Handelsplätze nehmen USDKG aus dem Handel.
Eine Frist für den Umtausch nennt die Mitteilung nicht, ebenso wenig einen Kurs, zu dem in Fiatgeld oder USDT getauscht wird.
Ein Staats-Stablecoin hängt an der Politik seines Staates
Ein Stablecoin ist ein Token, dessen Wert an eine Währung oder einen Rohstoff gebunden sein soll; ob er diese Bindung hält, hängt am Emittenten und an seinen Reserven. Bei USDKG kam das Ende weder über die Reserven noch über die Technik, sondern über die Entscheidung der Regierung, der der Emittent gehört.
Ob USDKG an Handelsplätzen in der EU gelistet war, geht aus den Mitteilungen nicht hervor. Kryptodienstleister in der EU sollen Stablecoins ohne MiCA-Zulassung ohnehin nur noch abwickeln, wie die ESMA am Donnerstag klargestellt hat. Die britische Sanktionsliste trifft unterdessen immer wieder Krypto-Dienste mit Verbindungen nach Russland, zuletzt Cryptomus und die Börse TokenSpot.
Die Transaktionshashes der Verbrennung auf Tron und Ethereum will das Projekt veröffentlichen, sobald alle Token eingesammelt sind; einen Termin dafür gibt es nicht.
Wer Stablecoins und einzelne Coins meiden und Krypto lieber als Wertpapier im Depot halten will, findet börsengehandelte Bitcoin- und Ether-ETPs unter anderem bei Scalable Capital.


























